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Sonnenuntergang in Quarteira, Algarve, Portugal

Fernweh: Ich war noch niemals in New York…

Kennst du das? Fernweh? Diese Sehnsucht nach einem anderen Leben, einem anderen Land?

Diesen Wunsch, mal alles über den Haufen zu schmeißen, ganz neu anzufangen?

Alle Zwänge, alle Verpflichtungen, alle Verantwortung hinter dir zu lassen?

Und dann einfach loszuziehen? Raus in die weite Welt? Zu neuen Ufern? Neuen Abenteuern?

 „Was bedeutet für dich Fernweh?“ ist der Titel der Blogparade von Sabine @ ferngeweht.de. Sabine ruft dazu auf, über Fernweh zu schreiben und ich folge diesem Ruf mit diesem Artikel.

 

Fernweh ist das Gegenteil von Heimweh.

Wenn du Heimweh hast, sehnst du dich aus der Ferne nach Hause. Aus der Fremde in die vertraute Heimat.

Wer Fernweh hat, dem geht es genau andersherum. Er sehnt sich aus der vertrauten Heimat in fremde Länder.

Habe ich Fernweh? Die Antowort lautet: Jain!

 

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans,
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei,
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh’n.

von Udo Jürgens

 

Fernweh kennt jeder

Fernweh befällt wahrscheinlich jeden irgendwann einmal. Den einen mehr, den anderen weniger.

Manche schaffen es, ihr Fernweh schnell wieder abzuschütteln. Andere stillen es mit dem nächsten Urlaub. Einigen gelingt es allerdings nicht so leicht, das Fernweh wieder loszuwerden. Sie tragen es mit sich herum. In ihnen breitet sich eine stille Melancholie aus.

Sie träumen von exotischen Ländern, fremden Kulturen.

Von abenteuerlichen Fahrten über hohe verschneite Bergpässe im Himalaya.

Sie wollen heiße, sandige Wüsten durchqueren.

Den dichten grünen Dschungel am Amazonas mit eigenen Augen sehen.

Sie wollen über unendliche, tiefblaue Ozeane segeln.

Mit einem abgewetzten Rucksack durch die Welt trampen.

Surfen in Jeffreys Bay.

Sushi essen in Tokio und Burger in New York.

Die unendliche Weite Kanadas erleben.

Den starken Gegenwind in Patagonien auf der Haut spüren oder die warme Sonne Mexikos.

 

Leben auf Rädern in der Natur
Leben auf Rädern in der Natur

 

Raus aus dem Alltagstrott

Wer Fernweh hat sehnt sich danach nicht mehr täglich das Gleiche zu erleben.

Wer Fernweh hat will Exotik in sein Leben bringen. Möchte auf den schwimmenden Märkten von Thailand einkaufen gehen und nicht im Supermarkt um die Ecke.

Wer Fernweh hat möchte nicht mehr abends nach einem langweiligen Tag im Büro erschöpft vor dem Fernseher enden, sondern nach einem Tag am Strand in einer Bar chillen.

Wer Fernweh hat möchte, dass sich der Blick aus dem Fenster jeden Tag verändert.

Einmal im Leben das Taj Mahal in Indien sehen.

Das Kolosseum in Rom. Die Inseln der Südsee. Die Strände von Thailand.

Die Chinesische Mauer. Das Glück in Bhutan. Die Hotels in Dubai.

Die Nationalparks in Afrika. Die Donau in Ungarn. Das Nordlicht in Skandinavien.

Eisbären in Alaska. Die Kamele der Sahara. Den Grand Canyon in den USA.

Den Kanal in Panama. Die Unterwasserwelt der Karibik. Die Vulkane auf Hawaii.

Machu Picchu in Peru. Den Ayers Rock in Australien.

Pinguine am Südpol und Gletscher in Chile.

 

Test-Radreise: Erholung gibt es nicht auf Knopfdruck

 

Freiheit

Wer Fernweh hat möchte sich frei fühlen.

All das selbst tun, was es sonst nur im Fernsehen zu sehen gibt.

Der Fernwehgeplagte möchte die Welt nicht nur durch die dicke Mattscheibe im Wohnzimmer betrachten.

Er möchte sie fühlen, anfassen, spüren, hautnah erleben, mittendrin sein.

Er möchte wissen, wie sie schmeckt, die Welt. Wie sie riecht. Wie sie pulsiert.

Er möchte Taxi fahren in New York. Busfahren in London. Mit dem Skytrain durch Bangkok.

Mit der „Transsibirischen Eisenbahn“ nach Wladiwostok. Mit dem Sonderzug nach Pankow.

Mit dem „Glacier Express“ nach Zermatt. Mit dem „Eastern and Oriental Express“ durch Südostasien.

 

Olaf und Lucy am Strand Baixinha bei Vilamoura, Algarve, Portugal
Olaf und Lucy am Strand Baixinha bei Vilamoura

 

Du wirst dein Fernweh mit Reisen nie stillen können, wenn dir in der Heimat etwas fehlt.

Fernweh kann dich auch dazu bringen, über dein Leben nachzudenken.

Warum hast du diese fast unstillbare Sehnsucht in dir? Oder warum hast du sie nicht?

Wenn es dich immer in die Ferne zieht, so sehr, dass es weh tut, könnte es daran liegen, dass dir in der Heimat etwas fehlt?

Empfindest du dein Leben vielleicht als zu wenig ausgefüllt, zu langweilig oder zu „normal“?

Vermisst du etwas in deinem Leben? Fehlt die etwas? Könntest du diese Sehnsucht auch anders stillen, als durch Reisen?

Warum willst du so unbedingt weg?

Ist es vielleicht nur die Neugierde auf die Andersartigkeit der Anderen? Oder ist da mehr?

Gibt es einen Raum in dir, den es zu füllen gilt? Eine Leere, die du nicht fassen kannst?

Du wirst dein Fernweh mit Reisen nie stillen können, wenn dir in der Heimat etwas fehlt.

Du wirst dein Fernweh mit Reisen stillen können, wenn du auch das Leben in der Heimat liebst.

Reisen kann dir sogar dabei helfen, dein Leben in der Heimat zu lieben.

Es bringt einen Ausgleich. Es bringt dich dazu, die Dinge auch aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Reisen kann dich glücklich machen, weil es deine Einstellung zu vielem verändert. Und Glück ist doch immer auch eine Einstellungssache – a state of mind.

 

Es liegt an dir. Fernweh kann dich glücklich oder unglücklich machen.

Fernweh kann dich an viele tolle Orte bringen.

Zu neuen guten Freunden, zu gastfreundschaftlichen Menschen.

Fernweh öffnet dein Herz. Es erweitert deine Rezeptesammlung, füllt dein Fotoalbum und deinen Kleiderschrank.

Und es kann deine Heimat zu einem schöneren Ort machen. Ob du nun reist, oder nicht!

 

Blogparade Fernweh
Blogparade Fernweh

 

Habe ich Fernweh?

Ob ich Fernweh habe, weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Hin und wieder überkommt es mich. Wenn mir andere von ihren Reisen erzählen oder ich in einem Buch von fernen Ländern lese.

Früher hatte ich öfter Fernweh.

Ja, ich hatte diese Sehnsucht nach einem anderen Leben.

Fernweh hat bei mir tatsächlich dafür gesorgt, dass ich mir Gedanken gemacht habe über mein Leben. Darüber, das es kurz ist. Darüber, dass ich es nicht verschwenden sollte. Dass ich es nicht füllen sollte mit Inhalten, die ich da eigentlich gar nicht drin haben möchte.

Fernweh hat mich dazu gebracht, zu werden, wer ich sein will. Und es erinnert mich ständig daran, mir treu zu bleiben.

 

Und du?

Hast du auch diese Sehnsucht nach der Ferne?
Wie stillst du sie?
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About Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

9 comments

  1. Frank Schröder

    Sehr inspirierender Artikel, danke dafür!

  2. Hey,
    Fernweh kenne ich gut. Man bekämpft es am besten mit einer ausgedehnten Reise. Aktuell sitze ich in Sunshine Village, Rocky Mountains, Banf, Alberta, Kanada wo ich den Winter über arbeiten werde 🙂 Also momentan nicht die Spur von Fernweh 🙂

    Gruß Markus

    • Hallo Markus!

      Danke für deinen Kommentar! Im Winter nach Kanada? Wäre ja jetzt gar nicht so meins. Ich finde es jetzt schon krass – Winter in Deutschland – -1 Grad heute…

      Dir wünsche ich viel Spaß im Schnee!

      • Hi Steffi,
        ja im Winter nach Kanada ist schon so eine Sache … vor ein paar Tagen hatten wir morgens -38°C. Also es wird schon wirklich kalt hier. Aber wenn man sich entsprechend anzieht geht es eigentlich 🙂

        Gruß Markus

  3. Hallo Steffi,
    sehr schön geschrieben 😉 Fernweh plagt mich ab und an im Jahr. Einfach mal weg und hinter mir die Sintflut sozusagen! Habe auch mit gemacht, falls du gucken willst.
    LG
    Tanja

  4. Vielen Dank, liebe Steffi, für den nachdenkenswerten Beitrag zu meiner Blogparade!

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