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Serra Alcaria Algarve Portugal

Roadtrip durch das Hinterland Algarve

Wehmütig verlassen wir die Küste der Algarve. Erst wollten wir dort gar nicht hin, jetzt fällt es uns schwer wieder wegzufahren. Lies hier, was wir in der Algarve erlebt haben.

Doch bei den tollen Orten, die wir im Inland der Algarve entdecken, fällt der Abschied gar nicht so schwer.

Zunächst machen wir einen Roadtrip durch die Serra de Alcaria. Auf 400 Metern Höhe geht´s parallel zur Küste. Tolle Aussicht! Danach wandern wir entlang des verschlungenen Ribeira da Foupana.

Überwintern in Portugal: Serra de Alcaria

Als Ziel für den ersten Tag unserer Reise weg von der Küste haben wir uns die Serra Alcaria ausgesucht.

Das Gebirge ist die höchste Erhebung im Hinterland von Faro und wir hoffen auf einen Platz ganz oben.

In dieser Gegend waren wir schon mal unterwegs. Und es hat uns gut gefallen.

In Sao Bras de Alportel gehen wir einkaufen und decken uns mit Getränken und Grillgut für die nächsten Tage ein.

Dann geht es auf in die “Wildnis”.

Zu Anfang sind die Wege noch recht gut befahrbar und asphaltiert. Irgendwann biegen wir ab auf einen überraschend breiten Schotterweg, der uns laut Karte ganz nach oben bringen sollte.

Kurz vorm Gipfel wird der Weg immer enger. Und die heftigen Steigungen zum Ende hin sind eine der seltenen Gelegenheiten, wo wir mal wieder den Allradantrieb zu Hilfe nehmen. Allrad wäre nicht wirklich notwendig gewesen. Bei unserem Auto ist es jedoch so, dass wir gleichzeitig mit dem 4-Rad-Antrieb eine niedrigere Übersetzung haben und wir steilere Steigungen fahren können, die mit der normalen Übersetzung nicht mehr zu schaffen sind.

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Oben angekommen werden wir nicht enttäuscht.

Absolute Stille. Und ein herrlicher Blick auf die Küste aus einer völlig neuen Perspektive. Wir können das ganze Hinterland von Faro sehen. Im Osten bis fast zur spanischen Grenze und im Westen bis Quarteira schauen.

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Den Weg den wir gekommen sind, könnten wir wohl noch ewig auf den Bergkämmen weiterfahren. Aber es ist nur ein schmaler Grad und schwierig einen einigermaßen geraden Parkplatz zu finden.

Es ist recht warm geworden. Und nahezu windstill. So dass wir das erste Mal in diesem Jahr am Nachmittag nicht in der Sonne, sondern im Schatten sitzen (müssen).

 

Der Sonnenuntergang zaubert ein schönes Farbenspiel an den Himmel. Leider versinkt die Sonne nicht direkt im Meer, weil in Richtung Westen ein paar Hügel den Blick auf den Ozean versperren.

Als es nach dem Abendessen um 8 immer noch angenehm warm ist und das Außenthermometer noch 20 Grad anzeigt, schaffen wir unsere Decken und Kissen Vorräte aufs Dach. Dort genießen wir die lauwarme Nacht bei einem guten Film und einem leckeren Grünkohl- Smoothie mit Spinat-Topping.

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Gegen Mitternacht beenden wir den Abend. Das Thermometer zeigt immer noch 20 Grad. So eine lauwarme Nacht hatten wir in diesem Jahr noch gar nicht.

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Als wir am nächsten Tag von unserem ausgedehnten Spaziergang völlig erschöpft – weil die Sonne brennt, die Luft steht und die Wege sehr steil rauf und runter gehen – zurück kommen, sind wir überrascht.

Unerwartet haben wir Nachbarn. 30 Meter neben uns parkt ein Land Rover mit großem Anhänger und ein Sprinter. Auch mit Anhänger. Um die Fahrzeuge tümmeln sich ca. 10 extrem bunt gekleidete Leute mit Hightech Mountainbikes aus mehreren Nationen.

Nach einem kurzen Gespräch stellt sich heraus, dass wir direkt am Startpunkt einer Downhill Strecke stehen.

Serra Alcaria - Algarve - Portugal

Und dann geht der Spaß auch schon los. Der Reihe nach geht es über einen ganz schmalen Pfad und einige Sprungschanzen in rasender Fahrt ins Tal. Der Spaß dauert keine 5 Minuten.

Die beiden Begleitfahrzeuge machen sich zur gleichen Zeit auch auf den Weg nach unten, brauchen jedoch 5 Minuten länger, bis sie unten ankommen. Dann kommen die Räder fix auf die Hänger, die Menschen in die Autos und nach 20 Minuten sind alle wieder oben am Startpunkt.

Der Spaß zieht sich über den gesamten Nachmittag und mit der Ruhe ist es so ein bisschen vorbei.

Als der Spuk dann endgültig ein Ende hat, dauert es nicht lange bis die Luft erfüllt ist vom Dröhnen mehrere Motorräder. Vom Horizont aus bewegt sich gleichzeitig eine riesige Staubwolke auf uns zu. Kommt näher. Und ehe wir überhaupt so richtig begriffen haben, was los ist, wird die Wolke auch schon wieder kleiner. Bleibt stehen. Kommt wieder auf uns zu.

Auf einmal sind wir umringt von 14 Crossmaschinen und ihren verwegen aussehenden Fahrern. Alle stellen den Motor ab und wir sind erstaunt: Man spricht deutsch.

Nachdem wir uns gegenseitig unsere Bewunderung für die jeweiligen Fahrzeuge ausgesprochen haben, ist auch klar, warum die Jungs umgedreht sind. Der ganze Staub macht durstig und man wollte mal freundlich fragen, ob sie bei uns nicht ein kühles Bier bekommen könnten. Man wäre auch bereit großzügig zu bezahlen. Schade, dass wir auf derartige Eventualitäten so schlecht vorbereitet sind, sonst hätten wir ne schnelle Mark machen können.

Wir nutzen gerade die letzten Sonnenstrahlen zum Grillen. Da nähert sich schon wieder ein Auto.

Dieses Mal nur ein Pick Up. Mit 4 Fahrrädern. Nun sind es Portugiesen. Räder und Klamotten sind nicht ganz so Hightech. Und das Spiel geht von vorne los. Allerdings nicht so lange. Nach der 4. Abfahrt verabschieden sie sich freundlich “Good bye! It´s the last one.”

Schon in der Nacht wird das Auto gelegentlich von heftigen Windböen bewegt. Der Sturm nimmt in den Morgenstunden weiter zu. Am Bergkamm parkend erwischt uns der Wind immer volle Breitseite. Der morgendliche Spaziergang ist kein Spaß. Denn der Sand weht einem in die Augen. Trotz herrlich blauem Himmel ist der Aufenthalt draußen unmöglich.

So werden wir früher als geplant in niedrigere Gefilde umsiedeln.

Leider stellt sich heraus, dass das nicht so einfach ist. Es geht erst mal weiter bergauf.

Unsere Route verläuft auf etwa 400 Meter Höhe durch die Serra de Alcaria. Der Sturm bleibt erstmal unser Begleiter.

Trotzdem macht fahren Spaß. Es ist kaum Verkehr. Wir haben heute eine super Fernsicht. Immer wieder bietet die Strecke einen tollen Ausblick auf die anspruchsvolle Landschaft und das Meer.

 

Serra de Algaria - Algarve -Portugal

Panorama – mit der Maus über das Bild fahren!

Überwintern in Portugal: Ribeira da Foupana

Aus Mangel an Parkmöglichkeiten fahren wir jedoch weiter als eigentlich geplant.

Die erste Möglichkeit im Tal zu parken am Ribeira de Odeleite, die wir uns ausgesucht hatten, ist voll gestellt mit Wohnmobilen. Also fahren wir weiter.

Die Serra de Alcaria haben wir nun hinter uns gelassen. Im weiteren Verlauf unserer Route kommen wir noch an einigen kleinen Flüssen vorbei. So sind wir recht zuversichtlich, dass wir einen schönen Platz finden werden.

Nach einiger weiterer Fahrerei werden wir am Lauf der Ribeira de Foupana fündig. Etwa abseits der Straße, am lieblich dahin plätschernden Bach können wir endlich den Motor abstellen.

Trotzdem wir in einem engen Tal stehen, gibt es von Frühmorgens bis spät am Nachmittag Sonne. Das Tal ist nämlich nahezu perfekt von Ost nach West aufgerichtet.

Ribeira da Foupana - Algarve - Portugal

Leider gibt es kein Internet. Aber das macht nichts. Denn die Gegend bietet viele verschiedene Wandermöglichkeiten.

So verbringen wir viel Zeit damit durch die menschenleere Gegend, die grünen Hügel zu wandern. Inklusive mehrere Bachdurchquerungen – mit Schuhe und Strümpfe aus.

Auch Lucy hat ihren Spaß und tobt durch die Botanik. Am Abend riecht sie wie ein Gewürzregal nach Thymian, Oregano, Lavendel, Zistrose…

 

Ribeira da Foupana - Algarve - Portugal

Panorama – mit der Maus über das Bild fahren!

 

Ribeira da Foupana - Algarve - Portugal

Panorama – mit der Maus über das Bild fahren!

 

Eines Abends ist leider unser Wassertank leer.

Eigentlich war nicht geplant, dass wir so lange am Ribeira de Foupana bleiben würden. Nur deswegen diesen schönen Ort verlassen zu müssen, wäre irgendwie blöd.

Wir beschäftigen uns also mit dem Thema Wasserqualität von Flüssen. Glücklicherweise verstauben in unserer Hardware-Bibliothek einige Bücher – Internet gibt es hier ja nicht.

Um unseren Aufenthalt noch verlängern zu können, füllen wir unseren Wassertank also mit dem Wasser aus dem Bach. Um auf Nummer sicher zu gehen, wäre für so einen Fall eine Osmose Anlage eine tolle Sache. Aber da wir nicht vorhaben das Wasser direkt zu trinken, sondern es eh nur zum Waschen und Kochen benutzen, hoffen wir mal, dass das okay ist.

⇒ hier schreibt Philipp über seine Osmose Anlage

 

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Ist schon irgendwie crazy.

Erst fiel es uns schwer aus dem Alentejo an die Küste der Algarve zu fahren.

Dann fiel es uns schwer die Küste wieder zu verlassen und zurück ins Inland zu fahren.

Spätestens jetzt sind wir wieder unheimlich froh diese Ruhe, die Natur und die Schönheit des Hinterlands genießen zu dürfen.

 

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Über Steffi und Olaf

Gemeinsam mit unserer Hündin Lucy wohnen wir in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor wir zum „Leben auf Rädern“ kamen, sind wir mit dem Fahrrad gereist. Davor lebten wir in einem Haus, hatten ganz normalen Jobs - der ganz normale Wahnsinn... Schnell haben wir festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahmen wir ein Jahr Auszeit und sind so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 sind wir wieder unterwegs und unser Leben hat sich komplett geändert. Folge uns via Feedly und Bloglovin´

4 comments

  1. Ganz tolle Einblicke. Vielen Dank für dieses Video!

    LG

    Kai

  2. Toller Beitrag 🙂 Könnte sogar sein, dass ich die Motorradfahrer auch schon kennen gelernt habe 😀 Die waren immer sehr nett und warten an unübersichtlichen Stellen gerne einmal, wenn man ihnen in der Pampa zu Fuß mit Hund entgegen kommt, damit niemand verletzt wird.

    Der Anführer der Truppe müsste eigentlich Schweizer sein, wenn ich mich nicht ganz irre?? 🙂 Kannst die aber für nächsten Winter in Portugal zu mir schicken, ich hab immer ein paar Bier kalt stehen. 😀

    Wünsche euch noch viel Spaß!

  3. Peter Böing

    Danke für eure Berichte. Im Gegensatz zu euch habe ich die Algavre noch vor mir, denn ich bin heute in Portugal angekommen in Tavira und stehe jetzt auf eurem Tipp Forte do Rato. Danke für den guten Tipp.

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