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Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras

Fano, Italien

 

Merkwürdig, wie die Dinge manchmal laufen.

 

Eigentlich wollten wir in der Nähe von Venedig, bzw. dem Hafen warten. Die Fähre, die wir uns rausgesucht haben, sollte am Mittwoch um 4 Uhr 30 ablegen. Nachts um 1 hätten wir am Anleger sein sollen. Der Plan war: Einkaufen und nachmittags in den Hafen fahren. Dort zu warten, bis die Schalter der Fährgesellschaft öffnen (das machen sie so 2 bis 3 Stunden vor Abfahrt), ein Ticket zu kaufen und dann nach Patras gebracht zu werden.

 

Doch kurzfristig entscheiden wir uns um. Zum einen behagen uns die An- und Abfahrtzeiten der Fähre nicht. Abfahrt um 4 Uhr 30 ab Venedig, bedeutet sich im Hafen die Nacht um die Ohren zu schlagen. Weil wir 3 Stunden vor Abfahrt dort sein müssen, Tickets kaufen, auf die Fähre fahren, Kabine beziehen, usw. Außerdem würden wir erst Abends am nächsten Tag in Patras ankommen. Planmäßig um 21 Uhr. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fähre Verspätung haben wird, ist groß. Und dann muss man noch von Bord. Es wird dann schon dunkel sein. Wir kennen uns in Patras nicht aus. Und müssen noch einen Platz zum Übernachten finden. Klingt alles nicht so verlockend.

 

Der zweite Grund ist, dass die Fähre kein Camping an Bord anbietet. Der Laster würde im Bauch der Fähre reisen und wir würden eine Kabine beziehen. Da wir noch kein Ticket haben, müssten wir hoffen, dass noch eine Kabine frei ist, in die man auch Hunde mitnehmen kann. Zuerst fanden wir den Gedanken an eine Kabine ganz spannend. Aber das ist uns irgendwann abhanden gekommen. Wie schön wäre es doch, an Deck der Fähre in den eigenen 4 Wänden zu reisen!

 

So haben wir also diese Pläne über´n Haufen geworfen. Und sind ganz froh, doch noch kein Ticket gekauft zu haben. Von Venedig fährt die Fähre, an der Camping an Bord möglich ist, jeden Sonntag um 4 Uhr 30. Wollen wir so lange warten? Bisher haben wir keinen wirklich schönen Parkplatz gefunden, wo wir gerne fast eine ganze Woche verbringen wollen.

 

Der nächste Fährhafen ist in Ancona. Etwa 250 km entfernt. Er bringt so einige Vorteile mit sich: Während es von Venedig aus 3 Fährfahrten die Woche gibt, fährt von Ancona fast jeden Tag eine Fähre nach Patras. Und auch die Fähren, die Camping an Bord anbieten, gibt es zahlreicher. Die Überfahrt dauert fast 10 Stunden weniger. Und auch die Zeiten sind mehr an den Biorhythmus angepasst.

 

Und so finden wir uns im Fahrerhaus des Kurzhaubers sitzend wieder. Auf dem Weg nach Ancona.

 

Eine Straße führt immer entlang der Küste südwärts. Der Straßenbelag hat schon bessere Zeiten gesehen. Der LKW Verkehr ist nicht zu verachten. Und doch kommen wir ganz gut voran. Zuerst geht es an der Lagune entlang. Wasser sehen wir allerdings nicht, obwohl unsere Karte dies anzeigt. Die Lagune ist ziemlich grün. Acker. Bäume. Rasen.

 

3 Orte weiter kaufen wir zum ersten Mal in einem italienischen Supermarkt ein. Es ist nicht viel los. Die Preise ok. Das Angebot reichhaltig. Manchmal können wir verstehen, warum so viele im Ausland bei Lidl einkaufen. Da kennt man sich einfach aus und muss nicht lange suchen. Auch wenn manche Produkte sich unterscheiden, steht alles am gleichen Ort, wie man es von zu Hause kennt. Es gibt viele deutsche Produkte – oft sind es Milchprodukte. In anderen Supermärkten muss man sich erstmal orientieren und der Einkauf dauert entsprechend länger. So entdeckt man natürlich auch allerlei neues.

 

Nachmittags fahren wir durch Rimini und einige andere Küstenorte. Wirklich spannend ist die Fahrt nicht. Das Meer bekommen wir fast nie zu sehen. Nur den schmuddeligen Hinterhof der Orte. Viele leerstehende Hallen, viele Fabriken, Gewerbegebiete… Ein Stückchen fahren wir auf der parallel laufenden Autobahn. Die ist mautpflichtig, aber im Vergleich zu den Autobahnen in Frankreich und Spanien echt nicht teuer. Und viel besser in Schuss als all die anderen Straßen. An einer Raststätte gibt es eine Entsorgungsstation – eine willkommene Gelegenheit.

 

Bei Fano haben wir auf der Karte ein kleines Industriegebiet entdeckt. Dort fahren wir hin. In einer etwas ruhigeren Seitenstraße finden wir sogar einen recht großen Parkplatz. Es ist schon 17 Uhr. Wir sind müde von der Fahrt. Doch der Strand, der eigentlich ganz nah sein müsste, lockt. Und wir alle haben etwas Bewegung nötig.

 

20 Minuten laufen wir zum Strand. Der Verkehr ist die Hölle. Gibt es keine Fußwege, weil es keine Fußgänger gibt? Oder gibt es keine Fußgänger, weil es keine Fußwege gibt? Nach halber Strecke finden wir uns glücklicherweise in einem ruhigen Wohngebiet wieder und können entspannt zum Strand weiter laufen. Es ist sehr warm. Die Luft duftet und ist mild. Und dann sehen wir das Mittelmeer. Pastellblau liegt es sanft vor uns und schwappt gemächlich an den hellen Kiesstrand. Lucy ist zum Baden aufgelegt. So laufen wir am Ufer auf und ab und freuen uns einfach hier zu sein.

 

Abends sitzen wir noch eine Weile auf der Terrasse und genießen den milden Abend.

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
Lucy am Strand von Fano

 

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
Fano ist keine Schönheit!

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
Geldautomat mit Sonnenblende – funktioniert nur bedingt gut, denn den Bildschirm kann man so gar nicht sehen

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
am Strand von Fano

 

Am nächsten Morgen buchen wir endgültig und verbindlich eine Fährpassage von Ancona nach Patras – mit Camping an Bord – im Internet. Und haben somit unseren ersten wirklichen Termin auf unserem Trip einzuhalten.

 

Abfahrt: Donnerstag 13:30!

 

Das bedeutet einen Tag Pause in Fano.

 

Bei einem Spaziergang überlegen wir, ob wir für die zweite Nach noch umparken, da wir direkt am Strand schöne Parkplätze entdecken.

 

Das verwerfen wir aber wieder. Wir stehen im Gewerbegebiet recht ruhig und zentral.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras

 

Von Fano sind es noch 60 km zum Hafen nach Ancona. Heute geht unsere Fähre. Es dämmert gerade als wir uns auf den Weg zur Autobahn machen. Langsam steigt die Sonne knallrot aus dem Nebel über dem Meer auf. Je näher wir Ancona kommen, je mehr Verkehr. Sogar einen kleinen Stau nehmen wir noch mit. Bis wir in “Ancona Nord” die Autobahn wieder verlassen. An der Mautstation bezahlen wir für den Spaß 3 Euro.

 

 

Ab jetzt ist der Hafen ausgeschildert. Die Route, die von Fano zunächst vom Meer weg in eine hügelige Landschaft führte, bringt uns nun zurück ans Meer. Auf dem Weg zum Hafen kommen wir direkt bei einem Lidl Markt vorbei. Wir kaufen Proviant für die Fährfahrt ein. Wenige Minuten später erreichen wir den Hafen von Ancona. Die Straßenführung ist etwas undurchsichtig, viele Kreisverkehre, viele Seitenstraßen, viele Autos. Da wir nicht genau wissen, wo wir eigentlich hin müssen, haben wir keine Route im Navi. Doch schon bevor wir in den Hafen gefahren sind, sehen wir große, gelbe Hinweistafeln: Wir möchten doch bitte zunächst zum “Check In” fahren.

 

Diesen gelben Schildern folgen wir. Doch irgendwie verlieren wir im Gewusel des Hafens (Fischer verkaufen direkt vom Boot ihren Fang an die wartende Kundschaft. Überall wir wild geparkt, viele Leute rennen herum) den Mut und halten auf einem LKW Parkplatz an, um uns zu orientieren. Wir steigen aus und schauen uns zu Fuß um. Nicht weit entfernt befindet sich das Fährterminal. An dessen Einfahrt wir wohl eben vorbei gefahren sind, weil uns ein LKW-Verbot Schild abgehalten hat auf den Parkplatz vorm Terminal abzubiegen.

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
Im Hafen von Ancona

 

Wir drehen also noch eine Runde durch die Kreisverkehre und fahren auf den großen Parkplatz vom Fährterminal.

 

Camping an Bord: Warten auf die Fähre in Fano, Italien
Fährterminal in Ancoa: Hier gibt es Tickets und Bordkarten

 

Drinnen befinden sich die Schalter der Reedereien: Anek Superfast, Anek Lines, Grimaldi und noch weitere, deren Namen wir vergessen haben. Am “Check In” Schalter erhalten wir gegen Vorlage der Buchungsbestätigung von Goferry, unseren Reisepässen, dem Fahrzeugschein und der ADAC Mitgliedskarte unsere Tickets.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Hinweisschild zu den Reedereien im Fährterminal in Ancona

 

Als nächstes geht´s zum Terminal 13. Da wir wieder nicht genau wissen, wo der ist, folgen wir dieses Mal den weißen Schildern: Car Ferry. Im Prinzip gut ausgeschildert, trotzdem ein bisschen aufregend das alles.

 

Im Car Ferry Hafen passieren wir noch eine Station, an der unsere Tickets und die Ausweise kontrolliert werden.

 

An Terminal 13 ist noch nicht viel los. 3 LKW stehen dort und ein kleines Peugeot Wohnmobil. Alle Wohnmobile werden ganz links an den Rand geschickt. Wir reihen uns ein.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Warten im Hafen von Ancona.

 

3 Stunden sollten wir vor Abfahrt beim Check In sein. Wir waren um 10 Uhr da. Die Fähre soll um 13 Uhr 30 ablegen. Jetzt ist also warten angesagt. Es ist warm. Die Sonne scheint vom blauen Himmel. Nach und nach treffen immer mehr Wohnmobile und andere Fahrzeuge ein. Am Nachbarterminal legt eine weitere Fähre an. Wir sitzen im Schatten des Lasters, unterhalten uns mit den Mitreisenden, checken ein letztes Mal E-Mails und posten ein Foto bei Facebook. An Bord wird es kein Internet geben. Also, Internet gibt es wohl schon – kostet aber extra (Einen Zugang zum WLAN auf dem Schiff gibt´s an der Rezeption an Bord: 3 Euro für 2 Stunden).

 

Jemand kommt vorbei und übergibt uns eine Chipkarte: Damit können wir nach dem Rumstromern auf dem Schiff wieder auf das Camping-Deck.

 

Dann. Irgendwann. Beginnen die ersten PKW das Schiff zu entern. Einige Sattelauflieger werden reingeschleppt. Ihnen folgen ein paar LKW. Und dann sind wir endlich dran.

 

Vor der Einfahrt zum Schiff werden nochmals die Tickets kontrolliert. Und dann fahren wir rein. Über eine Rampe im Inneren des Schiffes gelangen wir auf das nächste Deck. Von den freundlichen Jungs in Warnweste werden wir auf unseren Parkplatz für die nächsten Stunden eingewiesen.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras

 

Wir parken im Laderaum der Fähre auf Deck 6. Unter “Open Deck” so wie das Camping an Bord hier auch heißt, haben wir uns irgendwie was anderes vorgestellt. Es ist nicht so, dass wir “ohne Dach” reisen. Aber immerhin ist die Schiffswand “durchlöchert” mit Fenstern ohne Scheibe. Wir parken direkt vor so einem Fenster. Können aufs Meer sehen. Und der Ausblick auf Ancona ist auch sehr schön.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Ausblick auf Ancona

 

Punkt 14 Uhr 30 legt die Fähre tatsächlich ab. Da hier alle die Ruhe weg haben, haben wir mit Verspätung gerechnet. Aber es ist auch nicht sehr viel los. Es würden noch viel mehr Fahrzeuge einen Platz finden.

 

Nachdem wir den Hafen verlassen haben, sind wir froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Der Wind ist doch beachtlich.

 

Wir schauen uns auf dem Schiff um. Die meisten Leute sitzen am Heck – draußen. Dort gibt es einen Swimmingpool und einen Whirlpool – aber da ist gar kein Wasser drin.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Schwimmbad und Whirlpool am Heck der Fähre

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Steffi und Lucy auf der Fähre

 

Drumherum stehen Liegen, Bänke, Tische und Stühle und es gibt eine Snackbar.

 

Drinnen sind ebenfalls Snackbars und Restaurants. Eine Disko, ein kleines Spielcasino mit Automaten, ein paar Läden und ein kleiner Raum gefüllt mit Bällen – wohl für die Kinder… nirgends ist was los.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Die Disco auf der Fähre – hier wird heute Abend wohl eher nichts gerockt

 

Und natürlich gibt es einige lange Flure mit Kabinen. Doch auch ohne Kabine gibt es die Möglichkeit es sich für die Überfahrt gemütlich zu machen.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Flure zu den Kabinen

 

Und wie ist es mit dem Hund? Lucy darf bei uns im Wohnmobil kostenlos mitfahren. Außerdem gibt es Kabinen, in denen Hunde für 50 Euro mit rein dürfen. Aber wo kann der Hund hin, wenn er mal muss? Überall hängen Hunde-Verboten-Schilder. Doch die sollte man nicht allzu ernst nehmen. Uns sagt man jedenfalls, dass wir mit Lucy durch das Treppenhaus nach oben laufen können (wo eigentlich Hunde verboten sind), um dann auf Deck 8 oder 9 nach draußen zu kommen.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Das Treppenhaus im Heck

 

Auf unserem Deck, ganz hinten und eigentlich so ziemlich an der lautesten Stelle des Schiffs, befindet sich das “Dogs House”. Ein trostloser Ort mit Stahlboxen und Türen zum Verriegeln in denen Hunde für 20 Euro die Überfahrt “genießen” können. Wir können uns kaum vorstellen, dass irgendein Hundebesitzer, der einigermaßen normal ist, hier seinen Hund unterbringen würde.

 

Camping an Bord: Mit der Fähre von Ancona nach Patras
Das Dogs Haus mit Hundeboxen und Sandkiste – kein schöner Ort!

 

Aber hier gibt es die einzige Möglichkeit für das Hunde-Geschäft. Eine kleine Sandkiste. Daneben Besen und Kehrblech und ein Wasserhahn. Ob wir Lucy das wohl erklären können?

 

Sie findet diesen Ort gar nicht so toll. Riecht wahrscheinlich sehr nach den Tränen der vorherigen Reisenden.

 

Erwähnenswert ist noch die Dusche. Direkt auf dem Camper Deck 6 gibt es Toiletten und Duschen. Keine 5 Meter von unserem Parkplatz entfernt. Der Ausflug lohnt sich. Das Wasser ist heiß und auch der Duschkopf ist super.

 

Außer uns sind nur noch wenige andere Wohnmobile auf der Fähre. Die meisten haben so das Glück einen Parkplatz direkt an der Bordwand mit Ausblick zu haben.

 

Anderthalb Meter neben unserem Auto sprudelt 20 Meter tiefer das Mittelmeer vorbei – skurril! Und wir haben freien Blick über das Meer.

 

Der Rest des Nachmittags ist recht ereignislos. Kurzer Plasch beim Nachbarn. Auto aufräumen. Trotzdem wir nicht weit gefahren sind, sind wir erschöpft vom Tag, der ganzen Warterei und dem Trubel im Fährhafen.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras

Ankunft in Patras und Fahrt zum Kap Kanoupeli

 

Die Nacht war angenehm ruhig. Wir hatten wenig Seegang. Die Temperaturen auf der Adria sind die ganze Nacht nicht unter 20 Grad gefallen und auch der Wind hat im weiteren Verlauf der Überfahrt merklich nachgelassen.

 

Im Morgengrauen taucht erstmals das griechische Festland auf der einen Seite – und einige vorgelagerte Inseln, später Korfu, auf der anderen Seite – aus dem Dunst auf. Das gibt einen Vorgeschmack auf das, was kommen wird.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Ausblick von der Fähre

 

Erster Eindruck: Die griechische Küste ist sehr bewaldet und grün.Entlang der Route gibt´s viel zu gucken: Immer wieder tauchen kleine Inseln auf. Viele Fischer und Freizeitboote sind unterwegs.

 

Erster Zwischenstopp unseres Luxusliners ist Igoumenitsa. Für etwa die Hälfte, der auf unserem Deck mitreisenden Wohnmobile und für einige andere Fahrzeuge, ist hier die Reise zu Ende.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Die Hälfte des Camping an Bord Decks ist wieder frei – alle in Igoumenitsa ausgestiegen.

 

Das Entladen geht zügig. Nach kurzer Zeit stechen wir wieder in See. 5 Wohnmobile bleiben übrig für die Weiterfahrt nach Patras.

 

Der Vormittag zieht sich recht träge dahin. Wir verbringen die meiste Zeit damit bei bestem Wetter die griechische Inselwelt anzusehen.

 

Das Campingdeck haben wir, außer am ersten Nachmittag, nicht wieder verlassen. Warum auch?

 

Ganz spannend noch die Probleme und Sorgen unserer pelzigen Reisebegleiterin. Die sich standhaft weigert, die vom Reiseveranstalter vorgesehenen sanitären Einrichtungen für Haustiere zu nutzen.  Sie war in den 24 Stunden der Überfahrt nur zwei Mal pinkeln. Und das mitten auf dem Fahrzeugdeck.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Lucy versteht das mit der Sandkiste nicht…

 

Da wir uns schon gedacht haben, dass ihr das Probleme bereiten wird, hat sie vorsorglich einen Fastentag eingelegt.

 

Das einzig interessante an der Ankunft in Patras ist es mit anzusehen, wie präzise sich so ein riesiges Schiff (204 Meter lang, 25,8 Meter breit)  in dem recht engen Hafenbecken steuern lässt.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Einfahrt in den Hafen von Patras

 

Wir sind mit die letzten, die das Schiff verlassen. Und fragen uns, ob bei den wenigen Fahrzeugen und Menschen, die an Bord waren, die Reederei mit der Überfahrt überhaupt Geld verdient hat.

 

Die Anreise nach Griechenland mit der Fähre und Camping an Bord zu verkürzen ist ne feine Sache. Würden wir jederzeit wieder machen. Wenn man die 400 Euro für die Fähre mal in Relation setzt zu den über 50 Euro Maut für 100 Kilometer in Österreich (inklusive Baustellen-, Stau-, Gobox besorgen- Stress, die Tatasache das man selbst fahren und auch noch Diesel kaufen muss) so geht das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Fähre voll in Ordnung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass uns die Fähre etwa 1.500 Kilometer abnimmt.

 

Sehr angenehm ist, dass wir am frühen Nachmittag schon in Patras ankommen (14 Uhr 30 Ortszeit). Im Gegensatz zum Hafen in Ancona ist hier überhaupt nichts los. Das einzige, was die Sache ins Stocken bringt, ist die Ampel an der Ausfahrt, wo nur 3 bis 4 Fahrzeuge bei Grün durchkommen.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Ankunft in Patras, Peloponnes, Griechenland, Europa, Erde

 

Für den Verkehrsregeln liebenden Nordeuropäer gewöhnungsbedürftig ist die griechische Fahrweise. Langsame Fahrzeuge fahren auf dem Standstreifen. Überholt wird auch bei Gegenverkehr, der dann wiederum gezwungen ist, auf den eigenen Standstreifen auszuweichen. Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt es eigentlich nur auf dem Schild. Und auch sonst schert man sich wenig um Verkehrszeichen. Einzig rote Ampeln werden größtenteils ernst genommen.

 

Ein grobes Zielgebiet für die erste Nacht haben wir uns am Vortag schon auf der OSM Karte ausgesucht. Gleich der erste Versuch ans Meer zu kommen ist ein Volltreffer. Einen herrlichen Strand haben wir ganz für uns alleine. In zwei Tagen kam eine handvoll Autos vorbei. Mitcamper gibt es nicht. So haben wir gleich am ersten Tag den Eindruck, dass es hier ganz anders zugehen wird, als wir es aus Portugal gewohnt sind.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Sonnenuntergang am Kap Kanoupeli

 

Den einzigen Abzug in der B-Note gibt es für den leider überall in Unmengen herumliegenden Müll.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Der viele Müll ist ein gewöhnungsbedürftiger Anblick

 

Nun sind erstmal 1, 2 Ruhetage angesagt. Vor allem hat Lucy einen gut, die in den letzten Tagen auf vieles verzichten musste.

 

Der erste Tag in Griechenland beschert uns einen herrlichen windstillen Nachmittag direkt am Meer und wir freuen uns hier zu sein.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Spaziergang durch den Pinienwald

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Am Kap Kanoupeli

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras
Sonnenuntergang am Kap Kamoupeli

 

Am nächsten Tag macht es mittags Klick, der Wind dreht um 180 Grad und plötzlich peitscht der Regen gegen das Auto. Die Wellen haben den Strand weg geknabbert und es gibt keine Chance mehr, sich draußen aufzuhalten.

 

Camping an Bord: Mit dem Wohnmobil von Ancona nach Patras

Alle Infos zur Fähre und Camping an Bord

 

Zwischen Italien und Griechenland verkehren mehrere Fähren.

 

2 Reedereien decken das Angebot ab:

  • Anek Lines
  • Minoan Lines (Grimaldi)

 

Für uns kommen 2 Fährhäfen in Frage:

  • Venedig – Anreise von Bremen 1.400 km
  • Ankona – Anreise von Bremen 1.700 km

 

Man könnte auch noch von Brindisi oder Bari fahren. Die Anreise bis ganz in den Süden von Italien ist uns aber zu weit.

 

Von Venedig fahren die Fähren über Igoumenitsa nach Patras.

 

Wir empfehlen dir mit Anek Lines zu fahren. Denn nur die bieten Camping an Bord an.

 

Camping an Bord ist nur zwischen 1.04. und 31.10. verfügbar. Du kannst während der gesamten Überfahrt im Wohnmobil bleiben. Es gibt Strom, Toiletten und Duschen. Du hast Zugang zu allen anderen Bereichen der Fähre, wie Restaurants, Bars und Shops.

 

Bezahlt werden muss die Überfahrt für das Camping Fahrzeug (je nach Länge) und der Preis für die Deckspassage pro Person. Eine Kabine muss nicht gebucht werden. Hunde, Katzen und andere Haustiere reisen kostenlos im Wohnmobil mit.

 

Achtung: Dein Fahrzeug muss als Wohnmobil zugelassen sein!

 

Anek Lines fährt im Winter ( 11.09. bis 21.12.) von Venedig nach Patras:

 

Mittwochs, Samstags und Sonntags: Abfahrt um 12 Uhr. Ankunft um 21 Uhr.

 

⇒ Hier gibt es den Fahrplan und Preise von Anek Lines für die Strecke Venedig – Patras

 

Achtung: Nur auf der Anek Lines Fähre am Sonntag (Helenic Spirit) ist Camping an Bord möglich.

 

Anek Lines bietet auf der Strecke Venedig – Patras mit dem Schiff F/B Asterion (Samstags und Mittwochs) kein Camping an Bord an. Stattdessen wirst du in einer Kabine untergebracht, bezahlst aber nur den wesentlich günstigeren Preis der Deckspassage + Fahrzeug. Du kannst nicht zum Auto während der Fahrt!

 

Auf der Strecke Ancona – Patras gibt es wesentlich mehr Fährverbindungen.

 

Anek Lines fährt hier im Winter (11.09. bis 31.12.) von Ancona nach Patras:

 

Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags. Abfahrt 13.30 Uhr. Ankunft 14:30 Uhr.

Und Samstag und Sonntags.  Abfahrt 16:30 Uhr. Ankunft 15:00 Uhr.

 

Camping an Bord ist immer möglich.

 

Hier gibt es den Fahrplan und Preise von Anek Lines für die Strecke Ancona – Patras

 

Wir haben unsere Tickets bei Goferry gekauft. Auf deren Internetseite können Preise und Zeiten verglichen und die Verfügbarkeit – auch für Camping an Bord – überprüft werden.

 

 

 ➡ Wir sind Teilnehmer am Goferry Partnerprogramm. Wenn du dein Ticket über uns buchst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis der gleiche 🙂

 

Während im Sommer (Juli und August) die Fähren meistens ausgebucht und auch die begrenzten Camping an Bord Plätze schnell vergriffen sind, gibt es im Winter immer noch freie Plätze. Wir haben unser Ticket erst am Tag vor der Abfahrt gebucht und noch einen Camping an Bord Platz bekommen.

 

Das haben wir bezahlt

 

Anek Lines
Anek Superfast Helenic Spirit
Ancona – Patras
Camping an Bord / Open Deck
2 x Sitz/Deckspassage
1 x Camper Open Deck Länge 8 Meter, Höhe 3,70

 

405 Euro nur Hinfahrt

 

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Über Steffi und Olaf

Gemeinsam mit unserer Hündin Lucy wohnen wir in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor wir zum „Leben auf Rädern“ kamen, sind wir mit dem Fahrrad gereist. Davor lebten wir in einem Haus, hatten ganz normalen Jobs - der ganz normale Wahnsinn... Schnell haben wir festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahmen wir ein Jahr Auszeit und sind so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 sind wir wieder unterwegs und unser Leben hat sich komplett geändert. Folge uns via Feedly und Bloglovin´

14 comments

  1. Hallo,
    Ihr habt die Fährpassage im Internet gebucht! Habt Ihr die Bestätigung ausgedruckt oder wie geht das ohne Ausdruck.
    Schöne Reise
    PW

  2. Tobias Tullius

    Wir haben das letzte Woche aus Venedig gemacht und sind jetzt in Berat, Albanien. 🙂

  3. Michael Risse

    Viel spass…bin neidisch.geniesst es

  4. Achim Emrath

    Ist schon in der Planung, oder Viviana Emrath?

  5. “Achtung: Dein Fahrzeug muss als Wohnmobil zugelassen sein!”
    Was aber, wenn das nicht besonders aufgeführt wird wie zB in einer holländischen Zulassung oder bei einem 07er Kennzeichen?

    • Hallo Kai, ich bin vor vier Wochen mit einem Toyota Landcruiser (mit Kabine drauf) von Venedig nach Patras (Anek) gefahren. Der Wagen ist als Zugmaschiene zugelassen – was der Dame am Schalter aufgefallen ist – ein Foto meines Wagens auf dem Handy reichte vollkommen für eine Aufklärung!

  6. Kai Fröhlich

    Danke für den ausführlichen Bericht!

  7. Marc Vanderfuhr

    Oh, geht „Camping on Board“ wieder? Als wir übersetzen (vor 2 Jahren) war das leider nicht möglich…

  8. Tobi As

    Toller Bericht und sehr informativ! Dankeschön

  9. Wieder mal sehr informativ, vielen Dank für alles

  10. Praonom Chinnok

    Schön das wir mitreisen können ! Klasse Standplätze wünsche ich

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