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Mercedes Kurzhauber LA 710

12 Punkte: Kurzhauber Pro und Contra

Seit 2009 leben wir im Wohnmobil. Dabei handelt es sich nicht gerade um das, was einem dabei vielleicht als erstes in den Sinn kommt. Die Bezeichnung “Lastwagen” trifft es besser. Kein moderner LKW, nein, ein Laster aus dem Jahr 1967. Auf der Suche nach einem Fahrzeug, das mehr Platz zum Leben bietet, als unser damaliger VW-Bus kamen wir zum Mercedes Kurzhauber.

So ein Autokauf ist ja immer irgendwie Glaubenssache. Und am Ende kauft sich jeder das, was am besten zu ihm passt.

Der finanzielle Rahmen in Bezug auf die Anschaffungs- und laufenden Kosten spielt dabei genauso eine Rolle, wie Komfort und der persönliche Geschmack.

Bevor die Wahl auf den Kurzhauber fiel, verglichen wir eine Weile alle möglichen Fahrzeugmodelle in der Klasse bis 7,49 t Gesamtgewicht. Weil wir die mit dem “alten” Pkw-Führerschein (Klasse 3 bzw. C1) fahren dürfen.

Wir wussten bald relativ genau, welche Fahrzeuge wir nicht wollten:

Ein klassisches Wohnmobil stand nie zur Debatte.

Viele Autos fielen aus

  • weil sie zu teuer waren
  • weil sie zu klein waren
  • weil sie zu groß waren
  • wegen viel zu hohen Laufleistungen
  • wegen ihrem allgemein schlechten Zustand
  • aus ästhetischen Gründen
  • wegen mangelnder Geländegängigkeit

 

Liebster Award VW Bus in der Wüste
VW-Bus in der Wüste

 

Welches Fahrzeug wünscht du dir?

In Marokko hatten wir mit dem VW-Bus die Erfahrung gemacht, dass wir uns ein Fahrzeug wünschen würden, mit dem wir unabhängiger sein könnten. Auch mal abseits der Straßen fahren, Schotterpisten oder Waldwege.

Wir wollten nicht nur da sein, wo alle sind. Sondern die steilen Pisten hinunter zu den schönen Stränden fahren können, wo niemand sonst ist. Wir wollten von der Straße runter können und in die Einsamkeit der Wüste fahren.

Wir wollten viel Wasser, viele Batterien, Solarzellen, viel Diesel, viel Motorrad, viel Fahrrad, viele Lebensmittel, Werkzeug und ja, auch eine Toilette. Wir wollten lange und weit fahren können und möglichst autark sein.

Natürlich hätte es noch andere Fahrzeuge gegeben, die in Frage gekommen wären: Hanomag, Magirus Deutz, Unimog  oder IFA. Der Kurzhauber hat uns einfach am besten gefallen und in der Umgebung gab es einige, die wir besichtigen konnten.

 

Liebster Award Am Strand
Übernachtung am Strand

 

Pro und Contra Kurzhauber

  1. + Mit Führerscheinklasse 3 bzw. C1 fahrbar
  2. + Umbau und Anmeldung zum Wohnmobil möglich
  3. + H-Kennzeichen fähig: Ist ein Fahrzeug 30 Jahre alt und erfüllt die Bedinungen, kann es als Historisches Fahrzeug anerkannt werden. Das bringt einige Vorteile.
  4. + Hohe Zuladung möglich
  5. + Geländegängigkeit
  6. + Einfache und robuste Technik
  7. + Günstiges Fahrzeug
  8. + Ein schönerer Lastkraftwagen wurde noch nicht gebaut
  9. Langsamkeit
  10. Unhandlichkeit
  11. Lautstärke
  12. Ergonomie

Du kennst noch mehr Gründe für oder gegen den Kurzhauber als Reisefahrzeug? Schreibe einen Kommentar!

Der Hauber, den wir schließlich kauften, war schon von den Vorbesitzern zum Wohnmobil umgemeldet worden.

Der Koffer ist nicht gerade groß (9 qm) und durch das runde Dach verliert er viel Raum. Nur weil wir beide nicht so groß sind, können wir darin stehen. Im Vergleich zum VW-Bus ist es allerdings ein riesiger Raumgewinn.

In den Kurzhauber kann man noch eine ganze Menge ´reinpacken, bis er das zulässige Gesamtgewicht erreicht. So haben wir nun „viel Wasser, viele Batterien, Solarzellen, viel Diesel, viel Motorrad, viel Fahrrad, viele Lebensmittel, Werkzeug und ja, auch eine Toilette“.

Ein VW-Bus kann nicht mal auf einer (nassen) Wiese fahren. Über so etwas brauchen wir uns mit dem Kurzhauber keine Gedanken mehr machen. Klar, Allradantrieb braucht man nicht wirklich. Bodenfreiheit und breite Reifen mit Profil sind schon die halbe Miete. Und doch fährt man mit Allrad entspannter mal irgendwo von der Straße runter.

Die fast 50 Jahre alte Technik ist auch vom Laien gut zu durchschauen. Das Fahrzeug kann weltweit mit einfachsten Mitteln repariert, gewartet und Instand gehalten werden. Dadurch, dass am Auto nicht viel dran ist, kommt man überall gut ran. Und – je weniger dran ist, je weniger kann kaputt gehen. Der Kurzhauber ist minimalistisch. Er kommt mit dem Nötigsten aus und es gibt nichts Überflüssiges. Was sich leider im Fahrkomfort niederschlägt. Überflüssige Dinge machen das Leben meistens angenehm.

Bis auf alle Gummiteile, wie Dichtungen, tun alle anderen Bauteile auch noch nach 50 Jahren ihren Dienst ohne zu murren.

Wir haben kein Schickimicki-Auto gesucht, sonder eines, wo man sich auch mal die Seite verkratzen kann, ohne gleich in Tränen auszubrechen. Ein Fahrzeug, dass wir auch zurücklassen könnten, wenn es mal hart auf hart kommt. Das weder finanziell noch emotional ein großer Verlust wäre.

Bei einer Spitzengeschwindigkeit von 83 km/h – die man gar nicht fahren möchte – und einer Reisegeschwindigkeit von ca. 70 km/h, passt dieses Fahrzeug überhaupt nicht in diese schnelle, hektische Zeit.

Mal eben in 3 Zügen wenden, wenn man sich verfahren hat, vergiss es. Schon wegen der fehlenden Servolenkung.

Gewichtsbeschränkungen, Durchfahrtshöhen und –breiten sind immer ein Thema.

Der größte Minuspunkt beim Fahrkomfort ist aber wohl die Lautstärke. Eine normale Unterhaltung beim Fahren ist unmöglich. Lärm verursacht außerdem Stress und ist auf Dauer ziemlich anstrengend.

Gerade die Originalsitze sind eigentlich unmöglich für längere Touren. Die niedrige Windschutzscheibe versperrt den Blick nach draußen. Durch die fehlende Servolenkung muss viel gelenkt werden. Der Knopf für die Scheibenwischer ist viel zu weit weg, um ihn entspannt bestätigen zu können. Kupplung- und Gaspedal sind schwer zu bedienen.

Falls dich das alles noch nicht abgeschreckt hat und du jetzt überlegst, ob ein Kurzhauber vielleicht was für dich wäre, dann schau dir die Kurzhauberlinks (weiter unten) an. Dort gibt es gute weiterführende Informationen. Vor allem die Webseite von Klaus Petermann ist allen ans Herz gelegt, die sich tatsächlich einen Kurzhauber kaufen möchten.

 

Mercedes Kurzhauber LA 710

 

Unser Reisegefährt: Mercedes Benz LA 710

  • Bezeichnung: Mercedes Benz LA 710 GRK
  • ehemals Großraumkrankenwagen vom Roten Kreuz
  • Baujahr: 1967
  • Kilometerstand: 159 000
  • Hubraum: 5,6 l
  • Leistung: 101 PS
  • zulässiges Gesamtgewicht: 7 400 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 83 km/h
  • Reisegeschwindigkeit: 70 km/h
  • Kraftstoff: Diesel
  • Verbrauch: Ø 18 Liter/100 km

 

Portugal, Algarve, Piste an der Westküste
Die Piste wird immer schmaler

 

Die Geschichte der Mercedes Benz Kurzhauber

Ihren Ursprung haben Mercedes Benz-Lkw in der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG), die den ersten Lkw der Welt am 1. Oktober 1896 auslieferte. Benz verkaufte 1.900 die ersten Fahrzeuge mit großen Pritschen und Unterflurmotoren.

Ältester Lkw der Welt ist ein Daimler Motor-Lastwagen von 1898, der heute im Mercedes-Museum in Stuttgart steht.

1923 entwickelten Daimler und Benz unabhängig voneinander erste Lkw mit Dieselmotor. Ähnlich wie bei Mercedes-Benz Pkw hatten auch die Lkw einen ausgezeichneten Ruf, was die Robustheit und Langlebigkeit anging. Trotzdem haben viele der ganz alten Mercedes-Oldtimer aus dem Nutzfahrzeugbereich den Krieg und die Nachkriegszeit nicht überlebt. Die meisten Mercedes-Oldtimer mit Lkw-Zulassung stammen aus der Zeit nach 1945.

1959 brachte Mercedes-Benz den ersten sogenannten Kurzhauber auf den Markt. Neue Gesetze hatten den Verzicht auf allzu lange Fronthauben notwendig gemacht. Der letzte Kurzhauber rollte erst 1996 vom Band, denn besonders im Ausland waren die Kurzhauber noch lange Zeit sehr erfolgreich verkauft worden.

Die Kurzhauber waren eine enorm erfolgreiche Konstruktion. Sie waren und sind – mit Ausnahme der sozialistischen Länder und Nordamerika – überall auf der Welt im Einsatz. Die Fahrzeuge erwiesen sich als außerordentlich robust und sind noch immer unter extremsten Bedingungen (Hitze, Staub, schlechte Straßen, Überladung) unterwegs. Der offizielle Verkauf in Deutschland endete 1977, für den Export und für Spezialfahrzeuge (zum Beispiel für Feuerwehren und Technisches Hilfswerk) wurden die Kurzhauber jedoch noch jahrelang weiter produziert.

Außerhalb des offiziellen Verkaufsprogramms konnten die Fahrzeuge in Deutschland bis 1982 bestellt werden. In Südamerika waren die Haubenwagen noch bis Ende der 1990er Jahre im Programm. Auf Sonderwunsch wurden auch in Deutschland bis 1995 noch mehrfach Kleinserien aufgelegt.

Die legendären Kurzhauber sind heute noch manchmal im Straßenverkehr anzutreffen. Allerdings überwiegend ehemalige Feuerwehr- Einsatzwagen. Nach ihrer Dienstzeit landete so mancher  in privater Hand und wurde gern zum Wohnmobil umgebaut.

 

Am Barragem Branvura, Algarve, Portugal
Am Barragem Branvura, Algarve, Portugal

 

Kurzhauberlinks

Linksammlung zum Kurzhauber

 

Kurzhauber Info

Eine richtig gute Website über den Kurzhauber als Reisefahrzeug schreibt Klaus Petermann:

Wer ein expeditionstaugliches Fahrzeug mit mehr Raum oder Zuladung sucht, als sie ein Geländewagen oder Pickup bieten kann, kommt zwangsläufig auf die allradgetriebenen Kleinlastwagen. Die Klasse bis 7,49 t Gesamtgewicht ist in Deutschland besonders beliebt, weil sie mit dem alten Pkw-Führerschein (Klasse 3 bzw. C1) gefahren werden kann und die Unterhaltskosten in einem vertretbaren Rahmen bleiben.

Allrad-LKW-Gemeinschaft: Das Forum rund um (Allrad-)Oldtimer

Mercedes-Oldtimer: Die Seite, die sich mit einer der bedeutendsten Marken der Oldtimer-Szene beschäftigt. Hier finden Sie viele interessante und nützliche Informationen rund um die Marke mit dem Stern.

Classic-Truck: Am 1. Oktober 1896 baute Gottlieb Daimler, Begründer der Daimler-Motoren-Gesellschaft, in Bad Cannstatt bei Stuttgart den ersten motorisierten Lastwagen mit Namen „Phönix“.

Eine Schraubanleitung für den OM352, den gängisten Motor für den Mercedes Kurzhauber LA 710

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Am Strand von Quarteira
Am Strand von Quarteira

 

Kurhauberfahrer

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LA 710: Heppo und Berit auf Reisen mit dem Kurzhauber

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About Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

22 comments

  1. Nachteile sind:
    Oft keine Servolenkung
    Höher Verbrauch
    Jährlich TÜV
    Trommelbremsen
    Langsam
    Nicht umweltfreundlich
    Regelmäßig Abschmieren

    Aber dafür kann man den LKW fast überall reparieren, gerade in Afrika gehören diese Fahrzeuge ja noch zum Alltag.

  2. Hallo!
    Ich kenne da noch jemanden: http://africalex-la911.blogspot.de/
    Oder auch noch: http://www.tamale.de (werd ich aber demnächst abschalten)

    Gruß
    Alex

  3. Der Rundhauber war ja irgendwie auch immer mein Lieblingsfahrzeug, leider sind die Preise in letzter Zeit so explodiert, dass ich davon abruecken musste. Nun ist meine Wahl auf einen Volvo 485 Viking aus 1963 gefallen.
    6,7l bei 125PS, knapp 4,5t Nutzlast (12t zul. Gesamtgewicht), Servolenkung etc….
    Komfort ist hier auch eher wenig zu finden, laut ist er auch und mit der langen Haube eigentlich sogar ziemlich unpraktisch. Aber wo die Liebe hinfællt nicht wahr? 😉
    Eine tolle Seite habt ihr, hab euch direkt verlinkt. Wuerde mich ueber einen besuch von euch auch sehr freuen 🙂

    • Hi Lina! Da musste ich mir erst mal die Bilder auf deinem Blog ansehen, um eine Vorstellung von dem Auto zu bekommen. Baujahr 63 und schon mit Servolenkung. Sehr fortschrttlich. Bin gespannt, welche Erfahrungen du mit dem Fzg. machen wirst. Danke für den Link 🙂

  4. Hallo Steffi,

    da komm’ ich als typisch deutscher Pedant daher … 😉

    Bei den technischen Daten steht:

    “Hubraum: 5,6 m³”

    Hui, habt ihr einen Schiffsdiesel drin? Der würde höchstens in den Koffer passen?! 😉
    Du meinst wahrscheinlich 5,6L, das sind dann 5,6dm³ (Kubikdezimeter verwendet aber keiner, sind “umgangssprachlich” eben Liter).

    Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt,
    Jürgen

  5. hallo
    hier ist noch ein Kurzhauber auf Reisen. Für Eure Liste: http://www.haudum.de

    wir selbst fahren mit einem Steyr 680! Die Gründe dafür sind dieselben wie bei Euch!

    Pro und Contra Steyr 680 🙂
    + Mit Führerscheinklasse 3 bzw. C1 fahrbar
    + Umbau und Anmeldung zum Wohnmobil möglich
    + H-Kennzeichen fähig: Ist ein Fahrzeug 30 Jahre alt und erfüllt die Bedinungen, kann es als Historisches Fahrzeug anerkannt werden. Das bringt einige Vorteile.
    + Hohe Zuladung möglich
    + Geländegängigkeit
    + Einfache und robuste Technik
    + Günstiges Fahrzeug
    + Ein schönerer Lastkraftwagen wurde noch nicht gebaut

    lg
    Astrid

  6. Die meiste spritersparniss brachte mir die 130ps einspritzpumpe mit der 11.00r20 Bereifung….und niiiieee wieder würde ich mit den org. 100ps rumgurken. Das sind Welten

    • Apropo welten. Luftgefederte Sitze ein Traum für Körper und Geist.
      Und mit der 11.00r20 bereifung ist das vmax 100 u meine autobahngeschwindig ca 80kmh.

      Meine Top 5 der Nachrüstung
      Größere Rader
      Mind 130ps
      Luftfedersitz
      Holzofen
      Stehhöhe

      Ganz großer Vorteil am kuzhauber ist der symphathibonus

    • Hallo Tobias!

      Danke für deine Umbau-Liste. Das ist ne Menge Inspiration. In dem schon erwähnten Link zu Klaus Petermann gibt es dazu noch mehr wertvolle Infos.

      Wir haben auch überlegt. Einzelbereifung haben wir ja bereits (hat der Vorbesitzer schon gemacht: 12,5 R 20).

      Die Einspitzpumpe kostet schon eine Stange Geld, ob man das mit der Spritersparnis wieder herausbekommt?

      Holzofen und Stehhöhe wären natürlich auch super.

      Wir sind allerdings meistens so drauf, dass wir uns mit den Gegebenheiten zufrieden geben.

      Der Laster ist für uns auch so schon ein großer Luxus. Im Vergleich zu Radfahren und Zelten.

      bunteGrüße
      deineSteffi

      • Hi Steffi,

        egal welche Investition Du machst, “reinholen” durch geringeren Verbrauch wirst Du es nie. Egal ob Reifen, Pumpe oder Freilaufnaben. Aber der Gewinn an Komfort ist – zumindest für mich – sehr viel mehr wert als am Ende des Jahres ein paar Liter nicht gebraucht zu haben….

        Fahre seit 16 Jahren einen 710er. Die ersten zwei Jahre noch mit 100 PS.
        1) Vor 13 od 14 Jahren habe ich etwa 500 € ausgegeben und die 130 PS Pumpe eingebaut. Und ich kann nur wiederholen was andere hier schon gesagt haebn: Du erkennst Dein Auto nicht wieder! Es is ein völlig anderes Fahrverhalten, mit soooo viel mehr Drehmoment. GÖTTLICH! Ich habe keinen nennenwerten Mehr- oder Minderverbrauch gemerkt. Sparsam sind die Rundhauber ja sowieso (und das meine ich ernst!) Du wirst keinem einzigen Cent nachweinen- ich schwöhr!

        2) Reifen: bin erst noch mit den original Zwillingen gefahren: zum abgewöhnen. Danach 12,5er, die sind mir aber in Algerien um die Ohren geflogen. Danach 365/85×22,5: ein Gedicht! Laufruhig, komme an die 100kmh ran, bei 85kmh erträgliche Lautstärke. Besonders das relativ ruhige Profil (Flüstersohlen) begeistert. Denn meine Michelin Sandreifen haben schon arg geheult! Eine wirklich gute Investition, zu der ich jedem 710er Fahrer nur raten kann.

        3) Freilaufnaben. Seit 10 der 11 Jahren im Einsatz: Mein Ziel war es, dass die Kiste leiser wird. Bekommen habe ich Dreierlei: (i) deutlich leiser, (ii) ein Upgrade der serienmäßigen “Armstrong” Servolenkung, sprich weniger Kraftaufwand beim Lenken (iii) einen knappen Liter weniger Verbrauch (auf 100km!!)

        Ich wette, wenn jemand alle drei Nachrüstungen auf einmal machen würde, er würde seinen Wagen nicht wiedererkennen!
        Wenn ich nochmal “bei Null” anfinge, währen diese drei Dinge in die ich als erstes investieren würde, bzw würde ich mir nur einen Rundhauber kaufen bei dem diese Dinge schon gemacht wurden. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich habe bisher auch noch niemanden getroffen der gesagt hat: “Och schade dass ich jetzt 130 PS und sattes Drehmoment habe” oder “so ein Mist, jetzt läuft er 95 Spitze und ich kann problemlos mit den Holländern auf der Autobahn mithalten ohne einen Höhrsturz zu bekommen”

        Also, auch wenn ihr schon größere Einzelbereifung habt, denkt ruhig über die Trailerräder nach! Vielleicht gibt’s ja irgendwann mal nen Gebrauchtsatz, dann schlagt unbedingt zu!

        • Hallo Frank!

          Vielen Dank für den inspirierenden Kommetar.

          Jetzt steht Olaf gerade vor mir und gerät ins Wanken 🙂

          Ja, wir haben über all das schon oft nachgedacht… Cool, dass du uns wieder dran erinnerst, dass der Kurzhauber auch “spritzig” könnte, wenn wir wollten.

          Leider hat bei uns ja nur Olaf die “Armstrong”…

          🙂

        • Hallo, ich habe gerade einen 710 Bj. 65 mit angeblich 130PS und Einzelbereifung in Aussicht. Die vorgeschlagenen Verbesserungsvorschläge würde ich auf jeden Fall machen wollen. Da ich Neuling in dieser Materie bin, meine Frage: Wo kann man Freilaufnaben bekommen bzw. diese umbauen lassen? Und was mich noch interessieren würde: Der Verkäufer ist sich sicher dass man die Lenkung auf eine Servolenkung umrüsten kann. Weiss da jemand Bescheid darüber?
          Danke

  7. Hi Steffi,
    ein toller Artikel über euer Fahrzeug. Ganz, ganz neugierig wäre ich auf euren Innenausbau. Die Bilder sind einfach idyllisch.
    Liebe Grüße, Christiane

    • Hallo Christiane!

      Unser Ausbau ist recht einfach gehalten und sehr provisorisch. Auch noch nach 5 Jahren.

      Bilder gibt es dazu bestimmt demnächst in einem anderen Artikel.

      bunteGrüße
      deineSteffi

  8. Hi Steffi,
    Sehr informativer Artikel 🙂 bei den technischen Daten fände ich persönlich die Maße noch ganz toll.

    Gruß
    Thorsten

    • Hallo Thorsten! Vielen Dank 🙂 Muss ich erst mal nachmessen gehen… warte… Gesamtlänge 7 Meter + 50 cm Fahrrad/Motorradträger. Fahzeughöhe 3,20 Meter (bis Auspuffspitze), Fahrzeugbreite: 2,35 Meter. Der Koffer ist 4,50 Meter lang, 2,35 Meter breit und 1,80 Meter hoch.

  9. Hi Steffi,
    mein Gedanke zur Verbesserung des LA 710 ist, einen Turbolader einzubauen.
    Ich weiß zwar nicht inwiefern sich der Aufwand finaziell lohnt, aber dadurch spart man Sprit und holt ein paar mehr PS
    aus dem Motor. Was Lärm und fehlende Servolenkung betrifft, finde ich, dass das Teils des Charmes eines solchen Oldtimers
    ist. Aber das muss jeder für sich wissen.

    MfG
    Ulrich

    • Hallo Ulrich! Danke für deine Meinung. Ich finde das mit dem Lärm schon sehr anstrengend. Vorallem auf langen Strecken. Ausführliche Infos zur Nachrüstung des Turboladers gibt es auf der verlinkten Website von Klaus Petermann!

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