Anreise nach Portugal mit dem Wohnmobil

Anreise nach Portugal mit dem Wohnmobil

Portugal beginnt für uns nicht erst am Meer.
Die Anreise mit dem Wohnmobil führt über viele Kilometer – und verändert das Tempo schon unterwegs.

In diesem Artikel zeige ich dir unsere Route durch Frankreich und Spanien, wie lange die Fahrt wirklich dauert und wie wir sie planen.

Einige Jahre sind wir im Winter mit dem Wohnmobil nach Portugal gefahren.

Portugal beginnt für mich nicht erst am Meer.
Es beginnt unterwegs.

Irgendwo hinter Süddeutschland, wenn die Strecke länger wird und der Blick weiter.
Wenn aus einem Ziel langsam eine Reise wird.

Unser Tempo bestimmt die Route

Unser Wohnmobil ist eigentlich ein alter LKW aus dem Jahr 1967 – ein Kurzhauber.

Was andere als Wohnmobil kennen, nennen wir liebevoll unseren „Laster“.
Keine moderne Elektronik, kein Komfort wie in neuen Fahrzeugen.
Dafür Charakter. Und ein ganz eigenes Tempo.

Schnell fahren ist damit keine Option.
Bei etwa 70 km/h bewegt sich alles.

Und genau das prägt auch unsere Anreise.

Wir fahren nicht einfach „runter“.
Wir sind unterwegs.


Wenn du deine Route vor Ort nicht erst zusammensuchen möchtest:
Ich habe unsere Strecke durch die Westalgarve als Roadtrip aufgeschrieben – ruhig, erprobt und mit vielen kleinen Details.
Roadtrip-Guide herunterladen


Wann wir fahren

Unsere Reisezeit ist der späte Herbst.

Im Oktober oder November wird das Wetter hier oft grau, kalt und nass.
Dann zieht es uns Richtung Süden.

Portugal ist für uns ein Winterziel.
Mildes Klima, weniger Trubel, mehr Raum.

Gleichzeitig bedeutet das:
👉 Wir wollen Strecke machen – aber ohne Stress.

Ein kleiner Tipp aus Erfahrung:
Plane deine Etappen so, dass du möglichst bei Tageslicht ankommst.
Gerade abseits der großen Straßen ist das deutlich entspannter.

Die große Strecke nach Portugal

Die Anreise nach Portugal ist lang.

Von Norddeutschland aus sind es schnell 2.500 bis 3.000 Kilometer.
Das ist nichts, was man mal eben fährt.

Selbst wenn du zügig unterwegs bist, brauchst du mehrere Tage.

Unsere Tagesetappen liegen irgendwo zwischen 200 und 500 Kilometern.
Je nach Wetter, Verkehr und Gefühl.

Manchmal fahren wir länger.
Manchmal kürzer.

Es ergibt sich unterwegs.

Die klassische Route: Frankreich → Spanien → Portugal

Wir fahren seit Jahren über Frankreich und Spanien nach Portugal.

Nicht, weil es die beste Route ist.
Sondern weil sie für uns funktioniert.

Früher sind wir über Luxemburg und Metz gefahren.
Inzwischen nehmen wir meist den Weg über Freiburg und Mulhouse.

Die Strecke verändert sich mit der Zeit –
aber das Grundprinzip bleibt gleich.

Frankreich – ruhig vorankommen

In Frankreich gibt es ein paar Besonderheiten, die unsere Route prägen.

Viele Autobahnen sind mautpflichtig.
Und für Wohnmobile über 3,5 t kann das schnell teuer werden.

Dazu kommt:
Wir sind ohnehin langsam unterwegs.
Die Autobahn würde sich für uns oft gar nicht lohnen.

Ein weiterer Punkt sind Pannen.

Mit Fahrzeugen über 7,5 t darf man auf Autobahnen nicht einfach privat abgeschleppt werden.
Wir hatten einmal eine Reifenpanne – 500 Euro Abschleppkosten waren die Folge.

Auch deshalb meiden wir Autobahnen, wo es geht.

Stattdessen fahren wir meist auf den französischen Nationalstraßen (N-Straßen).

👉 Sie sind gut ausgebaut
👉 kostenlos
👉 oft angenehm ruhig

Was man in Frankreich allerdings nicht unterschätzen sollte:
Die vielen Kreisverkehre.

Für uns bedeutet das:
immer wieder abbremsen, beschleunigen, neu anfahren.
Das kostet Kraft – und Sprit.

Trotzdem bleiben die Nationalstraßen für uns die beste Wahl,
wenn wir vorankommen wollen, ohne in Hektik zu geraten.

Ein kleiner Nebeneffekt:
Tanken an Supermärkten wie Carrefour, Leclerc oder Intermarché ist oft günstiger.

Spanien – bewusst wählen

In Spanien verändert sich die Strecke.

Hier gibt es grob zwei Möglichkeiten:

👉 Nordspanien – grün, bergig, langsamer
👉 Inland – weiter, leerer, direkter

Wir fahren meistens durchs Inland.

Nicht, weil es spektakulärer ist –
sondern weil wir Richtung Süden wollen.

An manchen Stellen nutzen wir bewusst Mautstrecken.

Zum Beispiel:

  • Grenze bei Dax (A63) → etwa 18 Euro
  • AP1 von San Sebastian bis Vitoria → ca. 20 Euro
  • AP1 weiter bis Burgos → ca. 12 Euro

Diese Strecken sparen uns:

👉 viele Ortschaften
👉 steile Anstiege
👉 zähen Verkehr

Gerade mit einem langsamen Fahrzeug macht das einen großen Unterschied.

Ab Burgos fahren wir dann mautfrei weiter
über die A62 Richtung Salamanca und die A66 bis Cáceres.

Von dort geht es über die EX100 nach Badajoz –
und dann über die Grenze nach Portugal.

Autobahn oder Landstraße?

Diese Frage begleitet die gesamte Anreise.

Und sie entscheidet darüber, wie sich die Fahrt anfühlt.

Autobahn:

  • schneller
  • direkter
  • aber teurer (vor allem in Frankreich)

Landstraße:

  • ruhiger
  • günstiger
  • oft langsamer und abwechslungsreicher

Wir machen es nicht strikt.

👉 Deutschland: Autobahn
👉 Frankreich: meist Nationalstraßen
👉 Spanien: Mischung, je nach Abschnitt

Am Ende geht es nicht darum, was „besser“ ist.
Sondern darum, was zu dir passt.

Wie lange dauert die Anreise wirklich?

Das hängt stark davon ab, wie du unterwegs sein möchtest.

Grobe Orientierung:

  • 2–3 Tage → sportlich, viel fahren
  • 4–7 Tage → entspannt
  • alles darüber → Reise wird Teil des Erlebens

Wir bewegen uns meist irgendwo dazwischen.

Nicht zu schnell.
Aber auch nicht völlig ohne Ziel.

Zwischenstopps auf dem Weg

Wir planen unsere Strecke nicht bis ins Detail.

Es gibt viele Möglichkeiten zu übernachten –
aber wir entscheiden oft unterwegs.

Wichtig ist für uns:

  • keine zu langen Etappen
  • entspannt ankommen
  • offen bleiben für das, was sich ergibt

Manche Orte bleiben eine Nacht.
Manche länger.

Es entsteht auf der Fahrt.

Unsere Route im Detail

Die folgende Strecke durch Frankreich und Spanien ist nicht die kürzeste.
Und sicher auch nicht die schnellste.

Aber sie ist für uns stimmig.
Und größtenteils mautfrei.

So teilen wir uns die Strecke auf – je nach Wetter, Verkehr und Laune:

AbschnittDetails
Freiburg – Mulhouse – Voujeaucourtkurzer Autobahnabschnitt (A36, 7 Euro)
Voujeaucourt – Chalon-sur-Saône – Paray-le-MonialN73, N80
Paray-le-Monial – MontluçonM79
Montluçon – LimogesN145, A20 (mautfrei)
Limoges – BergeracN21
Bergerac – Mont-de-Marsan – DaxD933, D824
Dax – Hendaye (Grenze)A63 (mautpflichtig)
San Sebastian – Vitoria – BurgosAP1 (mautpflichtig)
Burgos – Salamanca – CaceresA62, A66 (mautfrei)
Caceres – BadajozEX100

Übernachtungsplätze entlang der Route

Am Rande der Strecke gibt es viele Möglichkeiten zum Übernachten.
Einige davon nutzen wir immer wieder.

Wohnmobil Portugal – Karte

Auf dieser Karte habe ich für dich unsere Route und Übernachtungsplätze eingetragen.

Routenvorschlag und Übernachtungsplätze für Frankreich

F-Canal de la Marne (bei der Fahrt über Luxemburg)

An der N4 zwischen Toule und St.Dizier im Grünen

N48.70212 E5.67575

F-Auxerre (bei der Fahrt über Luxemburg)

Direkt an der Yvonne, nahe der Universität von Auxerre

N47.78582 E3.59678

F-Argenton (bei der Fahrt über Luxemburg)

In einem kleinen, ruhigen Gewerbegebiet direkt an der A20

N46.57708 E1.50320

F-Chavenceaux (bei der Fahrt über Luxemburg)

Reiterplatz, parkähnlich, etwas Abseits der N10

N45.29732 W0.20668

F-Thise

in einem Gewerbegebiet

47.272018, 6.069663

F-La Cray

Parkplatz am Sportplatz und am Fluss Doubs

N47.48450 E06.77602

F-Tronget

Ein idyllischer Angelteich. Mit Picknickbänken und hübschen Bäumen.

N46.42308 E03.08890

F-Noth

am Friedhof eines Dorfes

46.230730, 1.586321

F-Bordeaux/Begles

Beim Einkaufscentrum, nahe der A630

N44.78888 W00.52663

F-Chateaux de Monbazillac

Parkplatz am Schluss mit Blick auf Bergerac

N44.79595 E0.49268

F-Casteljaloux

Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgung

N44.31054 E0.07947

F-bei Mont de Marsan

Abseits der Nationalstraße – einsam

N43.87394 W0.57075

Routenvorschlag und Übernachtungsplätze für Spanien

E-San Sebastian

auf einem Hügel südlich der Altstadt, Technologie Centrum/Krankenhaus

N43.29610 W1.98552

E-Stausee „Embalse de Ullibarri“

Besucherparkplatz des Stausees

N42.90080 W2.53516

E-Briviesca

Am Sportplatz in einer Sackgasse

N42.55726 W3.31646

E-Pampliega

Am Fluss vor dem Ort mit Wasserstelle

N42.20489 W3.99135

E-Duenas

auf einem Hochplateau – einsam & schön

W41.81918 W4.46156

E-Palencia

Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgung

N42.00375 W4.53470

E-Salamanca

Gewerbegebiet am Stadtrand

N40.99602 W5.63845

E-Embalse de Santa Teresa

Parkplatz am Stausee

N40.66706 W5.60596

E-Caceres

offizieller Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgung (kostenlos)

N39.48055 W6.36654

E-Badajoz

am Rio Gevora am Stadtrand

N38.89883 W6.96445

Routenvorschlag und Übernachtungsplätze für Portugal

Portugal ist ein beliebtes Ziel für Reisende mit Wohnmobil.

Ob für den Sommerurlaub oder auch zum Überwintern. Es entstehen immer mehr Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Ver/Entsorgungsmöglichkeiten.

Die hier genannten Plätze sind keine offiziellen Stellplätze. Camping – außerhalb von den dafür vorgesehenen Plätzen – ist in Portugal verboten.

Wir haben auf den genannten Plätzen problemlos bereits eine oder mehrere Nächte geparkt. Ob du sie ebenfalls zur Übernachtung nutzen möchtest, oder lieber auf einen Stell- oder Campingplatz fährst, bleibt dir überlassen.

Erkundige dich über den Unterschied von Parken und Campen und vermeide campen auf den genannten Parkplätzen.

Entscheide am besten vor Ort, ob der Platz dir zusagt und ob das Übernachten dort für dich möglich ist.

Betrachte jeden Platz als ein Geschenk und gehe respektvoll damit um.

Von Badajoz in Spanien starten wir diese Tour durch Portugals Alentejo und die Algarve

P-Serra de Ossa

am Straßenrand

P-Valverde

am Steinzeitgrab

P-Barragem de Odovelas

am Stausee

P-Barragem Monte da Rocha

am Stausee

P-Barragem de Santa Clara

am Stausee

P-Barragem do Funcho

Parkplatz am Stausee

P-Praia Boca do Rio

Parkplatz am Strand

P-Markt in Baroa do Sao Jao

Parkplatz im Ort

P-Barragem da Bravura

am Stausee

P-Praia da Bordeira

Strandparkplatz

P-Praia do Amado

in den Hügeln über dem Strand

P-Praia das Furnas

in den Hügeln über dem Strand

P-Do Figro

in den Dünen

P-Praia do Vale do Figuiero

Strandparkplatz

P-Vale da Telha

auf den Klippen

P-Praia de Seixe

Strandparkplatz

P-Praia do Seixe

am Fluss

P-Praia do Carvalhal

Strandparkplatz

P-Cabo Sardao

auf den Klippen am Leuchtturm

P-Praia do Monte Velho

Strandparkplatz

P-bei Melides

in den Dünen

P-Barragem do Pego do Altar

am Stausee


Ankommen beginnt vorher

Mit jedem Kilometer nach Süden verändert sich etwas.

Das Licht wird weicher.
Die Luft milder.
Das Tempo ruhiger.

Für uns ist die Anreise kein notwendiger Teil.

Sie ist der Übergang.


Weiterführende Artikel

Wenn du tiefer einsteigen möchtest:


Wenn du nach der Anreise nicht lange suchen möchtest, wie es weitergeht:
Ich habe unsere Route durch die Westalgarve als ruhigen Roadtrip zusammengestellt – mit Stellplätzen, kleinen Wegen und allem, was sich unterwegs ergeben hat.

Roadtrip Algarve Westküste

Portugal beginnt für uns nicht erst am Meer.Die Anreise mit dem Wohnmobil führt über viele Kilometer – und verändert das Tempo schon unterwegs. In diesem Artikel zeige ich dir unsere Route durch Frankreich und Spanien, wie lange die Fahrt wirklich dauert und wie wir sie planen. Einige Jahre sind wir im Winter mit dem Wohnmobil nach Portugal gefahren. Portugal beginnt für mich nicht erst am Meer.Es beginnt unterwegs. Irgendwo hinter Süddeutschland, wenn die Strecke länger wird und der Blick weiter.Wenn aus einem Ziel langsam eine Reise wird. Unser Tempo bestimmt die Route Unser Wohnmobil ist eigentlich ein alter LKW aus…

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Land und Leute - 10
Wetter - 8
Stellplätze - 9

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Kommentare zum Beitrag

28 Kommentare zu „Anreise nach Portugal mit dem Wohnmobil“

  1. Ich war schon lange nicht mehr reisen. Dieser Blog inspiriert mich wieder öfters mal zu Reisen, wo die Zeit noch da ist und die Gesundheit noch mit macht.

    Liebe Grüße Alisa

    Antworten
  2. Schön, dass Ihr auch dort seid und es Euch gefällt. Ich bin selbst gerne mit meinem Bus unterwegs und freue mich besonders über die wenigen noch relativ unberührten Plätze in Europas Süden. Warum muss man die Koordinaten in alle Welt posaunen und alle dazu ermuntern, auch dorthin zu fahren? Bald werden alle diese Plätze voll sein mit riesigen Wohnmobilen, wie es in Südspanien schon oft der Fall ist..

    Antworten
    • Portugal ist schon lange kein Geheimnis mehr. Es gibt Reiseführer für Wohnmobilreisende mit detaillierten Routenplänen und Stellplatzinfos (sogar für „einsame“ Strandparkplätzen). Reiseberichte von Wohnmobilreisenden in Portugal gibt es hunderte im Netz… Ja, diese Plätze werden vielleicht alle bald noch voller sein – aber ich denke nicht, dass es daran liegt, dass ich einen Reisebericht dazu schreibe. Es ist wohl eher der Lauf der Dinge.

      Antworten
    • Hallo Ich heisse Erwin v.d.Brand und bin von 1.April bis zum 15.Oktober mit einem 30 Jahre alten Hymerwomo unterwegs u d bin seit vorigem Jahr Rentner und möchte auch dieses Jahr in Portugal Überwintern und hab mir euren Bericht mit Freude angesehen.Dafür herzlichen Dank vielleicht trifft man sich ja mal im Norden oder Süden

      Antworten

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