Wenn Lucy Portugal beschrieben hätte, wäre vermutlich vor allem von Wasser die Rede gewesen. Von Stauseen, Bächen, Lagunen und leeren Winterstränden. Dieser Artikel erzählt von unseren Reisen mit Hund im Wohnmobil – persönlich, praktisch und mit allem, was du vor der Fahrt nach Portugal wissen solltest.
Wenn Lucy hätte entscheiden dürfen, wohin wir fahren, hätte sie wahrscheinlich nur eine einzige Frage gestellt:

Gibt es dort Wasser?
Alles andere war ihr ziemlich egal.
Ein See. Ein Fluss. Das Meer. Hauptsache schwimmen.
Wir nannten sie unseren spanischen Strandhund. Diese Hunderasse gibt es natürlich nicht. Die haben wir uns selbst ausgedacht. Aber sie passte zu Lucy.
Sie setzt sich ans Ufer und schaut uns an. Ganz konzentriert. Als wollte sie sagen: Nun mach schon.

Irgendwann steht jemand auf.
Sie springt los.
Mit ein paar schnellen Schritten ist sie im Wasser und schwimmt einfach los. Kein Ball. Kein Stöckchen. Sie möchte nichts apportieren. Sie möchte einfach nur schwimmen.
Manchmal stundenlang.

Viele unserer Reisen mit Lucy waren Teil unserer längeren Portugal-Roadtrips. Wenn du mehr über das Reisen in Portugal erfahren möchtest, findest du hier den Überblick über alle Beiträge:
👉 Portugal mit dem Wohnmobil entdecken
Wenn ich heute an unsere vielen Winter in Portugal denke, sehe ich sie fast immer im Wasser.
Am Barragem da Bravura zittert sie schon beim ersten Blick auf den spiegelglatten See vor Aufregung am ganzen Körper. Mit Anlauf macht sie einen ihrer berühmten Bauchklatscher.
An der Ribeira da Bordeira läuft Olaf am Ufer entlang und Lucy schwimmt neben ihm her. Blickkontakt ist ihr wichtig. Sie schaut immer wieder zu uns herüber und zieht ruhig ihre Bahnen.

An der Fonte Ferreira sitzt sie schon am Ufer und wartet, bevor wir überhaupt die Schuhe ausgezogen haben.
Und am Praia Barranco kommt sie eines Tages völlig selbstverständlich mit einem Tintenfisch zurück, der quer über ihrem Gesicht hängt.
Ein anderes Mal wälzt sie sich begeistert in den Überresten eines Delfins.
Ihre Begeisterung hält sich dabei ziemlich genau die Waage mit unserer Fassungslosigkeit.
Wenn mich heute jemand fragt, ob Portugal ein gutes Reiseziel für Hunde ist, denke ich deshalb zuerst gar nicht an Vorschriften oder Campingplätze.
Ich denke an Lucy.
An Stauseen.
An kleine Flüsse.
An leere Winterstrände.
An Schäfer mit ihren Hunden.
An Kuhglocken.
An den Wind in den Steineichen.
Und daran, wie glücklich ein Hund aussehen kann, wenn er einfach nur schwimmen darf.

Kurz zusammengefasst

Mit Hund nach Portugal zu reisen, funktioniert aus unserer Erfahrung gut.
Aber nicht alles ist automatisch einfach.
Für die Einreise brauchst du einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung.
Viele Strände sind außerhalb der Hauptsaison deutlich entspannter als im Sommer.
In Restaurants sind Hunde oft nicht erlaubt.
Im Alentejo ist es häufig ruhiger als an der Algarve.
Und wenn dein Hund Wasser liebt, wirst du Portugal vielleicht ganz anders lesen.
Nicht nur nach Orten.
Sondern nach blauen Linien auf der Karte.
Einreise nach Portugal mit Hund

Wenn du mit Hund nach Portugal reist, brauchst du innerhalb der EU vor allem drei Dinge:
- einen EU-Heimtierausweis
- eine Kennzeichnung durch Mikrochip
- eine gültige Tollwutimpfung
Das klingt erst einmal nüchtern.
Ist es auch.
Für uns ist die Einreise mit Lucy nie ein großes Thema. Der Heimtierausweis liegt im Wohnmobil. Die Tollwutimpfung ist gültig. Lucy ist gechippt.
Kontrolliert werden wir nie.
Trotzdem würde ich ohne diese Unterlagen nicht losfahren. Gerade wenn du mehrere Länder durchquerst, gehört der Heimtierausweis griffbereit ins Fahrzeug. Nicht irgendwo tief in einer Kiste unter den Winterjacken.
Du fährst ja nicht nur nach Portugal.
Du fährst meistens durch Frankreich und Spanien. Manchmal mit Übernachtungen unterwegs. Manchmal über kleine Grenzen, manchmal über Autobahnen, manchmal über Landstraßen.
Auch dort gelten die EU-Regeln.
Wichtig ist vor allem, dass die Tollwutimpfung gültig ist und korrekt im Heimtierausweis eingetragen wurde. Bei jungen Hunden solltest du besonders genau hinschauen. Portugal erlaubt die Einreise mit jungen Hunden erst, wenn die Tollwutimpfung alt genug ist.
Wenn du unsicher bist, frag vor der Reise deinen Tierarzt und prüfe die aktuellen offiziellen Hinweise noch einmal selbst. Nicht, weil man sich verrückt machen muss. Sondern weil sich Regeln ändern können.
Bei uns ist es am Ende sehr einfach.
Ausweis dabei.
Hund dabei.
Weiterfahren.
Die Anreise mit Hund

Die Anreise nach Portugal ist lang.
Das wird manchmal etwas unterschätzt.
Von Norddeutschland bis an die Algarve sind es nicht einfach ein paar Kilometer Richtung Süden. Es sind mehrere Länder, viele Stunden im Fahrzeug und je nach Route sehr unterschiedliche Landschaften.
Für Lucy ist das überraschend unkompliziert.
Sie fährt gern Auto. Das macht vieles leichter.
Trotzdem sind für uns die Pausen wichtig. Nicht nur auf Rastplätzen. Eigentlich sogar lieber nicht auf Rastplätzen.
Wenn es irgendwie geht, suchen wir unterwegs Orte mit Wasser.
Einen Stausee.
Einen Fluss.
Einen kleinen See.
Etwas, wo man nach einem Fahrtag noch ein Stück laufen kann.
Manchmal ist so ein Zwischenstopp fast schöner als das eigentliche Weiterkommen. Man steigt aus, streckt die Beine, der Hund schnuppert sich einmal durch die Gegend und plötzlich ist man nicht mehr nur auf der Durchreise.
Auf dem Weg nach Portugal beginnt die Reise dann schon irgendwo in Frankreich.
Oder in Spanien.
Nicht erst, wenn am Straßenrand das erste Schild nach Portugal auftaucht.
Wenn du die Route genauer planen möchtest, findest du hier meine Erfahrungen zur 👉 Anreise nach Portugal mit dem Wohnmobil.
Portugal aus Lucys Sicht

Ich weiß natürlich nicht, wie Lucy Portugal erlebt.
Aber ich habe eine Vermutung.
Sie würde die Orte vermutlich nicht nach Namen sortieren.
Nicht nach Algarve, Alentejo oder Westküste.
Nicht nach Sehenswürdigkeiten.
Eher nach Wasser.
Nach Gerüchen.
Nach Katzen.
Nach brauchbaren Ufern.
Nach Wegen, auf denen wir am Wasser entlanglaufen und sie neben uns herschwimmen kann.
Barragem da Bravura

Die Barragem da Bravura liegt nicht weit von Monchique.
Für uns ist sie ein Stausee in den Hügeln der Algarve.
Für Lucy ist sie etwas anderes.
Sie sieht Wasser.
Spiegelglatt.
Blau.
Ohne Brandung.
Schon beim ersten Blick darauf zittert sie am ganzen Körper. Wir sind noch dabei, uns zu orientieren, da ist sie innerlich längst im See.
Dann geht alles schnell.
Geschirr aus.
Warten.
Blick zu uns.
Und irgendwann darf sie los.
Mit Anlauf ins Wasser.
Bauchklatscher.
Dann schwimmt sie.
Schnell und gleichmäßig.
So, als wäre das die selbstverständlichste Fortbewegungsart der Welt.
Mehr zur Gegend findest du in meinem Artikel über 👉 Monchique und die Barragem da Bravura.
Ribeira da Bordeira

An der Ribeira da Bordeira zeigt sich eine andere Seite von Lucy.
Dort geht es nicht nur ums Reinspringen.
Dort läuft einer von uns am Ufer entlang, und Lucy schwimmt nebenher.
Blickkontakt ist ihr wichtig.
Sie schaut immer wieder zu uns rüber. Nicht hektisch. Eher prüfend.
Sind wir noch da?
Gehen wir weiter?
Gut.
Dann schwimmt sie weiter.
Das sind die Orte, die für uns mit Hund besonders gut funktionieren. Nicht nur Wasser. Sondern Wasser mit Weg daneben.
Ein Fluss.
Ein Bach.
Ein Stausee.
Irgendwo, wo Hund und Mensch gemeinsam unterwegs sein können, nur eben nicht auf derselben Spur.
Fonte Ferreira

An der Fonte Ferreira interessiert Lucy nicht viel anderes.
Der Bach reicht.
Sie schnüffelt am Ufer.
Sie schaut ins Wasser.
Sie wartet.
Manchmal spielen dort kleine Frösche eine Rolle. Oder Wasserspinnen. Oder irgendein Geruch, der für uns nicht vorhanden ist, für Lucy aber offenbar sehr deutlich.
Das ist überhaupt etwas, das sich durch unsere Reisen mit Hund zieht:
Wir sehen eine Landschaft.
Lucy liest sie.
Mit der Nase.
Mit den Pfoten.
Mit einer Geduld, die sie bei anderen Dingen eher selten zeigt.
Den älteren Reisebericht dazu findest du hier: 👉 Fonte Ferrera und Fonte Filipe.
Ribeira da Foupana

An der Ribeira da Foupana bleiben wir länger, als wir ursprünglich denken.
Es gibt dort schöne Wege.
Bachdurchquerungen.
Ruhe.
Keine Menschen.
Kein Internet.
Auch das gehört zu Portugal mit dem Wohnmobil.
Manchmal steht man an einem wunderbaren Ort und das Internet ist schlecht. Oder gar nicht vorhanden.
Dann geht man eben spazieren.
An der Foupana läuft Lucy durch die Botanik, durch Kräuter und Gestrüpp, durch Wasser und über kleine Wege.
Am Abend riecht sie nach Thymian, Oregano, Lavendel und Zistrose.
Wie ein Gewürzregal.

Das kann man nicht planen.
Das passiert einfach, wenn ein Hund den ganzen Tag dort unterwegs ist, wo andere vielleicht nur die Aussicht fotografieren würden.
Mehr dazu steht im Reisebericht über 👉 Alcaria da Foupana.
Barragem do Caia

Stauseen sind für uns in Portugal immer wieder gute Orte.
Nicht alle.
Aber viele.
Am Barragem do Caia hat Lucy ihren eigenen kleinen Strand.
Jedenfalls fühlt es sich so an.
Ein Stück Ufer.
Wasser.
Platz.
Mehr braucht sie nicht.
Wir stehen dort, schauen auf den See und wissen ziemlich genau, wo wir sie finden, falls sie plötzlich nicht mehr neben uns steht.
Am Wasser.
Wahrscheinlich sitzend.
Wartend.
Der Stausee taucht in unserem Roadtrip rund um 👉 Portalegre, Nisa, Idanha Nova und Sabugal auf.
Rio Guadiana

Am Guadiana ist Portugal wieder anders.
Der Fluss ist breit.
Auf der anderen Seite liegt Spanien.
Manchmal fährt ein Boot vorbei.
Manchmal kommt ein Schäfer mit seinen Hunden.
Während wir versuchen, uns mit Händen und Füßen zu verständigen, spielt Lucy mit den Hunden.
Das ist keine große Szene.
Sie passiert einfach.
Und vielleicht mag ich genau solche Erinnerungen deshalb so gern. Weil sie nicht geplant sind.
Man fährt von der Straße ab, um näher an den Fluss zu kommen.
Man sitzt in der Sonne.
Ein Schäfer kommt vorbei.
Die Hunde spielen.
Dann fährt man irgendwann weiter.
Den älteren Reisebericht findest du hier: 👉 Die Krönung der Idylle am Guadiana.
Albufeira de Serpa

Nicht jeder Stausee ist idyllisch.
Das darf ruhig gesagt werden.
Die Albufeira de Serpa ist nicht der schönste Ort, an dem wir in Portugal stehen.
Aber es gibt Internet.
Und wilden Spargel.
Und nach einem langen Fahrtag kann Lucy noch ein paar entspannte Bahnen ziehen.
Manchmal reicht das.
Nicht für einen Reiseführer.
Aber für einen Abend unterwegs.
Die ganze Etappe findest du hier: 👉 Vom Rio Guadiana zum Stausee Albufeira de Serpa.
Pulo do Lobo

Am Pulo do Lobo geht Lucy erst einmal baden.
Oder genauer:
Sie nimmt ein gepflegtes Bad.
Wir sitzen in der Sonne.
Irgendwo gibt es eine nicht mehr ganz so kalte Hopfenkaltschale.
Das ist so eine Portugal-Erinnerung, die sich nicht groß machen lässt.
Man muss sie klein lassen.
Wasser.
Sonne.
Ruhe.
Lucy geht baden.
Der Beitrag dazu: 👉 Pulo do Lobo.
Praia Barranco

Am Praia Barranco ist Lucy ganz in ihrem Element.
Strand.
Felsen.
Wasser.
Schnuppertouren.
Einmal kommt sie mit einem Tintenfisch zurück, der quer über ihrem Gesicht hängt.
Natürlich ist in genau diesem Moment kein Fotoapparat zur Hand.
So ist das meistens mit den wirklich guten Bildern.
Sie passieren ohne Kamera.
Hier geht es zum Reisebericht: 👉 Praia Barranco.
Praia do Vale dos Homens

Am Praia do Vale dos Homens läuft Lucy erst Möwen hinterher.
Kurz denken wir, das könnte Ärger geben.
Dann interessiert sie sich plötzlich für etwas ganz anderes.
Ein schmales Tal.
Ein kleiner Bach.
Irgendetwas am Rand.
Wir rufen noch.
Zu spät.
Da wälzt sie sich schon.
Es sind die Überreste eines toten Delfins.
Na lecker.
Also wieder zurück zum Strand.
Baden.
So sieht Reisen mit Hund manchmal eben auch aus.
Den Beitrag findest du hier: 👉 Praia do Vale dos Homens.
Quarteira

Quarteira ist einer dieser Orte, die auf den ersten Blick nicht unbedingt nach Keine Eile klingen.
Viele Häuser.
Viele Menschen.
Viel Algarve.
Und trotzdem gibt es dort eine Lagune, die Lucy deutlich interessanter findet als das Meer.
Das Meer ist wärmer.
Aber die Wellen stören.
Die Lagune ist ruhiger.
Also schwimmt Lucy dort ihre Bahnen.

Wenn du wissen möchtest, warum dieser Ort bei uns trotzdem hängen geblieben ist, findest du den alten Beitrag hier: 👉 Super geil Quarteira.
Was mir in Portugal mit Hund aufgefallen ist

Portugal mit Hund ist für uns selten eindeutig.
Nicht einfach hundefreundlich.
Nicht einfach schwierig.
Eher beides.
Je nachdem, wo wir sind.
Je nachdem, zu welcher Jahreszeit.
Je nachdem, ob wir gerade an einem leeren Winterstrand stehen oder vor einer Restauranttür mit Hundeverbot.
Hunde gehören oft zum Alltag

In vielen Dörfern begegnen uns Hunde.
Nicht nur an der Leine.
Nicht nur in Gärten.
Sondern mitten im Ort.
Vor Werkstätten.
Vor Hauseingängen.
Auf Dorfstraßen.
Manchmal liegt einer im Schatten. Manchmal läuft einer ein Stück mit. Manchmal kläfft es hinter einem Zaun, bevor wir überhaupt sehen, wo der Hund ist.
Besonders in Serpa fällt uns das auf.
Dort läuft ein großer schwarzer Rüde eine Weile mit uns durch die Stadt. Eigentlich macht Lucy sich nicht viel aus anderen Hunden. Außer sie sind groß und schwarz.
Dieser hier ist groß und schwarz.
Er schließt sich uns an, als hätte er beschlossen, heute ein Stück Stadtführung zu übernehmen. Immer wieder biegt er ab, begrüßt andere Hunde und taucht kurz darauf wieder neben uns auf.
Viele Hunde tragen Halsbänder.
Sie wirken nicht herrenlos.
Eher so, als hätten sie ihre Wege.
Als wüssten sie, wohin sie gehören.
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass Hunde in Portugal morgens rausgelassen werden und abends wieder nach Hause kommen.
Keine Ahnung, ob das stimmt.
Abwegig kommt es uns in Serpa jedenfalls nicht vor.
Viel Gebell hinter Zäunen

Es gibt aber auch die andere Seite.
Wer in Portugal mit Hund spazieren geht, hört oft Hunde bellen.
Hinter Mauern.
Hinter Toren.
Hinter Zäunen.
Manchmal sieht man sie gar nicht. Manchmal sieht man nur kurz eine Schnauze, ein Tor, eine Kette, einen Schatten.
An einem Seeufer im Alentejo laufen wir einmal an einem Haus vorbei. Schon von weitem bellen uns zwei Hunde an. Einer ist angebunden und springt immer wieder in seine Kette. Der andere läuft zum Tor.
Lucy schaut nicht einmal hin.
Sie läuft einfach vorbei.
Keine ernst zu nehmenden Hunde?
Vielleicht.
Oder einfach anderes Programm.
Wasser ist vermutlich interessanter.
Im Alentejo ist oft niemand

Viele denken bei Portugal zuerst an die Algarve.
An Strände.
An Promenaden.
An Campingplätze.
An Restaurants.
Das Alentejo fühlt sich anders an.
Weiter.
Leerer.
Manchmal fast still.
Wir sind dort oft stundenlang unterwegs, ohne jemandem zu begegnen. Kein Gespräch. Kein Café. Kein Mensch am Weg.
Nur Hügel.
Korkeichen.
Kühe.
Zäune.
Vögel.
Und irgendwo Lucy, die prüft, ob sich das Wasser lohnt.
Diese Leere ist mit Hund angenehm.
Und manchmal auch umständlich.
Denn nicht jeder Weg führt weiter. Oft stehen plötzlich Zäune da. Tore. Privatgrund. Stacheldraht. Man sieht Wasser auf der Karte, aber kommt nicht hin.
Das gehört auch dazu.
Nicht jeder blaue Strich auf der Karte wird ein guter Spaziergang.
Winterstrände sind anders

Wenn ich an Portugal mit Hund denke, denke ich selten an Hundestrände.
Ich denke an Winterstrände.
An einen Morgen an der Westküste.
Der Atlantik ist laut.
Der Wind kommt von vorn.
Im Sand liegen Muscheln, Holz, Tang und Dinge, die Lucy natürlich interessanter findet als wir.
Wir laufen eine ganze Weile und begegnen kaum jemandem.
Manchmal zwei Anglern.
Manchmal einem anderen Hund.
Manchmal nur Möwen.
Außerhalb der Saison sind viele Strände für uns mit Hund erstaunlich unkompliziert. Nicht, weil es keine Regeln gibt. Sondern weil niemand da ist, den man hätte stören können.
Trotzdem bleibt Rücksicht wichtig.
Ein nasser Hund, der voller Begeisterung aus dem Wasser kommt, ist nicht für jeden ein Geschenk.
Auch wenn Lucy das vermutlich anders sieht.
Restaurants sind nicht immer einfach

Mit Hund essen gehen ist in Portugal für uns nicht immer leicht.
In vielen Restaurants sind Hunde nicht erlaubt.
Gerade in Innenräumen.
Manchmal hängt ein Schild an der Tür. Manchmal merkt man es erst beim Fragen. Manchmal ist draußen Platz, manchmal nicht.
Das ist für uns kein großes Drama, weil wir im Wohnmobil ohnehin viel selbst kochen.
Aber wenn du gerne regelmäßig essen gehst, solltest du das wissen.
Portugal ist in dieser Hinsicht nicht automatisch einfacher als Deutschland.
Manches ist entspannter.
Anderes nicht.
Katzen gibt es auch

Portugal hat nicht nur Hunde.
Portugal hat auch Katzen.
Viele Katzen.
Auf Mauern.
Unter Autos.
In Häfen.
An Flussufern.
In Lagos müssen wir mit Lucy auf dem Weg zum Strand an einer kleinen Katzenkolonie vorbei. Für uns ist das einfach ein Weg.
Für Lucy ist es ein Ereignis.
Sie zieht.
Die Katzen verschwinden.
Wir haben dieses ungute Gefühl, einen Hund zu haben, der nur dann zuverlässig hört, wenn er gerade nichts Besseres vorhat.
Auch das gehört zum Reisen mit Hund.
Man sieht einen Ort nicht nur mit den eigenen Augen.
Man sieht ihn durch die Interessen eines Tieres, das neben einem läuft.
Oder zieht.
Was du nicht vergessen solltest

Ich bin keine Tierärztin.
Und dieser Artikel ersetzt keine Beratung vor der Reise.
Aber es gibt ein paar Dinge, über die ich vor einer Reise nach Portugal mit Hund nachdenken würde.
Nicht ängstlich.
Nur aufmerksam.
Prozessionsspinner

In Portugal gibt es Pinienprozessionsspinner.
Wir sind ihnen einmal begegnet.
So eine Prozession sieht erst einmal faszinierend aus. Viele Raupen hintereinander. Fast ordentlich.
Für Hunde kann der Kontakt gefährlich werden, vor allem wenn sie mit Nase oder Zunge an die Raupen oder ihre Haare kommen.
Seitdem schaue ich unter Pinien genauer hin.
Nicht panisch.
Aber genauer.
Wenn dein Hund gern überall schnuppert, leckt oder Dinge aufnimmt, ist das ein Thema, das du kennen solltest.
Leishmaniose und Sandmücken

Portugal liegt im Mittelmeerraum.
Damit gehören auch Sandmücken und Leishmaniose zu den Themen, über die man vor der Reise mit dem Tierarzt sprechen sollte.
Besonders, wenn du länger unterwegs bist.
Oder in der wärmeren Jahreszeit.
Wir sind meistens im Herbst, Winter oder Frühjahr in Portugal. Über den Hochsommer kann ich aus eigener Erfahrung wenig sagen.
Trotzdem würde ich heute vor einer längeren Reise immer noch einmal klären:
Welcher Mückenschutz ist sinnvoll?
Braucht der Hund ein spezielles Halsband?
Ein Spot-on?
Gibt es etwas, das zu diesem Hund nicht passt?
Das ist keine Frage für Reiseblogs.
Das ist eine Frage für die Tierarztpraxis.
Zecken

Zecken gibt es natürlich auch.
Wir haben immer eine Zeckenzange dabei.
Und wir schauen Lucy nach Spaziergängen an.
Besonders nach Wegen durch Gras, Gestrüpp oder feuchte Bereiche.
Das ist bei uns kein großes Reisethema.
Aber es gehört zu den kleinen Routinen, die unterwegs einfach dazugehören.
Hitze

Wir sind nie im Hochsommer mit Lucy in Portugal.
Deshalb kann ich nicht aus eigener Erfahrung sagen, wie es sich im Juli oder August mit Hund anfühlt.
Ich weiß nur:
Schon im Frühjahr kann die Sonne kräftig sein.
Im Sommer werden Asphalt, Sand und Wohnmobil schnell heiß.
Für uns sind die Wintermonate ideal.
Lange Spaziergänge.
Leere Strände.
Milde Tage.
Abends manchmal kalt.
Aber ein Hund kann sich bewegen, ohne dass man ständig auf die Uhr schauen muss.
Wenn du im Sommer fährst, würde ich vieles anders planen.
Früh raus.
Mittags Schatten.
Immer Wasser dabei.
Und keine langen Wege über heißen Sand.
Sand und Salzwasser

Ein Hund, der gern im Meer schwimmt, bringt danach das Meer mit ins Wohnmobil.
Sand.
Salz.
Nasses Fell.
Handtücher sind keine Nebensache.
Sie sind Ausrüstung.
Wir haben immer irgendetwas zum Abtrocknen dabei. Nicht, weil Lucy danach besonders sauber ist. Sondern weil es sonst im Wohnmobil noch schneller aussieht, als hätte der Strand kurz vorbeigeschaut.
Nach viel Salzwasser ist auch Süßwasser zum Abspülen angenehm.
Nicht immer möglich.
Aber gut, wenn es geht.
Tierarzt vor Ort

Wir müssen in Portugal mit Lucy, soweit ich mich erinnere, nicht oft zum Tierarzt.
Trotzdem würde ich heute vor längeren Aufenthalten schauen, wo in der Region eine Tierarztpraxis ist.
Nicht jeden Tag.
Nicht für jeden Stellplatz.
Aber wenn man länger irgendwo bleibt, ist es beruhigend zu wissen.
Gerade im Wohnmobil.
Gerade mit Hund.
Gerade in Gegenden, in denen der nächste Ort nicht direkt hinter der nächsten Kurve liegt.
Hundemarke und Telefonnummer

Lucy trägt eine Hundemarke mit Telefonnummer.
Das würde ich immer wieder so machen.
Natürlich ist ein Mikrochip wichtig.
Aber wenn jemand einen Hund findet, ist eine sichtbare Telefonnummer schneller.
Besonders unterwegs.
Besonders in einem Land, dessen Sprache man nicht richtig spricht.
Versicherung

Auch eine Hundehaftpflicht gehört für mich zu den Dingen, die man vor einer langen Reise prüfen sollte.
Gilt sie im Ausland?
Gilt sie lange genug?
Gibt es Einschränkungen?
Das sind langweilige Fragen.
Aber langweilige Fragen sind manchmal genau die, die unterwegs für Ruhe sorgen.
Kleine Packliste für den Hund

Wir haben für Lucy keine spektakuläre Spezialausrüstung.
Vieles ist einfach Alltag.
Trotzdem gibt es Dinge, die immer mitmüssen.
Unterlagen
- EU-Heimtierausweis
- Nachweis über gültige Tollwutimpfung
- Chipnummer
- Versicherungsunterlagen
- Telefonnummer der eigenen Tierarztpraxis
- falls nötig: Medikamente und Dosierung
Für unterwegs
- Halsband oder Geschirr
- normale Leine
- Schleppleine
- Hundemarke mit Telefonnummer
- Kotbeutel
- Trinknapf
- Wasser für Pausen
- Futter für mehrere Tage
- Leckerli, wenn dein Hund so etwas ernst nimmt
Lucy nimmt vieles ernst.
Futter gehört dazu.
Fürs Wohnmobil
- Hundedecke
- Handtücher
- ein Platz zum Schlafen
- Näpfe
- Futtervorrat
- Zeckenzange
- Bürste
- eventuell Maulkorb, falls du ihn für Fähren, öffentliche Verkehrsmittel oder bestimmte Situationen brauchst
- alte Tücher für Sand, Schlamm und Meerwasser
Und dann gibt es noch Dinge, die offiziell vielleicht nicht auf eine Packliste gehören.
Zum Beispiel Geduld.
Wenn ein Bach interessant ist, dauert es eben.
Wenn ein Grasbüschel interessant ist, auch.
Wenn irgendwo eine Katze sitzt, noch mehr.
Andere Erfahrungen anderer Reisender

Unsere Erfahrungen stammen aus vielen Winterreisen mit Lucy.
Aus dem Wohnmobil.
Mit viel Zeit.
Und mit einem Hund, der Wasser wichtiger findet als fast alles andere.
Andere reisen anders. Andere Hunde sind anders. Andere Jahreszeiten verändern auch vieles.
Deshalb finde ich es hilfreich, auch bei anderen zu lesen. Nicht, um eine endgültige Antwort zu finden. Sondern um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie unterschiedlich Portugal mit Hund erlebt werden kann.
Portugalismo: Urlaub mit Hund in Portugal
Bei Portugalismo geht es recht ausführlich um Urlaub mit Hund in Portugal.
Interessant finde ich vor allem den Abschnitt zum Reisen mit Wohnmobil. Dort wird beschrieben, dass Hunde auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen meistens kein großes Problem sind. Das deckt sich ziemlich gut mit unseren Erfahrungen.
Auch die Beobachtung zu den vielen Katzen nehme ich schmunzelnd zur Kenntnis.
Ja.
Katzen.
Portugal hat viele davon.
Wenn du mit einem jagdlich interessierten Hund unterwegs bist, kann das manchmal spannender werden, als einem lieb ist.
Auch bei den Restaurants beschreibt Portugalismo etwas, das wir ähnlich erleben: Hunde sind in Portugal nicht automatisch in Innenräumen willkommen. Manchmal läuft zwar der Hund des Wirtes durch den Raum, der eigene Hund darf aber trotzdem nicht mit hinein.
Das ist Portugal.
Oder vielleicht einfach Leben.
Nicht immer logisch.
Aber meistens irgendwie handhabbar.
Jack auf Reisen: Camping an der Algarve mit Hund
Bei Jack auf Reisen erkenne ich mich an mehreren Stellen wieder.
Dort beginnt Portugal gleich mit einem einsamen Stausee. Drei Tage fast allein. Ein Fischer. Ein Spaziergänger. Hunde, die frei laufen können. Wasser.
Das kommt mir sehr bekannt vor.
Auch später, in Quarteira, wird es vertraut. Erst der schöne Strand. Dann der volle Platz. Viele Camper. Viele Hunde. Unruhe. Und irgendwann sogar die Polizei, weil sich Anwohner über Camper und freilaufende Hunde beschwert hatten.
Das ist eine wichtige Ergänzung zu unseren älteren Erfahrungen.
Viele Orte, die früher entspannt waren, sind es heute nicht mehr unbedingt. Gerade an der Algarve hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Mit Hund bedeutet das nicht, dass Portugal ungeeignet ist. Aber es bedeutet, dass man genauer schauen muss.
Wo darf man stehen?
Wie voll ist es?
Stört der Hund andere?
Und ist das hier wirklich ein guter Platz oder nur einer, an dem gerade viele andere stehen?
Bullireisen: Portugal mit Hund
Bullireisen schreibt ebenfalls über Portugal mit Hund und erwähnt einige Punkte, die ich wichtig finde.
Zum Beispiel, dass Hunde in Restaurants und Bars eher selten erlaubt sind. Auch das passt zu unserer Erfahrung. Wer aus Deutschland kommt, ist vielleicht gewohnt, den Hund einfach mitzunehmen. In Portugal funktioniert das nicht immer.
Auch bei den Stränden beschreibt Bullireisen den Unterschied zwischen Hauptsaison und Nachsaison.
In der Hochsaison sind Hunde an vielen Stränden nicht erlaubt oder zumindest nicht gern gesehen. In der Nachsaison ist vieles entspannter.
So erleben wir es auch.
Für uns sind die Winterstrände mit Lucy oft die schönste Variante von Portugal.
Leer.
Windig.
Weit.
Und manchmal mit einem Hund, der nach dem Baden aussieht, als hätte sie den Atlantik persönlich erfunden.
Bullireisen weist außerdem auf Prozessionsspinner hin. Das ist kein schönes Thema, aber ein wichtiges. Besonders unter Pinien sollte man mit Hund aufmerksam sein.
Travel4Dogs: Urlaub mit Hund in Portugal
Travel4Dogs ist eher klassisch aufgebaut.
Weniger persönlicher Reisebericht.
Mehr Überblick.
Gerade deshalb kann der Beitrag eine gute Ergänzung sein, wenn du noch einmal kurz nachlesen möchtest, welche Themen grundsätzlich wichtig sind: Restaurants, Läden, Strände, Zecken, Leishmaniose und andere Reisekrankheiten.
Bei den Restaurants ist Travel4Dogs recht klar: Hunde dürfen in Portugal häufig nicht mit hinein. Auch an Stränden kommt es sehr auf Zeit, Ort und konkrete Regeln an.
Das klingt weniger romantisch als viele Reiseberichte.
Aber genau deshalb ist es sinnvoll, das zu lesen.
Portugal mit Hund ist nicht einfach ein einziges großes Hundeglück.
Es kommt darauf an, wie du reist.
Wann du reist.
Wo du unterwegs bist.
Und was dein Hund braucht.
Zum Schluss

Wenn ich heute Fotos von Lucy anschaue, ist sie erstaunlich oft irgendwo am Wasser.
Mitten in einem Stausee.
Im Atlantik.
In einem kleinen Fluss.
Oder sie sitzt am Ufer und wartet darauf, dass endlich jemand mitkommt.
Das ist vielleicht die ehrlichste Antwort auf die Frage, ob Portugal für Hunde ein schönes Reiseziel ist.
Für Lucy ist es das.
Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.
Nicht wegen der Campingplätze.
Nicht wegen der Restaurants.
Sondern wegen der blauen Linien auf der Karte.
Wegen der Bäche.
Der Stauseen.
Der Lagunen.
Der leeren Winterstrände.
Und vielleicht auch, weil wir durch sie anders reisen.
Langsamer.
Mehr am Wasser entlang.
Mehr zu Fuß.
Mehr mit Blick auf Dinge, die wir ohne Hund vielleicht übersehen hätten.
Ein Grasbüschel.
Ein Pfad zum Bach.
Ein fremder Hund vor einer Werkstatt.
Eine Katze unter einem Auto.
Ein See, der auf der Karte gar nicht besonders aussieht und dann doch ein guter Ort wird.
Kann man seinen Hund mit nach Portugal nehmen?
Aus unserer Erfahrung: Ja.
Gut sogar.
Aber vielleicht ist das gar nicht die wichtigste Frage.
Vielleicht ist die bessere Frage:
Was zeigt dir dein Hund unterwegs, was du allein übersehen hättest?
Bei Lucy ist die Antwort meistens einfach.
Wasser.
Weiterlesen auf Keine Eile
Wenn du mehr über Portugal mit dem Wohnmobil lesen möchtest, findest du hier die passenden Beiträge:
- Portugal mit dem Wohnmobil entdecken
- Mit dem Wohnmobil nach Portugal – lohnt sich das noch?
- Anreise nach Portugal mit dem Wohnmobil
- Stellplätze in Portugal
- Maut in Portugal
- Gas in Portugal
Und wenn du Lucy noch nicht kennst:
Weitere Reiseberichte mit Lucy in Portugal:
- Monchique und die Barragem da Bravura
- Fonte Ferrera und Fonte Filipe
- Alcaria da Foupana
- Pulo do Lobo
- Serpa
- Praia Barranco
- Praia do Vale dos Homens
- Lagos
- Super geil Quarteira
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