| Home | Travels | Links |
News | Guestbook |
| « | psychologisch | Links |
Aus
dem Buch von Steven Bachalor: Buddhismus für Ungläubige Werden Das Leben wird eine Abfolge kleiner Geburten und Tode. Wenn ich bekomme, was ich möchte, fühle ich mich neu geboren. Doch kaum habe ich mich in diesem Gefühl behaglich eingereichtet, kommen die alten Ängste wieder hoch. Der neue Besitz altert schnell und sein Altern wird beschleunigt durch etwas noch Begehrenswerteres, das ich noch nicht habe. Was so vollkommen schien, verliert schnell seinen Glanz, wenn mir die erste kleine Unvollkommenheit auffällt. Die neue Situation löst meine Probleme nicht, sondern setzt andere mit denen ich nicht gerechnet hatte, an ihre Stelle. Anstatt dies nun aber als die Natur des Lebens in einer unbeständigen Welt zu akzeptieren, anstatt Fehlschläge und Schmerz ebenso hin zu nehmen wie Erfolg und Freude, anstatt die bittersüße, tragische und traurige Schönheit des Lebens dankbar anzunehmen, knirsche ich mit den Zähnen und lasse mich von der leisen, verführerischen Stimme, die da “wenn doch nur...” flüstert, zum Weiterkämpfen überreden. Begehren Begehren, wie z. B. das zwanghafte Verlangen nach einer Zigarette, gibt uns einen Anlass zum Loslassen. “Loslassen” ist keine beschönigende Formel für das Abwürgen des Begehrens. Es beginnt mit dem Verstehen: Ein gefasstes und klares Zur-Kenntnis-Nehmen dessen, was geschieht. Von einem Begehren loslassen heißt nicht, dass man es zurückweißt, sondern dass man es sein lässt, was es ist: Ein mehr oder weniger zufälliger Geisteszustand, der auch wieder vergeht. Wenn es aber seine Natur ist, sich in diesem Sinne selbst zu “befreien”, weshalb sollten wir uns dann gewaltsam von ihm befreien? Loslassen von einem Verlagen heißt einfach, dass wir uns nicht mit ihm identifizieren, denn solange wir das tun, klammern wir uns daran, und dann ist ein kein vorübergehender Geisteszustand mehr, sondern ein Zwang, der uns im Griff hat. Es kommt also beim Loslassen von Begehren darauf an zu handeln, bevor die gewohnten Reaktionsmuster uns blockieren. | Kurzbeschreibung Batchelor zeigt in diesem Buch, daß der Buddhismus nicht etwas ist, woran man »glauben« soll oder muß, sondern daß er praktische Anleitung zu einem achtsameren und mitfühlenderen Denken und Handeln ist, welches den Menschen dazu führt, authentischer im Hier und Jetzt zu leben. Dazu ist kein Bezug auf »überweltliche Wahrheiten« nötig, kein Glaube an Wiedergeburt und andere Kategorien der fernöstlichen Religionen, die nicht zum Kern des Buddhismus, sondern zu seinem kulturellen Überbau gehören. Er stützt seine Erläuterungen ab mit Anleitungen zu grundlegenden Meditationsübungen, die den Nachvollzug der Lehren in eigener Erfahrung ermöglichen. Autorenportrait Stephen Batchelor war lange Jahre Mönch in der Zen- und der tibetischen Tradition, hat klassische buddhistische Texte aus dem Tibetischen übersetzt und ist Autor zahlreicher Bücher über Buddhismus (u. a. "Mit anderen allein"; "Buddhismus für Ungläubige"). Er leitet das Sharpham College für buddhistische Studien in Devon, England, und lebt gegenwärtig mit seiner Frau Martine in Frankreich. |
![]() |
![]() | ![]() | ![]() |