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Altern ohne Angst Die Langsamkeit des Alters würde uns nicht auffallen, wenn wir in unseren geistigen Prozessen ebenso verlangsamt wären. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Im Gegenteil: Der Erfahrungsreichtum, die Welt des schon einmal Gedachten, lässt uns um Alter oft ungeduldiger werden. Pathetische Deklamationen und gesellschaftliche Konversationen langweilen des Alten. Wie der Alternde mit seiner Langeweile umgeht, wird einen großen Teil dessen prägen, was er im Alter erlebt und wie lange er sich seine Leistungsfähigkeit erhalten kann. Wer die Langsamkeit ignoriert, weil er Schnelligkeit mit Tüchtigkeit identifiziert und Einbußen nicht wahrhaben will, beansprucht den Organismus über eine Bruchgrenze hinaus und zerstört dadurch seine Ressorcen. Eine problematische Formulierung ist hier das "mithalten" können. Wer nicht mithalten kann, soll aufgeben. Damit wird eine Situation konstruiert, in der nicht das optimale sondern das maximale Tempo zählt. Wer aber ein nachlassendes Grundtempo durch gesteigerte Anstrengung bekämpft, wird schließlich zusammenbrechen und so weiter unter das ihm noch mögliche Leisungsniveau sinken. Für den jungen Erwachsenen ist es selbstverständlich, dass er Warnsignale ignorieren darf. Das geht oft gut und steigert sein Selbstwertgefühl: Nächte durchzumachen, im Sport bis zur totalen Erschöpfung zu gehen, in der körperlichen Arbeit Schmerzen zu ignorieren und weiterzumachen. Dem Alternden sind die Warnsignale der Müdigkeit, der Erschöpfung, des Schmerzes keine Grenzposten, an denen er spottend vorbeizieht... |
Kurzbeschreibung Orientierungshilfen für die zweite Hälte des Lebens Wie gehen wir mit den psychologischen Aspekten des Älterwerdens um? Wie bewältigen wir die Einsicht, dass zum Leben auch Schwäche und Krankheit, Trauer und Verfall gehören? Dieses Buch bietet Klärungshilfen an zu Problemen, die mit dem Älterwerden verknüpft sind. Autorenportrait Wolfgang Schmidbauer, geboren 1941 in München, studierte Psychologie und promovierte 1968 über "Mythos und Psychologie". Anschließend war er als freier Schriftsteller in Deutschland und Italien tätig. Nach einer Ausbildung zum Psychoanalytiker gründete er ein Institut für analytische Gruppendynamik. Heute lebt er als Psychotherapeut und Lehranalytiker in München. |
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