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Laos – Partyhölle im friedlichen Dschungel

Gastartikel von Beatrice @ beatrice-sonntag.de Beatrice alias Dagmar ist Buchautorin und Reisebloggerin. In ihren Büchern und ihrem Blog beatrice-sonntag.de schreibt sie über ihre Erlebnisse unterwegs. Das Reisen und Entdecken von fremden Welten und Kulturen ist zu ihrem Hobby geworden. Im Sommer 2015 will sie die magische Zahl 100 erreichen und das 100. Land besuchen. Welches es genau sein wird, steht noch nicht fest.

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Die Autorin Batrice SonntagMeine Reise nach Laos bot viele Überraschungen und noch mehr Regen. Ich hatte mich darauf eingestellt ein Land zu erleben, das seinen Nachbarländern Thailand und Vietnam ein wenig ähnelt. Schließlich hat Laos dasselbe Klima und auch kulturell viele Verflechtungen mit den Nachbarn. Die Regierungsform ist vergleichbar mit der kommunistischen Führung von Vietnam und kulinarisch siedelte ich die laotische Küche irgendwo zwischen dem aromatischen kambodschanischen Amok und dem scharfen Thai-Food an. Mit manchen Vermutungen hatte ich recht, davon dass das Land eine kommunistische Führung hat, merkt man als Besucher jedoch sehr wenig.


Vientiane

Ein langer Flug bringt mich nach Vientiane, die verschlafene Hauptstadt des Landes. Eine freundliche junge Dame, die kaum 1,50 Meter misst, empfängt mich freudestrahlend und erzählt mir erst einmal, dass ihr letzter Gast sich in dem Hotel aus einem Fenster im zweiten Stock gestürzt hat. „Das wirst du doch nicht tun?“ will Ma’am als erstes von mir wissen. Ich versuche, sie dahingehend zu beruhigen und folge ihr dann durch die Stadt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Einige Tempel und den Königspalast können wir bequem zu Fuß erreichen, ebenso wie Ma’ams Lieblingsbäckerei, in der sie eine Lasagne und zwei große Stücke Kuchen verschlingt ohne die geringsten Sättigungserscheinungen zu zeigen. Weitere Attraktionen wie zum Beispiel den Buddha-Park mit seinen hundert Buddhastatuen aus verschiedenen Jahrhunderten, erreichen wir mit dem Tuk Tuk.

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Vientiane, die Hauptstadt von Lagos
Vientiane, die Hauptstadt von Lagos

Vang Vieng

Mit einem in die Jahre gekommenen Toyota fahren wir nach ein paar Tagen schließlich Richtung Norden, um auch das ländliche Laos zu erleben. Unmittelbar beim Verlassen der Innenstadt werden die Straßen zu holprigen Sandpisten, weshalb das Reisen innerhalb des Landes etwas langsamer vonstattengeht, als ich es aus Europa gewöhnt bin. Die Ortschaft Vang Vieng hält die größte Überraschung für mich bereit: Hier hat sich in den letzten Jahren die neue Partyhauptstadt der Welt entwickelt, die bald El Arenal und Lloret de Mar von den obersten Plätzen verdrängen wird. Die Menschen, die vor zehn Jahren noch friedliche Fischer waren, verkaufen nun Bikinis, Cocktails in Eimern und Gucci Sonnenbrillen für umgerechnet zwei Euro an betrunkene Touristen. Die Attraktion von Vang Vieng ist der Fluss, welcher sich hervorragend dazu eignet, sich in einem mit Luft gefüllten Gummireifen ähnlich wie in einem Rafting-Boot flussabwärts zu stürzen. Unterwegs kann man mit seinem Reifen alle hundert Meter an einer improvisierten Bar anhalten und sehr billige Cocktails oder Bier in sich hinein schütten. Leider fordern die schroffen Felsen regelmäßig einige Todesopfer unter den allzu betrunkenen Touristen.

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Laos - Vang Vieng
Laos – Vang Vieng

Das Essen ist ebenso günstig wie die Getränke und ich genieße leckere Currys, die wie bei einer Ampel in grün (genießbar), gelb (feurig) und rot (nur für Dämonen und Menschen mit einem Geschmacksnervenleiden essbar) unterteilt sind. Lecker und ungewöhnlich ist das Nationalgericht Larp, das aus vielen grünen Kräutern und Fleisch oder Fisch hergestellt wird. Ich staune jeden Tag dreimal darüber, wieviel die kleine und schmächtige Ma’am essen kann. „Ich esse sehr gerne“, betont sie unnötigerweise mehrmals.

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Laos - Chili
Chili

Wer sich nicht in die Fluten stürzen oder sich besinnungslos betrinken will, dem bietet die Umgebung von Vang Vieng wunderschöne Wanderwege durch die zerklüfteten Berge, in denen sich einige beeindruckende Tropfsteinhöhlen befinden. Ein Tipp: Falls die Einheimischen Euch versichern, dass man die Wanderung problemlos in Flip Flops unternehmen kann, dann glaubt ihnen nicht! Das gilt nur für Laoten und besonders geschickte Bergziegen.

Luang Prabang

Die nächste Etappe nach der Partyhölle ist Luang Prabang, die kulturelle Hauptstadt des Landes. Hier erholen sich die Touristen vom Feiern im Dschungel und schauen sich die vielen verschiedenen Tempelanlagen an. Es gibt mindestens zwanzig Tempel und Klöster aus verschiedenen Jahrhunderten und in unterschiedlichen Baustilen. Besonders schön ist der Stupa auf dem zentralen Hügel, wo es sogar einen Fußabdruck von Buddha im Stein zu sehen gibt und der Wassermelonentempel, der wegen seiner besonderen Form auffällt. Der Königspalast ist sehenswert wegen seiner etwas kuriosen Ausstellung von Kunst, königlichen Gebrauchsgegenständen und Staatsgeschenken.

Wenn der Wasserstand hoch genug ist – und das ist er nach einer sehr regnerischen Woche– dann kann man mit dem Boot auf dem Mekong fahren und am Ende nach Thailand gelangen, um die Reise dort fortzusetzen. Entlang des Mekong gibt es noch nahezu unberührte Natur und Dörfer mit Menschen, die von Politik, Klimawandel und Tourismus noch nicht viel gehört haben.

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Laos - Luang Prabang
Luang Prabang

 

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Laos - Luang Pragang 2
Luang Pragang

Diagnose Fernweh

Gastartikel von Beatrice Sonntag: Bicj von Beatrice Sonntag - Diagnose FermwehLaos bietet also eine bunte Mischung verschiedener Eindrücke und ist gerade weil es noch so wenig touristisch erschlossen ist, eines der Traumziele in Südostasien. Wer mehr über meine Reise nach Laos erfahren will, der kann in meinem Buch „Diagnose: Fernweh“ eine ausführlichere Erzählung lesen. Zudem berichte ich darin, wo die Äthiopier die Bundeslade verstecken, wie die Senegalesen mit Autopannen umgehen und warum die Komodowarane sich selbst ausrotten.


Mehr Infos und immer neue Geschichten findet Ihr auch auf www.beatrice-sonntag.de
Eure Beatrice!


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About Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

5 comments

  1. guter Artikel über Laos 🙂

    Zu Vang Vieng und insbesondere dem Tubing kann ich Entwarnung geben. Es gibt nich ein oder zwei richtige Bars am Fluss.
    Ein wirkliches Saufgelage ist das nicht mehr. Ich war diesen Sommer da und konnte die Landschaft auf meinem Reifen voll und ganz geniessen.
    Ein paar Betrunkene hat es schon noch, jedoch hält sich das sehr in Grenzen.

    schöne Grüsse aus Myanmar,
    Thomas

  2. Hallo,

    ich habe gelesen, die Partyhölle in Vang Vieng sei wegen Todesfällen 2012 quasi geschlossen worden. Wann warst Du denn dort? Cheers, Joe

    • Hallo Joe!

      Dieser Artikel ist ja ein Gastbeitrag von Beatrice Sonntag. Ich frag sie mal, wann sie in Laos war!

    • Hallo Jochen,
      Ich war 2012 im Mai in Laos. Die Einheimischen haben mir erzählt, dass es immer wieder vorkommt, dass Touristen sich verletzen und sogar umkommen. Meine Connection in Laos hat mir Ende des Jahres 2012 mitgeteilt, dass einige der Bars am Fluss schließen mussten und dass die Regierung Sicherheitsmaßnahmen plant. Aber das Dorf Vang Vieng ist meines Wissens nach weiterhin ein Touristenhotspot. Ein bisschen mehr Vorsicht walten zu lassen ist sicherlich eine sehr gute Idee!!
      Beatrice

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