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Stadtmauer Chiang Mai

Chiang Mai: Ziel erreicht!

Etappe 6: 369 km – Chiang Mai ist unser nördlichstes Ziel der Thailand-Rundfahrt. Hier machen wir Bekanntschaft mit der Touristenpolizei.

83 km bis Kum Noeng

Steffis Leiden hat endlich ein Ende

Bevor wir die geschichtsträchtige Stadt Sukhothai verlassen, fahren wir zum örtlichen Fahrradladen und lassen zunächst probeweise einen Fahrradständer an Steffis bepacktem Rad montieren. Nachdem wir uns von dessen Standfestigkeit überzeugt haben, setzten wir Steffis Leiden ein Ende, denn oft scheiterte sie an der Aufgabe, einen geeigneten Abstellplatz für das Rad zu finden.

So kommt es, dass wir relativ spät die Stadt verlassen. Unsere Route führt uns auf gut ausgebauten und wenig befahrenen Nebenstrecken durch eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte sanfte Hügellandschaft. Man sieht zwar keine Ochsen mehr auf den Feldern arbeiten, dennoch geschieht alles mehr oder weniger in Handarbeit.

Wasserbüffel auf einer Weide in Thailand

Feldarbeit in Thailand

Mittagessen gibt es in einem kleinen Restaurant mitten im Nirgendwo. Am Nachbartisch hat die örtliche Polizei etwas zu feiern. Nach und nach fährt ein Polizeimotorrad nach dem anderen auf den Parkplatz und so hat man in geselliger Runde nach knapp einer Stunde zu fünft schon drei große Flaschen Whiskey verhaftet…

Bevor das Wettschiessen anfängt, verlassen wir das Lokal.

Gegen Nachmittag lässt der leichte Gegenwind vom Vormittag nach, dafür haben wir beide das Gefühl. ganz langsam aber stetig bergan zu fahren. Als wir gegen Abend mit über 80 km in den Beinen vor einem heftigen Hügel stehen, beschließen wir, die Sache für heute gut sein zu lassen, finden schnell einen Zeltplatz und richten uns ein.

In den letzten Tagen sind wir dazu über gegangen unsere Pullover griffbereit zu haben, denn sobald die Sonne weg ist, wird es recht frisch. Die Temperatur fällt von tagsüber 30 Grad nachts um über 15 Grad ab. Dadurch wird es sehr feucht und morgens ist alles klatschnass, wie nach einem Regenguss, und da das Wasser rings herum von den Bäumen tropft “regnet” es tatsächlich.

64 km bis zwischen Thoen und Li

vor einem Gipfel

Das blöde, wenn man vor einem Gipfel zeltet ist, dass der Tag mit einer Steigung beginnt. Um so mehr freuen wir uns, dass wir nach rasanter Abfahrt in einem “Restaurant” gebratenen Reis zum Frühstück bekommen. Doch zu früh gefreut, denn die Straße steigt immer steiler an und wir überqueren, zuletzt schiebend, einen Gebirgszug. Auf der anderen Seite angekommen essen wir Mittag, ruhen uns aus, ziehen die Pause in die Länge und decken uns mit Vorräten ein. Da wir auch das Zelt noch trocknen müssen, suchen wir uns am frühen Nachmittag einen schönen Zeltplatz.

Radrundreise Thailand: Hügelige Straße

Frühstück in einem Restaurant bei Thoen in Thailand

Radrundreise Thailand: Ein Wasserbüffel kreuzt

 

52 km bis kurz hinter Li

vor einem Berg, von dem man nichts weiss

Noch blöder ist es, wenn man vor einem Berg zeltet, von dem man gar nichts weiß. Die Krönung ist es, wenn man die letzte Essenmöglichkeit vor dem Gipfel bereits hinter sich gelassen hat. Toll auch die Motivationsschilder am Straßenrand, die 35 km Gebirge versprechen.

Glücklicherweise nicht so steil wie gestern, dafür aber lang. Wir brauchen 6 Stunden. Nach dem Gipfel verzehren wir unsere letzten Vorräte, 50 Meter vor einem Supermarkt, ohne es zu wissen.

Also machen wir hier eine zweite Pause. Dieses Mal 50 Meter vor einem Restaurant, ohne es zu wissen.

Wir verlieren noch mehr Zeit, machen eine dritte Pause und essen eine Suppe.

Blöde, wenn der Magen regiert…

Abends werden wir Zeuge eines beeindruckenden Mondaufganges, glauben erst an einen Waldbrand, der sich schnell ausbreitet, bis der noch fast volle Mond sich durch den Bodennebel über das Tal erhebt…

Straße in den Hügeln, Thailand

Straßenschild Chiang Mai noch 181 km

Hier geht der Mond auf
Hier geht der Mond auf

 

106 km bis nach Lamphun

Holiday Inn

Aufgrund der letzten beiden steigungsreichen Tage kommen wir überein, nicht, wie ursprünglich geplant, auf einer Nebenstrecke durch die Berge zu fahren, sondern die Hauptstraße durch die Ebene zu nehmen. Wir kommen zügig voran und fahren, wegen schlechter Zeltmöglichkeiten, bis nach Lamphung, wo wir in einem Hotel übernachten.

Wieder einmal wird uns zum Verhängnis, dass es hier bereits um 18 Uhr 30 stockfinster ist und wenn man dann auch noch das am Morgen nass eingepackte Zelt am Abend trocknen muss, dann ist der Tag sehr kurz.

Im “Holiday Inn” freuen wir uns also nicht nur über die heiße Dusche, sondern auch, dass unser Hotelzimmer groß genug ist das Zelt aufzuhängen und zu trocknen.

Gebirgsstraße in Thailand

Gebirge bei Chiang Mai, Thailand
das hinter uns liegende Gebirge
Tempolimits in Thailand
Tempolimits
Zelt trocknen im Hotelzimmer
Zelt trocknen im Hotelzimmer

 

Chiang Mai

die zweitgrößte Stadt Thailands

Am 21.01.03 haben wir am frühen Nachmittag Chiang Mai erreicht.

Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands, aber mit ca. 350.000 Einwohnern mehr als 10 Mal kleiner als Bangkok.

Straße nach Chiang Mai, Thailand
Straße nach Chiang Mai

Wir haben das Gefühl, dass die Stadt den Touristen/-Menschenmassen fast nicht gewachsen ist. Der Stadtverkehr ist besonders auf den Hauptverkehrsstraßen in der Stadt sehr nervig und auf Grund der kleinen Straßen viel schlimmer als in Bangkok. Zwar hat man versucht, durch ein kompliziertes Einbahnstraßensystem der Lage Herr zu werden, aber gerade das, der dichte Verkehr und der Lärm, machen das Radfahren in der Stadt zur Tortur.

In der Stadt soll es über 300 Tempel geben, aber auffallender sind die mindestens genauso zahlreich vorhandenen Reisebüros und Travelargenturen.

Stadtmauer Chiang Mai, Thailand
Die Stadtmauer von Chiang Mai

Man hat den Eindruck, Chiang Mai ist nur für den zahlungskräftigen Touristen gemacht, was sich auch in dem für Thailand überdurchschnittlichen Preisniveau zeigt. Zwar gibt es auch ein paar günstige Restaurants, aber das Zentrum, insbesondere der Nachtmarkt, quillt über vor Souvenirständen, Kleiderbuden und Schnickschnack-Läden.

Das Angebot an Ein- bis Mehrtagesausflügen ist umwerfend. Man kann hier Kochen lernen, Elefantenreiten, Ballonfahren, Thai-Massage lernen, oder sich auf Beautyfarmen verwöhnen lassen. Es gibt eine Unzahl Golfklubs, Schiessstände und eine Gokart-Bahn. Auch das kulinarische Angebot ist international und einfach zu verlockend…

Nur leider ist das alles nix für den Reisenden mit dem schmalen Geldbeutel und man muss aufpassen, sich nicht verführen zu lassen! Und wenn man dann auch noch hier ist um einen Tag Pause zu machen…

Kanal in Chiang Mai, Thailand
Kanal in Chiang Mai

Wir beschränken uns also auf eine Sightseeingtour auf eigene Faust, versuchen günstige Essensmöglichkeiten auszukundschaften, verbringen ein paar Stunden im Internetcafe und machen einige Besorgungen.

Tempel in Chiang Mai, Thailand

In der Stadt ist der Touristenpolizeinachwuchs auf Touristenjagd. Im Rahmen des Englischunterrichts in der Schule sucht man das Gespräch mit den ausländischen Besuchern, indem ein Fragebogen ausgefüllt wird (Name, Alter, Lieblingsessen, wie findst’n Thailand etc.). Und wieder einmal haben wir das Gefühl, dass man sich in Thailand um seine Gäste echt bemüht.

Interview mit dem Nachwuchs der Touristenpolizei, Chiang Mai, Thailand
Interview mit dem Nachwuchs der Touristenpolizei

Aufgrund der großen Anzahl Tempel in der Stadt, kann man, besonders in Internetcafes in Tempelnähe, des öfteren kleine Mönche beobachten, die mit vollem Körpereinsatz “Counter Strike” spielen.

Leider gestaltet sich die Suche nach einem Internetcafe mit Kartenlesegerät und einigermaßen zügiger Verbindung ins Netz als viel schwieriger als in Bangkok. Was sehr schade ist, da wir sehr gerne Text und Fotos gleichzeitig auf unserer Seite aktualisieren würden. Auch bei den Preisen für das CD-Brennen träumt man von ganz anderen Summen, als wir zu zahlen bereit sind. Sogar für das einfache Auslesen der Karte sollten wir einmal Geld bezahlen. Mehr als einmal hatten wir das Gefühl, dass es hier, wie nirgendwo sonst, nur um das liebe Geld der Touristen geht und die Herzlichkeit und Freundlichkeit, die man den Nordthailändern wohl nachsagt, allzu oft auf der Strecke bleibt. Was sehr schade ist, denn gerade die zuvorkommende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, besonders auf dem Lande und in den kleinen Städten, machen das Leben und Reisen hier sehr angenehm.

Tempel in Chiang Mai

 

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Über Steffi

Mein Name ist Steffi.

Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort.

Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  – der ganz normale Wahnsinn…

Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert.

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