Spielzeugstand auf dem Flohmarkt in Barao de Sao Joao, Algarve, Portugal

Markttag

Sonntag ist Jagdtag. Auch in Portugal. Von überall wird geschossen, gar rumgeballert. Auf was eigentlich geschossen wird, ist unklar. Selbst Lucy, die stets auf der Suche und oft erfolgreich ist, hat noch kein Wild vor die Schnauze bekommen.

Sonntag ist Markttag. An jedem 4. Sonntag im Monat in Barão de São João, nur wenige Kilometer vom Stausee entfernt. Der Markt ist auch ein Treffpunkt, denn wer kann kommt her, trifft Freunde und Bekannte, schaut sich um oder betreibt gar einen kleinen Stand. Es ist ein Flohmarkt. Im Vergleich zum letzten Jahr, war der Markt heute um einiges kleiner. Vor ein paar Monaten hatte die Polizei, mit Maschinengewehren bewaffnet, selbst alte Bäuerinnen gefilzt, die nur ein paar Kräuter verkaufen wollten. Auf einem Flohmarkt ist gewerblicher Handel eben verboten und einige Verkäufer hatten es wohl stark übertrieben (nicht nur mit Obst und Gemüse).

Das Thema wird im Land gerade öffentlich diskutiert. In der ESA (Entdecken Sie Algarve, eine deutschsprachige Zeitschrift, die einmal im Monat erscheint) erschien kürzlich ein Artikel darüber, dass die Regelung, auf einem Markt müsse auch das alte Mütterchen für ein Büschel Gartenkräuter eine Quittung ausstellen, das Ende der Kleinbauern wäre, die sowieso kaum Geld zum (Über)leben haben und sich bisher, durch den Verkauf von selbstangebautem Obst und Gemüse etwas dazuverdienen konnten.

Das Problem dabei ist, dass Einkünfte bis 10.000 Euro sowieso von der Steuer befreit sind und der Staat durch die meisten der kleinen Bauern keine weiteren Einnamen zu erwarten hätte. Außerdem können viele der Senioren, die sich auf den Märkten etwas Geld zu ihrer mageren Rente dazu verdienen, weder lesen noch schreiben. Die Anschaffung der elektronischen Geräte, die nötig wären, um dem neuen Gesetz genüge zu tragen, würde die Einnahmen aus dem kleinen Gemüsegeschäft bei weitem überschreiten.  (Quelle: ESA 02.2014)

Wer die kleinen Bauernmärkte der Algarve liebt und auch weiterhin frisches, selbstangebautes Gemüse bei den Marktbauern einkaufen möchte, könnte die „Petition zur Befreiung der Fakturierungspflicht“ unterschreiben:

→ zur Petition

2014 THE INTERNATIONAL YEAR OF FAMILY FARMING

Tills Stand auf dem Flohmarkt in Barao de Sao Joao
Stand auf dem Flohmarkt in Barao de Sao Joao

 

Nachdem wir alle Stände abgeklappert hatten, fuhren wir zum Strand „Boca do Rio“. Das Meer war glatt und klar wie Wasser in einer Badewanne. Die Sonne schien vom blauen Himmel und es wehte ein kalter Wind aus Norden. Der kleine Fluss hatte sich zu einem großen See aufgestaut Bei unserem ersten Besuch im November sahen wir ein Schild, das verkündete, dass ab Oktober 2013 am Strand ein Parkplatz gebaut werden solle. Nun stand auch an der Zufahrtsstraße ein Schild, ein Einfahrtverbotenschild (noch abgedeckt) und ein Bauzaun wurde gebracht.

mit dem Busteam am Boca do Rio, Algarve, Portugal
mit der Familie im blauen Reisebus am Boca do Rio, Algarve, Portugal

 

Auf seinem Reiserad kam Tom aus Cuxhaven mit seinem Hund Sam herbeigeradelt. Von weitem hatte er den Laster gesehen und uns für andere gehalten. Er war gerade in Marokko gewesen und nun auf dem Weg nach Kanada. Also eigentlich zum Flughafen nach Lissabon. Wir tranken Kaffee zusammen und unterhielten uns, bis die Sonne hinter den Klippen verschwand. Amelie und Till (die Familie im blauen Reisebus) , die auf dem Markt einen Stand unterhielten, waren mittlerweile auch eingetroffen. Am Abend klopfte es und Amelie reicht ein Stück Kuchen rein  – welch ein Service!

mit dem Busteam am Boca do Rio - die Idylle täuscht
mit der Familie im blauen Reisebus am Boca do Rio – die Idylle täuscht

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