Das Leben ist ein Ponyhof

Das Leben ist ein Ponyhof!

Stell dir vor, das Leben ist ein Ponyhof.

Du würdest dich mit Menschen umgeben, die das gleiche lieben wie du – Ponys.

Du würdest die meiste Zeit des Tages mit Aktivitäten verbringen, die dir Spaß machen – Ponys.

Du würdest auch Dinge erledigen müssen, die dir nicht so viel Spaß machen (wie den Stall ausmisten), doch du würdest auch das gerne erledigen – weil du weißt, wofür du es machst – Ponys.

Du würdest Geld verdienen müssen, denn die Ponys brauchen Futter und ein Dach über dem Kopf. Doch du würdest gerne arbeiten, weil du weißt, wofür du es machst – Ponys.

Die Arbeit auf dem Ponyhof käme dir vielleicht gar nicht wie Arbeit vor. Auch deinen Urlaub würdest du wahrscheinlich am liebsten mit ihnen verbringen – Ponys.

Das Leben ist ein Ponyhof

Wir alle suchen nach dem Sinn des Lebens und fragen ständig nach dem Warum. Dabei vergessen wir - einfach zu leben. Scheiß auf das Warum.

Wir alle suchen nach dem Sinn des Lebens und fragen ständig nach dem Warum. Dabei vergessen wir – einfach zu leben.

Scheiß auf das Warum.

Warum muss immer alles einen Sinn haben?

Oder: Gibt es einen größeren Sinn als jeden Tag, jede Minute, Dinge zu tun, die uns Freude bereiten?

Warum glauben wir, nur dann ein sinnvolles Leben zu führen, wenn wir ein produktives Mitglied einer Gesellschaft sind. Hart arbeiten, Ziele verfolgen, etwas erschaffen? Und warum haben wir oft ein schlechtes Gewissen, wenn wir Dinge machen wollen, die uns Freude bereiten?

Das schlechte Gewissen wird uns eingeredet von einer Gesellschaft, die uns kontrollieren will. Sie zwingt uns in ein Korsett, das uns einengt und uns nicht passt (und meint, das Leben wäre kein Ponyhof).

Tue dies, mach das und jenes auf keinen Fall. Arbeite hart, verdiene viel Geld, kaufe dir ein Auto, ein Haus, bekomme Kinder!

Als jemand, der anders denkt und anders lebt gerätst du schnell ins Abseits. Wer mit weniger Arbeit, weniger Geld, weniger Luxus auskommen möchte, wird schief angesehen und für verrückt erklärt. Wir sollen den maximalen Profit aus unserem Leben herausschlagen. Dann sind wir gern gesehene Gäste der Gesellschaft. Dürfen uns ein Teil davon nennen.

Aber – in welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die mich respektiert, so wie ich bin und nicht für das, was ich mache!

Was ist das für eine Gesellschaft, die den Wert eines Menschen danach bemisst, wie viel Geld er verdient?

Lernen wir jemanden Neues kennen, werden wir meistens gefragt, was wir machen.

Wurdest du schon mal danach gefragt, wer du bist?

Es fällt uns leicht, die Frage nach der Arbeit, dem Beruf zu beantworten. Meistens jedenfalls. Wir sind diese Frage gewöhnt. Wir fragen sie selbst andauernd.

Aber was sagt das schon über uns aus?

Was würdest du antworten, wenn dich jemand fragt, wer du bist?

Wofür du stehst?

Was deine Gedanken und Gefühle sind?

Auf diese Fragen hättest du keine Antwort parat. Du müsstest lange darüber nachdenken, oder?

Wir wissen selbst besser was wir machen, was wir haben und wie viel wir verdienen.

Aber wir können die Frage, wer wir sind, nicht so einfach beantworten.

Hast du dir darüber schon Gedanken gemacht?

Wer du bist?

Was du kannst?

Wofür du stehst?

Welche Eigenschaften du hast?

Was dich als Person ausmacht?

Was sagt es über dich aus, wenn du antwortest: “Ich bin Friseur, Sachbearbeiter beim Arbeitsamt, Redakteur, oder Arzt.”?

Nicht viel, oder?

Also?

Wer bist du?

Es ist doch faszinierend, dass wir das selbst nicht so genau wissen.

Und dann fragen wir uns jeden Tag nach dem Warum und dem Sinn des Lebens und wissen nicht einmal, wer wir eigentlich sind.

Finde es heraus!

Und dann sei jeden Tag du selbst.

Fördere dich und deine Eigenschaften. Entwickele deine Persönlichkeit und sage den Menschen nicht mehr was du bist, sondern wer du bist.

Werde wer du bist.

Du musst nicht hart arbeiten, um du selbst zu sein.

Du musst kein Geld anhäufen, um du selbst zu sein.

Du musst nichts besitzen, um du selbst zu sein.

Du brauchst einfach nur zu machen, was du gerne machst, um du selbst zu sein (s. o. ⇒ Ponys).

Und du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du aus dem Rahmen des Normalen fällst.

Denn wer ist schon normal?

Die Normalität wurde erfunden, um uns kontrollierbar zu machen.

Von einer Gesellschaft, die sich selbst reglementiert und kontrolliert, die alle möglichst gleich haben möchte und denkt, dass gäbe Sicherheit.

Eine trügerische Sicherheit.

Wachstum erreichen wir so nicht.

Wir wachsen, wenn wir herausfinden, wer wir sind und uns dann ausdehnen – in die Richtung, die wir sind.

Höre auf nach dem Sinn zu fragen.

Höre auf dich darüber zu definieren, was du machst.

Entdecke, wer du bist und werde, wer du bist.

Mach das Leben zu deinem Ponyhof!

Und du?

Sag mir wer du bist und was du über meinen Text denkst. Schreibe jetzt einen Kommentar!

Kommentare

15 Gedanken zu “Das Leben ist ein Ponyhof!”

  1. Hallo Steffi,
    ich bin beim rumcruisen im Netz mal wieder auf Deiner Seite gelandet. Ich habe schon öfter bei Dir mitgelesen und finde immer wieder nette, gute und inspirierende Gedanken in Deinen Beiträgen. Obiger ist zwar schon ein paar Tage alt, aber er trifft genau das Thema, welches ich zur Zeit noch berufliche ausführe. Auch meine Fragestellung geht im Personalcoaching immer wieder in diese Richtung. Wer bist Du, Was zeichnet Dich aus, Was kannst Du besonders gut und vor allem was willst Du wirklich? Die meisten Menschen wissen genau, was sie nicht wollen, aber nur wenige wissen, was sie wirklich wollen. Es ist immer wieder interessant zu beobachten, was passiert, wenn jemand seinen “Ponyhof” entdeckt Welche Kräfte frei werden und welche Energien entstehen. Nicht jeder bringt den Mut und die Kraft auf, dann auch wirklich seinen “Ponyhof” zu verwirklichen, seine Komfortzone zu wechseln und seinen eigenen Weg zu gehen. Manchmal hilft bei der Entscheidung die Erkenntnis, dass es vielen anderen auch so ging und geht. Daher würde ich Deinen Bericht gerne kopieren und bei uns im Seminarraum aushängen. Als Motivation, Denkanstoß und Zeichen dafür, das es funktionieren kann. Gerade weil Du einen völlig anderen Weg gegangen bist. Übrigens einen, auf den ich/wir uns auch gerade aufmachen. Die Vorbereitungen laufen schon. Also vielleicht treffen wir uns dann mal irgendwo auf dieser Wel und erfreuen uns an unseren eigenen “Ponyhöfen”. Liebe Grüße Anette

  2. wie üblich selbstverständlich ein wunderbarer text von dir, es ist wie du sagst, du fragst wie alle fragen, oder doch die meisen, und frage und antwort haben der, müssen ständig sein, also wiederkehrend. und falls “die anderen” sich eben “heute” “noch” “einsperren” ließen, noch nicht “den durchbruch” zum “wahren” “selbst” suchten, wollten, könnten, erstrebten, würden, dann aber vielleicht morgen eben. daher unbedingte anerkennung ihres jetzt, so wie es eben wäre, halt auch.

    aber die freiheit einer eigenen balance dabei so wichtig! in der tat könnte man ideologiehafte auswüchse von “hier” “bei uns” oder “seßhaftigkeit” mit grotesken, ja krankahften zügen vorstellen wie “er nicht erst einmal bei uns hier ausprobiert hat mit uns! 10 jahre oder so (ortsfest) gruppe zu sein, der hätte noch lange nicht die reife von uns die erlaubnis verlangen zu können so etwas schwieriges wie fremde überhaupt auch nur versuchen zu dürfen zu erwägen auf sich zu nehmen” – und immer so weiter blabla von deren angst, unreife und “hermetik”.

    “eine gruppe zu verlassen bedarf nämlich immer der vorherigen zustimmung der gruppe, könnte ja gruppenschädlich sein unbedchtes, unbedacht-spontanes individuelles verhalten – und nur hochneurotiker wollten gruppenschäden! usw., usf…” und man sähe sofort, die neurose läge in solchen – besser sofort gehen und schweigend. streit nur treibstoff für die antriebskraft, zieht energien ab, kostet meist ohne zu bringen. aber gebet auch.

    und es gab so viele meister der glücklichen balance bereits in vorherigen generationen, fallen mir die wilts zu ein, haben ihr schiff sogar “freydis” getaucht, frei halt, bedenkenlos sind sie jahrelang, jahrzehntelang unterwegs, weil sie möchten – und die “yacht” aus hamburg ist eine nahezu perfekte zeitschrift – bringt und bewahrt freiheit in verantwortung auch. stellvertretend für deutschland mit. http://www.freydis.de

    und thies matzen und kicki ericson -” Seit über 25 Jahren sind Thies Matzen und Kicki Ericson auf dem Holzboot “Wanderer III” auf den Weltmeeren unterwegs, seit einigen Jahren vor allem im Südpolarmeer.”

    und klar hat südpolarmeer auch was von einer “ausweichstrategie” – “weil überall woanders eh nur noch die idioten unterwegs sind” – aber die sind reif genug, darüber zu lächeln, troztzdem in sich zu ruhen und ihr ding zu machen. negative zuweisungen anderer müssen keine energien in einem entfalten können, laß sie zu boden plumpsen!

    liebe grüße!

    • uupss, ein paar tippfehler, so ähnlich wie

      frage und antwort habender
      überhaupt auch nur versuchen zu dürfen, zu erwägen, auf sich zu nehmen
      immer so weiter, blabla, von deren angst,
      streit nur “treibstoff für die antriebskraft”, zieht, wie bekannt, eher nur eigene energien ab,

      und noch ein paar, nachsicht bitte

    • Hallo Jürgen!

      Dank für deine Worte.

      Mit den Seglern habe ich mich noch gar nicht so beschäftigt und in die Yacht noch nie wirklich reingeschaut.

      Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Danke schön!

      :)

  3. na, einen ponyhof so direkt im laufe der jahre ja dann doch wieder nicht, aber hat hin- und wieder evtl. einfache bezüge dazu. las gerade wieder in erwin strittmaters “pony pedro”, ein wunderbares buch, gerade wg. seiner vielen leisen töne, weil es so wunderbar gedichtet ist (wie bei jeder guten dichtung muß man drauf achten, es suchen gehen, denn beim einfachen lesen fällt es gar nicht sehr auf, weil es eben auch nicht auffallen soll, wie das so ist bei gut gedichtetem), und weil es auch von der jungen schüchternheit eines intelligenten und gut beobachtenden, jung verheirateten mannes, seiner frau und eben pedro handelt.

    ein wenig erinnerst du ja auf dem einen bild, wo du auf der bank vor dem grün sitzt, sehr an eva strittmater, die lyrikern, “ich mach ein lied aus stille” – http://tinyurl.com/zf2sejl http://tinyurl.com/gws3edb

    ich denke, menschenleben sollten eher kathedralen ähneln, als tierhöfen; für zu banales ist unsere seele zu wertvoll. was keine abwertung irgendeiner tierseele darstellen soll. manche wandlung will dann wie üblich irgendwann zugelassen und gesucht sein, “gott webt und baut in unserer seele” kann ein anderes altes bild dafür sein.

    liebe grüße

  4. Liebe Steffi, ein wunderbarer Artikel, hab Dank für Deine Gedanken. Wenn ich zurück schaue, als Kind habe ich mich oft gefragt – Warum muss ich heute in die Schule? – Wenn ich doch heute lieber einen Tag mit mir verbringen möchte. Warum muß ich das jetzt essen?- wenn es mir gar nicht schmeckt oder ich schon längst satt bin. Warum brauche ich eine Schrankwand?
    Ich kann mich an die mahnenden Worte meiner Umgebung noch sehr gut erinnern. Über die Zeit habe ich das Hinterfragen eingeschränkt und vielleicht auch vergessen.
    Mit Mitte 30ig, als ich selbst Mama wurde- kam es mit voller Wucht zurück- ein Dank geht an meine täglich fragende Tochter.
    Seitdem mir das alles bewußt wurde, wohnen wir nicht mehr so wie es “sich gehört” und seit April gondeln wir mit Kind und Kegel durch die Welt- zum Leid unsere Familien- die natürlich Fragen: “Warum zieht ihr nicht so wie sich gehört in eine 3 Raum Wohnung und geht einer richtigen Arbeit nach?”

    Eine schöne Adventszeit,

    liebe Grüße aus dem sonnigen Greece,

    Diana von http://www.AerohTravelKitchen.de

    • Liebe Diana!

      Vielen Dank für deine Worte.

      Ja. Hinterfragen. Wahrscheinlich vergessen wir das wirklich alle irgendwann. Macht Leben ja auch nicht unbedingt leichter. Aber bewusster.

      Viel Spaß unterwegs.

      Ich lese natürlich schon länger bei euch mit

      Steffi

  5. Ich finde du hast absolut recht! Ich bewundere Leute wie dich! Ich stecke leider noch im Hamsterrad drin und versuche mich mit kleinen Schritten zur lösen. Denkensweisen und Verhaltensmuster die dich über Jahrzehnte geprägt haben, lassen sich leider nicht von heute auf morgen ändern. Das ist leider noch viel zu tief verwurzelt und die Leute im Umfeld, die sich selber alle noch im Hamsterrad drehen, beeinflussen leider noch zu sehr. Und für die Umsetzung würde ich es mir alleine auch nicht zutrauen. Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf und arbeite dran! Daher finde ich so einen Blog wie deinen total gut! Schön fas ihr uns an eurem Leben teilhaben lassen!!

    • Liebe Elfi!

      Willkommen. Es freut mich, dass es dir hier gefällt.

      Es ist doch schon ein Meilenstein das Hamsterrad als solches überhaupt zu erkennen. Die meisten denken doch, es wäre eine Karriereleiter.

      Alles weitere entwickelt sich. Vertrauen haben.

      :)

  6. Hallo Steffi,

    wir “Rumtreiber” leben doch auf unserem kleinen Ponyhof, das ist mir gerade mal wieder klar geworden. Und wo liegt der, unser Ponyhof? Im Zentrum der Komfortzone.
    In der Arbeit haben sie mir als eine der letzten Weisheiten mit auf den Weg gegeben, ich müsste raus aus der Komfortzone. Aber was soll ich da?

    Gruß
    Henning

    • Hallo Henning!

      Gerade die Kollegen haben doch meistens keine Ahnung von “raus aus der Komfortzone” ;) Meine hatten das jedenfalls nicht.

      Vielleicht hat man das höchste Ziel ja auch erreicht, wenn man sich außerhalb der Komfortzone genauso wohl fühlt wie innerhalb.

      Toll, dass du deinen Ponyhof gefunden hast :)

  7. Hallo Steffi,

    das ist spannend so eine Reise zu sich selbst. Ich war vor einigen Jahren an dem Punkt das ich spürte ich kenne mich überhaupt nicht. Die Fragen die du hier stellst, habe ich mir damals gestellt.

    Ich stellte fest das ich längst eine Marionette des Systems geworden war. Nur nicht auffallen, immer handeln wie es von einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft erwartet wird.

    Das ich zu Zeitpunkt schon den ersten Schritt getan hatte, die Fäden der Marionette zu durchtrennen war mir nicht bewusst. Ich war langfristig krank geschrieben, schied aus meinem Arbeitsalltag aus. Und spürte mich schon viel leichter. Ich kämpfte einen harten Kampf mit den Behörden, um meine Rente.

    Ich lernte nein sagen, lernte zu hinterfragen und kam zum drei Fragenprinzip:

    1. Muss ich das?
    2. will ich das?
    3. Brauche ich das?

    Heute lebe ich frei, selbstbestimmt und nach meinen Regeln. Das Leben ist halt doch ein Ponyhof :-)

    Lieben Gruß
    Gabriele

    • Liebe Gabriele, dein Fragenprinzip gefällt mir sehr gut :)

      Das schreibe ich mir jetzt mal auf nen leuchtenden Post it und klebe ihn mir vor die Nase.

      Allerdings glaube ich, dass ich diese Fragen längst verinnerlicht habe und behaupte mal von mir, dass auch ich ein freies Leben führe. Juhu :)

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