Roadtrip Frankreich

Ein Roadtrip durch Frankreich

Wir starten unseren Roadtrip durch Frankreich in Lothringen.

Roadtrip Frankreich - Herbst

Ein bedeckter, weißer Himmel, sanfte grüne Hügel und das bunte Laub der Bäume säumen den Weg durch Lothringen.

Die herbstliche Landschaft ist wunderschön.

Die Farben – alle Schattierungen von grün, braun und gelb unter einem grau-weißem Himmel. Es schneit Laub von den Bäumen und immer wieder diese herrliche Aussicht, wenn man den Gipfel des nächsten Hügels erreicht hat.

Kleine Dörfer schmiegen sich in die Talmulden, Kirchtürme ragen hoch daraus hervor.

Wir stapfen durch den dicken Matsch im Wald. Wattwürmer haben Schlammburgen gekringelt. Der Boden bleibt mit den Blättern unter den Schuhen hängen und mit jedem Schritt wird man ein wenig größer.

Roadtrip Frankreich: Charmes

Die erste größere Pause in Frankreich machen wir in Charmes, einer ruhigen, charmanten Kleinstadt direkt an der Mosel.

In der Boulangerie, also beim Bäcker, dann die erste Möglichkeit die bescheidenen Französischkenntnisse aufzufrischen.

Die französischen Häuser sind toll. Hoch, meist zweigeschossig, fast quadratisch, mit einem flachen Dach. Hohe Fenster mit Fensterläden in grün oder braun. Manche Häuser sehen aus wie kleine Schlösschen. Gut erhalten und schick oder zerfallen.

Überhaupt sieht man viele verfallene oder abgebrannte Häuser, um die sich niemand mehr zu kümmern scheint.

Sehr ländlich ist es. In den Dörfern gibt es viele Höfe mit mehreren Gebäuden und in den Scheunen stehen alte Traktoren. Die meisten Felder sind abgeerntet, auf einigen wächst noch Gemüse heran, aber vor allem gibt es Weiden und weiße Rinder. Oft auch mit kleinen Kälbchen.

Auf dem Weg in Richtung Besancon liegt der kleine Ort Bould, etwas abseits der Nationalstraße. Einen Parkplatz gibt es vor der Festhallte des Dorfes.

Der Wald liegt voller Laub. Es ist herrlich durch eine hohe Schicht bunter Blätter zu stapfen und sie immer wieder auf sich fallen zu sehen. Die Bäume sind hoch und dick und so schön anzusehen, dass man kaum weiterlaufen kann.

Roadtrip Frankreich: Bould

Abends ist ordentlich was los auf dem Parkplatz. Gegen 19 Uhr kommt das erste Auto und dann immer mehr. Das Licht geht an in der Halle, Musik wird gespielt, Jugendliche treiben sich auf der Straße rum, kleine Kinder laufen kreischend durch die Gegend. Morgens gegen 4, als auch der Dauerregen einsetzt, der den ganzen Tag anhalten wird, fahren die letzten wieder nach Hause.

Dann regnet es den ganzen Tag wie aus Eimern.

Die Temperatur fällt um 10 Grad.

An Rausgehen ist eigentlich nicht zu denken.

Es ist dennoch viel los. Ständig kommen Autos und fahren wieder weg, die Jäger treffen sich und durchstreifen die Wiesen und Äcker. Zwei völlig durchnässte Mountainbiker radeln vorbei.

Wir sitzen gemütlich und schauen hinaus und machen, was man an verregneten Tagen eben so macht.

Roadtrip Frankreich: France-Comté

Roadtrip Frankreich: Rennes-sur-Loue

Gleich hinter Besancon geht es bergauf.

Vom Tal der Dous hinauf in die Berge – France Comté, so etwas wie das Allgäu auf französisch.

Hinter den kleinen Bergen hier werden die Berge immer höher, bis man mitten drin ist in den Alpen. Wir wollen aber gar nicht in die Alpen, sondern fahren so einigermaßen daran entlang.

Wenige Kilometer hinter Besancon liegt Rennes-sur-Loue.

Die Loue ist ein Fluss und die gabelt sich hier, und umschließt in der Mitte eine winzige Insel. Zwischen den beiden Brücken steht der Laster sehr gut.

Plötzlich klopft es.

Zwei Männer stehen vor der Tür.

Die Sprachbarriere zwischen uns.

Gestenreich machen sie deutlich, dass wir unser Auto um 10 Meter versetzen sollen. Wir verstehen zwar nicht wieso, machen es und erwarten dann, dass irgendetwas passiert.

Aber außer, dass es zu regnen beginnt, geschieht nichts weiter.

Bourg en Bresse: Die Burg ist schon seit einiger Zeit in Sicht. Ganz oben auf dem Berg.

Da liegt sie majestätisch und beobachtet das Tal unter ihr.

Das wollen wir auch!

Nur darf der Laster keine der Straßen, die hinauf führt, benutzen (Verbot für Fahrzeuge über 3,5t).

Auch die Schlafplatzsuche gestaltete sich heute schwierig. Laut Karte sind nur wenige Orte in Sicht. Dafür haben sich entlang der Straße, allerdings nicht weit genug von einander entfernt, die Höfe der Bauern drapiert. Die Straße ist zu eng, um an der Seite zu halten, es gibt Zäune, Äcker, Weiden, Höfe. Nirgends genug Platz.

Erst hinter Bourg en Bresse, auf die Rhone treffend, werden wir zwischen zwei Orten fündig.

Vor einem ehemaligen Steinbruch, etwas abseits, aber dennoch in Sichtweite der Straße.

Kaum ist der Laster abgestellt und eine kleine Runde zu Fuß gedreht, da fängt es an zu regnen.

Später kommt noch Besuch vorbei. Die Polizei.

Ein Polizist und eine Polizistin. Sie spricht sogar etwas deutsch, ist Koreanerin. Die beiden wollen die Fahrzeugpapiere sehen. Sind ganz nett. Sagen, dass wir hier parken und auch übernachten können und fahren dann wieder weg.

Roadtrip Frankreich: Lyon, Französische Alpen

Den ganzen Tag geht es entlang des Jura. Hier wird Wein angebaut, es ist leicht hügelig. Die Landschaft ist offener als die letzten Tage. Nach Osten erheben sich die Alpen, nach Westen öffnet sich das gestern noch schmale Tal immer weiter.

In etwa 100 km Luftlinie östlich von unserem Übernachtungsplatz an der Rhone entfernt befindet sich das Mont Blanc Massiv, das fast 5000 Meter hoch ist. Unglaublich, wie steil es da hinaufgehen muss!

Gestern waren wir noch nördlich der Rhone, die aus dem Genfer See in der Schweiz in Wellen bis Lyon hinabfließt, um dann ziemlich gerade in Richtung Süden gen Mittelmeer zu drängen.

Die Karte teilt Frankreich in Süd und Nord. Jetzt heißt es eine Seite weiterzublättern. Mehr ändert sich allerdings nicht. Bei nur knapp über 10 Grad und weiterhin Regen, drängen sich mehr oder weniger große Wolkenfelder dicht am Himmel und die Sonne gibt nur spärlich ihr Licht preis.

Luzinay

Wir fahren also so dahin und stellen uns schon auf einen langen Tag ein, da sehen wir ein Schild am Straßenrand “P-Camping Cars”.

Zu lange überlegt, zu schwerfällig, um wieder umzudrehen. Damit haben wir uns gerade abgefunden, als das gleiche Schild einige Kilometer später wieder auftaucht (es zeigt allerdings in eine andere Richtung, was darauf hindeutet, dass es wohl nicht den gleichen Parkplatz meinen wird).

Hinterher! Einen Berg hinauf, oben eine Kreuzung, schildlos, und geradeaus wieder runter (war das richtig?).

Ja, war es wohl. Im nächsten Kreisel finden wir den Wegweiser wieder, der direkt in den kleinen Ort Luziney führt, durch schmale Straßen, ohne Gewichtsbeschränkung, auf einen recht großen und ordentlichen Parkplatz. Prima.

Die Erkundung des Ortes entfällt für heute allerdings, denn es regnet mal wieder sehr ausgiebig.

Veteranentag

Feiertag. Die Franzosen feiern heute das Ende des 1. Weltkrieges. Es ist eine Art Veteranentag und hier in Luzinay gibt es sogar einen kleinen Umzug. Mit Fahnenträgern, Veteranen und Marschmusik. Es ist aber auch keine riesen Fete, sondern schon nach kurzer Zeit wieder vorbei. Und sehr viele Teilnehmer gibt es auch nicht.

Die französischen Veterane haben Glück. Mit dem Wetter. Denn es ist ein strahlendblauer, milder Tag. Zumindest bis zum Mittag.

Wir gehen in den Ort und kaufen ein Baguette, machen einen kleinen Spaziergang – mit dem Baguette- und versuchen Luzinay zu umrunden. Es ist umgeben von Hügeln. Dies sind immerhin die französichen Alpen, auch wenn diese hier noch nicht sehr hoch sind. Aber schön. Hügelige Wiesen und wenige Äcker soweit das Auge reicht. Auf den Wiesen wachsen dornige Rosen, die allerdings gerade nicht blühen. Eine wunderbare Aussicht auf die höheren Berge in der Ferne und man kann bei anderen Leuten in den Garten schauen.

Wieder faszinieren die französischen Häuser. Die Häuserfassaden sind zum Teil unverputzt und man sieht die Natursteine, aus denen sie gebaut wurden. Manche sehen schon sehr alt und etwas heruntergekommen aus. Nur bei genauerer Betrachtung, stellt man fest, dass sie neue Kunststofffenster haben und in einem recht ordentlichen Zustand sind. Man versucht wohl, sie so ursprünglich wie möglich zu erhalten.

Wo gestern morgen noch herrlich blauer Himmel war, ist heute eine unwirkliche Wolkenschicht. Es tröpfelt immer wieder, regnet aber nicht.

Über die Berge geht aus raus aus Luzinay in Richtung Vienne.

Vienne

Vienne liegt an der Rhone und zwar etwas südlich von Lyon, dort wo die Rhone schon ein sehr breiter Fluss ist. Von nun an brauchen wir ihr nur noch auf ihrem Weg zum Mittelmeer folgen.

Serriers

In Serriers führt eine kleine Straße direkt ans Ufer eines gestauten Nebenarms der Rhone. Hier parken wir mit Blick aufs Wasser und auf die Rhoneinsel.

Es ist total windstill, der Himmel sehr bedeckt, das Licht merkwürdig diffus. Es sind 16 Grad. Schwäne schwimmen vorbei. Der Verkehr rauscht von diversen Straßen in der Ferne, man sieht ihn nicht, hört ihn aus allen Richtungen. Westlich die Cevennen, östlich die Alpen, die man aber kaum sehen kann – sind das da hinten schneebedeckte Gipfel?

Ja, es sind schneebedeckte Berggipfel in der Ferne. Zwei Bergmassive kann man erkennen, dass eine westliche, das andere südwestlich.

Heute morgen konnten wir wegen des dichten Nebels, der sich über dem Fluss erhob gar nichts sehen. Vielleicht einen Meter, bis an die Wasserkante. Mehr nicht. Erst gegen Mittag lichtete sich der Nebel, die Sonne kam heraus und schien für den restlichen Tag auf die Welt herab. Heute ist Samstag und es ist richtig viel los hier am Fluss. Spaziergänger, Jogger, Angler, Mountainbiker und Rennradfahrer, Quads, Reiter. Alle sind unterwegs bei dem schönen Wetter.

Roadtrip Frankreich: Serriers

Ardeche

Das Wetter etwas bedrückend, stürmisch, der Wind weht in kräftigen Böhen von vorne. Sonntag, wenig Verkehr, einige Geschäfte haben geöffnet. Weiter die Rhone entlang. Es ist erst 13 Uhr, als wir am Weinackerrand halten und beschließen nicht mehr weiterzuwollen.

Die Leute machen hier alle in Wein. Zwischen Straße, Bahnlinie und Rhone liegen weit verstreut einige Höfe. Dazwischen Weinfelder. An zwei Atomkraftwerken kamen wir vorbei und eines liegt jetzt in Sichtweite, die Hochspannungsleitung, zum Greifen nah, flimmert nur so.
Irgendwann fängt es an zu regnen.

Rochegude

Es gießt in Strömen am frühen Morgen und es regnet den ganzen Tag. Erst irgendwann am Nachmittag hört es wieder auf.

Bei diesem Wetter zu fahren ist kein Spaß.

Trotzdem geht es weiter. Auf die andere Seite der Rhone nach Bolene. Immer noch strömt der Regen vom Himmel.

n Rochegude ist ein offizieller Wohnmobilparkplatz ausgeschildert, mit Wasser und Entsorgungsmöglichkeit. Den nehmen wir.

Der Ort scheint sehr schön zu sein. Allerdings versinkt alles in Regenwolken. Der Bäcker hat geschlossen. Heute also kein Baguette. Schade.

Auf den ersten Blick scheinen alle Franzosen in heruntergekommenen, halb verfallenen Häusern zu wohnen. Erst auf den zweiten erkennt man, dass das täuscht. Es sieht so aus, als hätten sie sich innerhalb der Ruinen neue Häuser errichtet. Und hinter den verfallenen Mauern ist alles schick.

Hier liegen über offenen Kanälen auch mal einfache Betonplatten, die Treppenstufen sind nicht genormt und alles sieht natürlich und fröhlich aus. Nicht so perfekt, sondern leger.

Roadtrip Frankreich: Rochegude

Roadtrip Frankreich: Provence

Kaum in der Provence erstrahlt der Himmel in klarem Blau. Der Wind hat alle Wolken weggefegt und die haben den Wind gleich mitgenommen. Der Mistral weht aus Norden, nimmt so richtig Fahrt auf im Rhonetal zwischen Cevennen und Alpen. Der Wind, den wir hatten, der kam allerdings aus Süd. Muss also ein anderer gewesen sein. Ist aber auch egal, Hauptsache das Wetter ist besser.

Wein wächst auf den Feldern. Es könnte etwas wärmer sein, um den mediteranen Eindruck noch zu verstärken. Dafür gibt es Ölbäumchen. Die Oliven werden gerade geerntet. Überall sind die Leute am pflücken.

Entlang der Dentelles de Montmirail gelangt man nach Beames de Venise. Es gibt einen großen Marktplatz mit großen Platanen, die auch gerade Früchte tragen.

Beaumes de Venise

Zu Fuß erkunden wir den Ort. Viele Häuser sind am Berghang errichtet und von ihren Balkonen und Terrassen haben die Bewohner einen herrlichen Blick ins Tal. Überall steigen Rauchfahnen auf und die Luft ist erfüllt von dem Duft verbrannten Holzes.

Durch kleine Gassen geht es immer weiter hinauf, bis die Straße bei einem Haus endet.

Bei den Platanen auf dem Marktplatz stehen Bänke und auf einer sonnenbeschienenen essen wir Baguette mit Schinken.

Endlich mal wieder Sonne, herrlich.

Auf dem Platz ist viel los, leider gibt es auch eine Baustelle, der Laubstaubsauger fährt rum, Kinder spielen, Autofahrer halten, um Briefe zur Post um die Ecke zu bringen.

Und – es ist kein Klischee: Eine Gruppe älterer Herren spielt Boule. Wer hätte das gedacht. Bouleplätze haben wir auch an der Rhone schon gesehen, aber dort hat nie jemand gespielt.

Der Nachmittag läd zum Spaziergang zur “Chapelle Notre Dame d´Aubune”.

An der Straße wieder überall Weinäcker und die Kellereien locken zur Weinprobe. Der berühmte Muskatell kommt aus Beaume de Venise.

Die kleine Kirche liegt auch am Hang des Berges.

Der Rückweg in den Ort führt uns über kleine Pfade am Berg hinauf und hinab. Vorbei an Weinreben, Olivenbäumchen, Steineichen, Kiefern und Pinien, Agarven und Kakteen, dazwischen Sträucher und Kräuter und es ist so, wie man es sich in einer mediteranen Gegend vorstellt.

Alles ist grün. Ein wunderschönes helles, leuchtendes grün. Der Boden ist steinig und sandig. Man sieht den weißen Felsen zwischen dem Grün aufblitzen.

Herrlich.

Man möchte malen können wie Van Gogh.

Roadtrip Frankreich

Lamanon

In der Nähe des Flusses Durance liegt Lamanon, ein kleiner Ort in dem wir uns die Grotten (Höhlen) ansehen wollen.

Hinter der Kirche im Ort beginnt der Wanderweg.

Es geht den Berg hinauf. Oben sind Höhlen in den weichen Fels geschabt.

Erst haben hier Steinzeitmenschen gewohnt und später, im Mittelalter, wurde der Platz wieder bewohnt und Kirchen wurden drum herum errichtet.

Ganz oben auf dem Berg ist eine große Statue von einer Frau mit einem Kind im Arm.

Auf einem anderen Gipfel ist ein Antennenmast. Der ist wahrscheinlich erst in neuerer Zeit gebaut worden.

Man kann bis ganz oben auf die Felsen klettern und muss selbst aufpassen, dass man nicht irgendwo in die Tiefe stürzt.

Die Steinzeitmenschen haben sich das hier schon nett gemacht, es gibt viele Höhlen, allerdings nicht sehr groß oder tief, mache haben Durchgänge oder Fenster zur Nachbarhöhle und es gibt mehrere Etagen übereinander. In der Mitte ist ein großer Platz. Alles ist mit Bäumen bewachsen und grün.

Roadtrip Frankreich: Lamanon

Roadtrip Frankreich: Lamanon

Und man hat eine super Aussicht – so hoch über allem – und kann in mehrere Richtungen seine Umgebung im Auge behalten.

Wir sehen heute vor allem die Orte am Fuße des Berges und die Autobahn.

Da hatten die Steinzeitmenschen wahrscheinlich den schöneren Blick. Außerdem war es damals bestimmt nicht so laut, und wenn, dann war es nicht das Brummen der nahen Autobahn, oder das des Treckers, der etwas weiter unten quer durch den Wald fährt.

Roadtrip Frankreich: Lamanon

Roadtrip Frankreich: Lamanon

Roadtrip Frankreich: Lamanon

Der November ist der Regenmonat in der Provence.

Obwohl die Sommer heiß und trocken sind, regnet es hier genauso viel wie in der Bretagne am Atlantik, im Norden von Frankreich.

Die Bretagne hat aber mehr Regentage.

Was bedeutet, dass der ganze Regen an viel weniger Tagen, und meistens im November vom Himmel stürzt.

Na super.

Wir sind hier, es ist November und es regnet. Und es regnet wahrscheinlich den ganzen Tag.

So ist es auch. Gegen Nachmittag nimmt der Regen sogar noch zu.

St. Gilles

Arles liegt an der Rhone.

Die Römer haben hier zu ihrer Zeit viele typische Bauwerke errichtet, wie Amphitheater und Arena.

Da wir mit dem Laster quer durch die Stadt fahren, ist dies unsere Sightseeingtour und ehe wir uns versehen, sind wir am anderen Ende angelangt, ohne einen Parkplatz gefunden zu haben.

Die ganze Innenstadt ist ein riesiger Markt. Straßen sind gesperrt und alle Parkplätze sind entweder zum Markt umfunktioniert worden oder von den Besuchern schon beparkt.

Noch mal zurück und weitergucken?

So richtig haben wir dazu keine Lust, bei dem Trubel hier.

Hier zeigt sich, dass unser Auto irgendwie nicht unbedingt für den Stadtverkehr geeignet ist und auf Grund der Größe, sowie fehlender Servolenkung gerade kleine Städte, enge Straßen und viel Verkehr sehr anstrengend sind.

Ziel verfehlt, falsch abgebogen und mal eben Wenden in 3 Zügen ist meist nicht möglich.

Also weiter dem Verkehrsfluss folgen und nach einer Möglichkeit zum Wenden Ausschau halten, oder aber versuchen das Ziel ohne zu Wenden, über einen Umweg erneut anzusteuern.

Was allerdings in kleinen Städten, mit engen Straßen und viel Verkehr kein Ponyreiten ist.

Erschwerend kommen viele Durchfahrtsverbote hinzu für Fahrzeuge über 3,5t (wir wiegen 6t). Auch mal eben kurz abparken ist teilweise problematisch, da Rückwärtseinparken fast unmöglich (fehlende Servolenkung), viele Parkplätze zu eng und nur für PKW gemacht und Balken zur Höhenbeschränkung schon an der Einfahrt den Spaß verderben.

So geht es weiter ins 20 km entfernte St. Gilles.

In der Carmarque.

Hier fließt die Rhone ins Mittelmeer, vorher löst sie sich aber eigentlich schon auf, in mehrere Arme und Seen.

Ein sumpfiges plattes Land, die Berge sind in weite Ferne gerückt. Die Carmarque wurde zum Nationalpark gemacht, denn hier treffen sich im Sommer die Vögel.

Es soll sogar Flamingos geben, wilde Pferde und Stiere geben.

Jetzt im Winter ist aber eher wenig los. Und außerdem regnet es.

St. Gilles ist nicht gerade hübsch.

Stilvoll heruntergekommen, könnte man sagen.

Viele verwahrloste Häuser stehen in der Stadt, nur wenige sind richtig schick und stechen heraus.

Es ist viel los. Heute ist Markt. Baguette, gebratenes Huhn, Muscheln, Fisch, Oliven und Kräuter, Honig, ein Schlachter, der seine Wurstwaren anbietet, einen weiteren Bäcker (mit Brot das viel besser aussieht, als das eben gekaufte), Stände mit hübschen, aber auch ziemlich unmöglichen Klamotten und Krimskramsstände, wie bei uns auf dem Flohmarkt.

Roadtrip Frankreich: St. Gilles, Carmarque

Wir drehen noch eine Runde durch den Ort, kaufen Postkarten und schauen uns im Hafen die Boote an, die hier am Kanal liegen.

Eine große Charterbootflotte liegt vor Anker. Im Sommer kann man diese wahrscheinlich mieten und den Kanal entlag schippern.

Manche haben Hausbootgröße für einen Familienurlaub, manche sind klein für einen Tagesausflug.

Es liegen auch ein paar ziemlich abgetakelte Schiffe am Tau. Von ihnen blättert trostlos die Farbe ab. Niemand scheint sich mehr um sie zu kümmern.

3 Schiffe stehen zum Verkauf, auf anderen widerum wohnen offensichtlich Leute.

So ein Schiff sieht auch sehr gemütlich aus. Geräumige Kajüten, alles schön aus Holz, mit klappbarem Mast und Terrasse an Deck.

Roadtrip Frankreich: St. Gilles, Carmarque

Roadtrip Frankreich: St. Gilles, Carmarque

Camarque

Richtung Westen, am Rande der Carmarque entlang.

Sumpfig ist es und man versucht sich sogar im Reisanbau.

Aber auch Wein scheint gut zu gehen.

Tiefschwarze Stiere mit großen Hörnern und weiße, kleine Pferde stehen auf den “Weiden”.

Diese sind extrem feucht und schlammig, so dass manche Pferde bis zu den Knien im Schlamm stehen.

Breite Entwässerungsgräben ziehen sich entlang der Äcker und sumpfigen Weiden.

Die Straße ist teilweise nur eine schmale Trasse durch den Sumpf.

Oder auch durchs Wasser, denn links und rechts sind manchmal auch nur große Wasserflächen.

Roadtrip Frankreich: Roussillon

Noch weiter westlich – das Mittelmeer.

Und auch hier nur eine Trasse zwischen dem Mittelmeer links und großen, sumpfigen Seen rechts.

Große, rosa Vögel stehen auf langen Stelzen, oder tümpeln mit dem Kopf unter Wasser. Es sind tatsächlich Flamingos!

Fliegen die gar nicht in den Süden?

Sie sehen so zart aus, dass man kaum glaubt, dass sie einen europäischen Winter überstehen.

Roadtrip Frankreich: Flamingos

Mittelmeer

Frankreich ist hier gar nicht mehr typisch französisch.

Die adretten, schicken Dörfer sind verschwunden.

Betonburgen in teilweise extravaganter Bauweise der 70er und 80er Jahre, ausgestorben.

Welch ein Trubel hier in den Sommermonaten herrscht, können wir nur erahnen.

Man versucht durch eine Unmenge von Verbotsschildern die Stadt wohnmobilfrei zu halten und die, die sich doch herwagen auf Campingplätzen zu kasernieren.

Roadtrip Frankreich: Am Mittelmeer

Séte

Immer am Meer entlang (links das Meer, rechts Sumpf und Seen) nach Séte.

Die Stadt liegt auf einem Berg im Meer und ist von Hafenbecken und Kanälen durchzogen.

Zahllose eiserne Brücken verbinden die Stadteile miteinander, die am Fuße des Berges liegen.

Überall liegen Boote, der Hafen ist voll mit Fischerkähnen und es gibt auch einen Fähranleger für die Fähre nach Tanger und einen Hafen für größere Containerschiffe.

Gleich am Ortseingang ist ein großer Parkplatz und hier stehen sie auch schon alle.

Roadtrip Frankreich: Sete

In Frankreich gibt es schon ziemlich viele Wohnmobilbesitzer.

Man sieht viel mehr davon auf den Straßen, als bei uns in Deutschland.

Die Dichte an offiziellen Stellplätzen und Entsorgungsstationen ist enorm.

Allerdings haben sie so die Eigenart sich irgendwo zusammenzurotten. Alleine irgendwo stehen sieht man sie normalerweise nicht.

Und sie kommen gerne nah ran. Auch wenn irgendwo viel Platz ist, stehen sie dichtgedrängt und geordnet.

Anscheinend gibt es eine geheime Parkordnung, die auch eingehalten wird, wenn dazu eigentlich kein Grund besteht:

Exakt in Reihe und so nah wie möglich aneinander.

Hier auf dem Platz stehen aber auch viele Wohnwagen. Abgerockte Wohnanhänger, mit Klebeband zusammengehalten, aus denen tatsächlich noch Menschen kommen.

Am Strand

10 km (im morgendlichen Berufsverkehr die meiste Zeit davon im Stau) aus Séte hinaus.

Rechts ein großer Teich (Etang) und in der Ferne das Festland, links das Mittelmeer.

Auf der schmalen Trasse zwischen all dem Wasser gibt es die Straße und die Bahnlinie. Und den Strand. Und ein Parkplatz.

Der blaue Himmel, das noch blauere Meer, die Sonne, die klare Luft, die Weite und der Strand.

Ein eisiger Wind und weniger als 10 Grad.

Kein Bikiniwetter.

Wir müssen uns eher sehr warm anziehen, für den Ausflug an den Strand. Muscheln sammeln.

Die gibt es hier zahlreich und sie sind groß.

Danach sind wir total durchgefroren.

Ein französicher Radler hält und interessiert sich für den Laster. Er wohnt in Séte und verdient sein Geld, in dem er Touristen durch die Gegend fliegt. Mit seinem Rennrad hält er sich fit, wenn er wegen des Windes nicht fliegen kann.

Es ist zwar schön hier am Strand, aber auch sehr viel los. Und kalt ist es.

Canal du Midi

Weiter an der Küste nach Süden.

Auch Agdz ist eine einzige, sehr unfranzösische Betonferienanlage. Die meisten Häuser stehen leer und es ist wenig los auf den Straßen.

Das einzig schöne in der Gegend, sind die Kanäle und Flüsse, an denen Boote, Kähne und Yachten anliegen.

So viele Boote!

Sie werden sogar in dreistöckigen Bootsregalen am Straßenrand gelagert.

Die Franzosen scheinen nicht nur enthusiastische Wohnmobilsten zu sein.

Über die Nationalstraße nach Bezière.

Schon eine recht große Stadt etwas im Landesinneren. Hier ist recht viel Verkehr und sogar unser erster Stau.

Kurz hinter Beziers treffen wir auf den Canal du Midi, dem wir versuchen werden bis Carcassonne zu folgen.

Kurz vor dem Ort Argeliers gibt es einen kleinen Platz am Kanal.

Der Himmel ist wolkenverhangen, kaum gehalten, fängt es an zu regnen und später frischt der Wind noch weiter auf.

Es ist kalt draußen. Keine 6 Grad.

Roadtrip Frankreich: Canal du Midi

Weiter am Canal du Midi entlang geht die Fahrt gen Westen.

Der Herbst liegt hier in seinen letzten Zügen. Die vorherrschende Farbe ist mittlerweile braun – in all ihren unzähligen Schattierungen.

Die Blätter an den Bäumen sind tot und vertrocknet und nicht mehr bunt und farbenfroh.

Berge tauchen wieder auf.

Carcassonne liegt am Fuß der Cevennen im Norden und der Pyrenäen im Süden.

Das Tal teilen sich der Fluss Aube (nach dem auch das Departement benannt wurde) und der parallel laufende Canal du Midi.

An den Ufern des Kanals finden wir immer wieder schöne, kleine, verwinkelte, enge Orte.

Hübsche, kleine Schlösschen und graue, trotzige, kleine Burgen wurden an ihm errichtet.

Drumherum eine hügelige Landschaft, Weinreben, braune Äcker und Wäldchen.

Wir müssen aufpassen, dass wir in den engen Kurven in den kleinen Orten nicht irgendwo hängen bleiben.

Haus, Straße, Haus. Kein Garten, kein Zaun, kein Fußweg.

Und es ist wieder typisch französisch hier.

Häuser aus dunklem Stein, quadratisch, hoch, in den Orten schmiegen sie sich dicht aneinander.

Fensterläden aus Holz sind oft der einzige Schmuck.

Diese schlichte Eleganz ist faszinierend schön.

Im Sommer bieten die engen Gassen bestimmt einen guten Schutz gegen die Hitze, aber jetzt im Winter pfeift ein eisiger Wind hindurch.

Carcassonne

In Carcassonne angelangt ist auch ein Parkplatz für Wohnmobile ausgeschildert.

Er liegt etwas den Hügel hinauf mit einem schönen Ausblick auf das Tal und die Berge im Norden.

Was wir uns hier ansehen wollen ist Weltkulturerbe der Unesco.

Eine mittelalterliche Festungsstadt. Genannt “La Cité”. Die besterhaltenste und größte ihrer Art in Europa.

Auch die Cité befindet sich auf dem Hügel und überblickt das Tal.

Es ist nicht einfach nur eine Burg, sondern eine ganze Stadt.

Den Grundstein haben bereits die Römer vor fast 2500 Jahren gelegt und sie wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut.

Roadtrip Frankreich: Carcasonne

Zwei Stadtmauern, mit vielen Türmen dienten der Stadt als Schutz vor Angreifern.

Im Inneren stehen ein Schloss, eine große Kirche und viele kleine Häuser.

Im Mittelalter soll sie von 3000-4000 Menschen bewohnt worden sein.

 

Die Stadt hat viele Kriege und Belagerungen erlebt und trotzdem sind die Mauern, Türme und Gebäude erstaunlich gut erhalten.

Ich könnte sofort einziehen und erfahren, wie das Leben in den vergangenen Epochen gewesen sein könnte.

Die totale Ausrichtung auf den Tourismus macht´s leider oftmals kaputt.

Und ich frage mich des öfteren, ob seelenlose Plastiktische und -Stühle vor den Restaurants, die schrillbunte Dominanz von vielen Souvenier- und Nippesgeschäften denn wirklich sein muss.

Ich wundere mich eigentlich, dass es erlaubt ist, an einem doch so schönen Weltkulturerbe unzählige, bunte, stillose Schilder und Reklametafeln anzudübeln.

Und auch, dass überall Autos parken, die einem so oft das Foto versauen, trübt etwas das Mittelalterfeeling (offiziell ist die Cité zwar für Autos gesperrt, aber die Ausnahmen scheinen zahlreich).

Wir laufen kreuz und quer und als wir alles und genug gesehen haben, laufen wir noch hinunter in die “Unterstadt” das heutige Carcassonne.

Die Unterstadt wurde im 13. Jh. gegründet.

Auch hier gibt es eine Altstadt und viel Neues drum rum. Die typischen französischen Häuser, eng aneinander, mal in alt und halb verfallen, mal in alt und hübsch und mal in neu.

Durchgefroren laufe wir zurück zum Parkplatz.

nach Spanien

Raus aus Carcassonne, gen Osten, in Richtung Narbonne.

Winterlandschaft – es liegt zwar kein Schnee, aber trotzdem ist alles weiß vom Raureif. Die Weinreben, die Wiesen, die Bäume.

In der Nacht hat es gefroren.

Es war knapp unter 0 Grad.

Nun ist also der Winter da. Es wird Zeit weiter nach Süden zu kommen.

Wir umfahren Narbonne.

Das Meer ist wenige Kilometer entfernt, aber nicht sichtbar.

Einige Zeit verläuft die Straße an einem großen See (Etang), der fast so aussieht wie eine Meeresbucht, so groß ist er.

Auf der anderen Seite gibt es einen schmalen Landstreifen und dahinter liegt das Mittelmeer.

Hier auf dem Etang leben wieder die hübschen, rosa Vögel, die mit ihrem langen Beinen im Wasser herumstelzen.

Kurz vor Perpignon sehen wir den ersten, schneebedeckten Pyrenäengipfel.

Er liegt zwar noch ein Stück hinter Perpignon, aber durch seine Höhe von gut 2.400 Meter sieht er sehr nah aus und lässt alle anderen Berge ziemlich klein erscheinen.

Hinter Perpignon windet sich die Straße durch die Berge und überquert sie an einer noch recht flachen Stelle.

Hier lassen die Pyrenäen eine kleine Lücke. Östlich steigen sie zum Meer hin an, um dann plötzlich darin zu verschwinden und westlich steigen sie auch steil an und ziehen sich hunderte Kilometer bis zum Atlantik.

Durch die Lücke schlängelt sich die Autobahn und direkt daneben die Nationalstraße.

Die Landschaft ist wieder grün, der Boden felsig und sandig, bewachsen mit flachen Bäumen und Büschen und die Luft ist angenehm mild (9 Grad).

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel.

An der Grenze zu Spanien ist eine Menge los.

Im Grenzort “Le Perthus” haben alle Geschäfte geöffnet, viele Menschen laufen mit Einkaufstaschen umher, viele Autos stauen sich in der scheinbar einzigen Straße.

Auf der spanischen Seite parken unglaublich viele Reisebusse und LKW auf den großen Plätzen und es gibt jede Menge Hotels, Restaurants und Tankstellen.

Was ist hier bloß los?

So gelangen wir also nach Spanien.

Schlagartig ändert sich die Architektur, die Fahrweise der Autofahrer, die Beschriftungen an den Häusern, die Verkehrszeichen…

In Figueres, der Heimatstadt von Dalí, machen wir für heute Schluss.

Wir haben Süden gewonnen.

Ein wenig jedenfalls.

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