Wie du das richtige Reisemotorrad findest

Seit vielen Jahren reist Frank am liebsten mit dem Motorrad. Neben vielen Urlaubsreisen hat er gemeinsam mit seiner Freundin Petra auch zwei Langzeitreisen mit dem Motorrad unternommen.

Ein Jahr lang waren die beiden auf der Panamericana mit ihrem Reisemotorrad, einer BMW R 1150 GS, von Nord- nach Südamerika unterwegs.

Im letzten Jahr sind Petra und Frank mit ihren Reisemotorrädern Suzuki DR 650 SE auf dem Landweg nach Malaysia gereist.

Von Frank möchte ich wissen, wie es so ist mit einem Motorrad auf Weltreise zu sein und was für ein Motorrad für eine Langzeitreise in Frage kommt.

Daher habe ich ihn zu meinem allerersten Podcast eingeladen.

Unser Gespräch, das wir über Skype geführt haben, kannst du dir jetzt anhören. Dies ist mein erster Podcast. Er ist noch weit davon entfernt perfekt zu sein – ist alles gar nicht so einfach. Ich wünsche dir viel Spaß beim Zuhören. Wäre toll, ein Feedback von dir zu bekommen.

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Podcast mit Frank

Welches Reisemotorrad für die Weltreise

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Die wichtigsten Punkte aus dem Podcast zusammengefasst

Welche Vorteile bietet das Motorrad als Reisefahrzeug?

Frank war schon immer sehr reisefreudig und hat schnell das Motorrad als das perfekte Reisefahrzeug für sich entdeckt.

Die Vorteile am Reisen mit dem Motorrad liegen für ihn darin, dass er überall anhalten kann, wo es schön ist und er dort sein Zelt aufschlagen kann.

Ein Motorrad ist unauffälliger als ein Auto und bietet einen größeren Radius als ein Fahrrad.

Welches Motorrad für die Weltreise?

Die ersten Reisen unternahm Frank mit einer Yamaha XT 500 und danach mit einer Yamaha XT 600.

Für ihre erste Langzeitreise mit Motorrad haben Frank und Petra sich für die BMW R 1150 GS entschieden. Ein großes Reisemotorrad, auf dem 2 Personen bequem Platz finden. Und genug Gepäck mitgenommen werden kann, ohne dass es eng wird.

Auf der Reise nach Malaysia fährt jeder auf einem eigenen Motorrad. Beide reisen mit einer Suzuki DR 650 SE. Ein technisch überschaubares Motorrad, perfekt für diese Reise.

Wie du das ideale Motorrad für die Reise findest

Kriterien für die Motorradauswahl

Wie du das richtige Reisemotorrad findest

1. Wirst du alleine mit einem Motorrad fahren, oder zu zweit?

Wenn du mit deinem Reisepartner, ihr also zu zweit, auf einem Motorrad fahren wollt, würdet ihr euch für ein größeres und schwereres Motorrad entscheiden, denn ihr müsstet euer Gepäck auf einem Motorrad mitnehmen und ihr müsstet bequem drauf sitzen können.

  • Wenn du zu zweit auf einem Motorrad reist, sei dir darüber im Klaren, dass du über einen längeren Zeitraum mit deinem Reisepartner auf sehr engen Raum (dem Motorrad) zusammenleben wirst.
  • Auch die Streckauswahl wird nach dem Gewicht des Motorrades ausfallen. Wahrscheinlich wirst du auf einem schweren Reisemotorrad mit 2 Personen darauf nur ungern den Asphalt verlassen wollen.

Fährt jeder sein eigenes Motorrad, gibt dies eine gewisse Unabhängigkeit vom Reisepartner.

  • Schlechte Wegstrecken schrecken dich wahrscheinlich weniger, wenn du mit einem leichten Motorrad unterwegs bist.
  • Ein großer Vorteil ist auch, dass du ein gewisses Backup hast. Falls mal irgendetwas ist, kann der andere Hilfe holen.
  • Zwei Motorräder sind teurer als ein Motorrad, wenn du es verschicken möchtest. Zum Beispiel am Ende der Reise zurück nach Hause.
  • Bei der Einreise in viele Länder wird ein Zolldokument benötigt, für das du vor der Reise in Deutschland ein hohes Deponat hinterlegen musst (für jedes Motorrad).

Reisemotorrad für Weltreise

2. Was für eine Reise möchtest du machen? Wie ist dein Reisestil? Welche Strecken sollen gefahren werden? Wie ist die Beschaffenheit der Straßen?

  • Wähle ein Reisemotorrad, das zu dir und deinem Reisestil passt. Wenn es “sexy” ist und du einfach Bock drauf hast, es zu fahren – egal wo und bei welchem Wetter – dann ist es das richtige.
  • Du brauchst ein Motorrad, das die geplante Route locker bewältigen kann.
  • Wenn du ein leichtes Motorrad hast und mit leichtem Gepäck reist, hast du viel mehr Spaß auch an schlechten Strecken.
    • Ein leichtes Reisemotorrad bietet dir viel mehr Möglichkeiten. Du wirst dich auch an schwierigere Strecken herantrauen, wenn du ein Motorrad fährst, das du alleine aufheben kannst, solltest du mal umkippen.
    • Auf schlechten Strecken zählt jedes Gramm und es ist ein tolles Gefühl das Motorrad zu beherrschen und nicht von ihm beherrscht zu werden.

Beispiele für leichte Reisemotorräder der alten Generation:

  • Yamaha XT 600
  • Yamaha XT 660
  • Suzuki DR 650 SE
  • Kawasaki KLR 650
  • BMW GS 650 ES

Beispiele für aktuelle, leichte Reisemotorräder:

  • KTM 690 R
  • BMW X-Challenge
  • Honda 450 cm³
Reisemotorrad BMW X-Challenge
Reisemotorrad BMW X-Challenge

3. Wähle ein Motorrad, das schon häufig verkauft wurde.

Zu einem solchen Reisemotorrad findest du viele Informationen, Gebrauchtteile und Zubehörteile.

Außerdem gibt es in der Regel eine große Fangemeinde und Internetforum, wo du Informationen zum Motorrad findest – vor und während der Reise.

4. Entscheide, ob es ein Motorrad aus der “alten Generation” sein soll, oder ob du lieber mit einem aktuellen Bike fahren möchtest.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Ältere und neuere Modelle unterscheiden sich in der Technik. Prinzipielle Unterschiede zwischen alten und neuen Modellen sind klassischerweise Vergaser oder Einspritztechnik.

Neuere Motorräder haben mehr Elektronik verbaut, die zwar kaputt gehen könnte, aber auch viele Vorteile hat. Neuere Modelle haben eine bessere Federung, einen potenteren Motor und verbrauchen wesentlich weniger Sprit, was sich auch auf das Gewicht auswirkt.

Ältere Modelle haben die einfachere Technik. Sind günstiger in der Anschaffung und es gibt sehr viel günstiges Zubehör.

Reisemotorrad Weltreise Motorrad für Weltreise

Wie viel Fahrerfahrung du für eine Motorrad Weltreise brauchst

Je mehr Fahrerfahrung du hast, je größer ist die Motorradauswahl für die Reise. Mit deiner Erfahrung kannst du zum Beipiel die Nachteile eines schweren Motorrades ausgleichen.

Du musst aber kein Motorradcrack sein, um auf Motorrad Weltreise zu gehen. Denn die Fahrerfahrung sammelst du unterwegs. Du startest in Europa auf Asphalt und im geordneten Verkehr. Mit der Zeit werden die Straßen schlechter und der Verkehr chaotischer. Je weiter du fährst, je mehr Erfahrung bekommst du.

Wenn du wenig Fahrerfahrung hast, solltest du ein möglichst leichtes Motorrad mit auf die Weltreise nehmen.

Du kannst das Motorrad kaufen, ausstatten, ein paar Runden damit drehen, um zu sehen, ob es überhaupt was für dich ist – und dann einfach losfahren.

  • Wichtig ist, dass du das Motorrad alleine aufrichten kannst.

Reisemotorrad Weltreise Motorrad für Weltreise

Welche Voraussetzungen du für eine Motorradreise mitbringen solltest

Nicht schlecht wären Grundkenntnisse in der Motorradtechnik, um Fehler zu erkennen und kleine Reparaturen selbst erledigen zu können. Auch wenn du das vielleicht gar nicht machen musst, gibt es dir den Mut und das Selbstvertrauen die Reise zu starten.

Du brauchst keine Angst zu haben, dass du mit dem Motorrad irgendwo im Nirgendwo liegen bleibst und nicht weiterfahren kannst.

Das wird höchstwahrscheinlich nicht passieren.

Ein Motorrad geht nicht einfach so kaputt. Es sei denn, du hast einen Unfall, oder versenkst es im Fluss.

  • Erkundige dich vor der Reise über dein Reisemotorrad und bereite es gut auf die Reise vor.
  • Fahre vorausschauend, achte auf dein Motorrad, sieh es dir abends genau an, warte es regelmäßig – die meisten Reparaturen bahnen sich langsam an.

Reisemotorrad Weltreise Motorrad für Weltreise

Welche Ersatzteile du auf Motorrad Weltreise mitnehmen solltest

Keine.

Da du nie weißt, was kaputt gehen wird, müsstest du alles mitnehmen. Daher bringt es nichts Ersatzteile mitzunehmen. Es sei denn, dir ist eine Schwachstelle am Motorrad bekannt.

Wenn dann etwas kaputt geht, lass dir Ersatzteile schicken.

Wichtiger ist es, das Motorrad schon vorher gut auf die Reise vorzubereiten und Teile schon zu Hause zu erneuern.

Was du mitnehmen musst, sind Verschleißteile. Zum Beispiel Ölfilter, Zündkerzen, Bremsbelege, Ritzel, etc.

Gutes Werkzeug mitzunehmen, spezifisch für das Motorrad, ist ebenfalls wichtig. Werkzeug ist schwer. Nimm also nur mit, was du wirklich brauchst.

Auch Material für Notfallreparaturen sollte an Bord sein: Kabel, Kaltmetall, Klebeband, etc.

Wie viel Geld du für ein Reisemotorrad anlegen musst

Ein Reisemotorrad der alten Generation für eine Weltreise, oder Langzeitreise wirst du auf dem Gebrauchtmarkt für 1.500 Euro bis 2.000 Euro finden.

Vielleicht 1.500 Euro müsstest du noch in die Aufrüstung und in ein Gepäcksystem investieren.

Reisemotorräder der neuen Generation und auch das Zubehör sind bedeutend teurer. Hier sind 9 – 10.000 Euro schnell erreicht.

Weltreise Motorrad Shownotes

Internetforen

DR650 – Forum

Horizons Unlimited

Adventure Rider

Buchempfehlung

Chris Scott – Adventure Motorcycling Handbook*

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6 Gedanken zu “Wie du das richtige Reisemotorrad findest”

  1. Hallo Steffi & Olaf,

    schon länger verfolge ich euren Blog und eure Abenteuer auf den Motorrädern. Da ich selbst in Thailand lebe, habe auch ich schon etliche Kilometer in Südostasien unter der brennenden Sonne “heruntergespult”. Eine Frage, die mich aber brennend interessieren würde, ist die nach der Navigation… Habt ihr gewisse Apps oder nutzt ihr gar Motorradnavis? Ich selbst nutze, wenn ich in Deutschland/Europa fahre, das TomTom450. in Thailand habe ich öfter mit Google Maps navigiert, was aber aufgrund der Sonneneinstrahlung eher suboptimal ist und somit nur via Kopfhörer geht.

    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch weiterhin eine gute Fahrt…

    Grüße,
    Marvin

  2. Honda Inova 125, Honda Wave 100 oder Wave 110, bzw. Ähnliches bike von Yamaha oder Suzuki. Diese Bikes sind robust, einfach und überall sofort und ohne Wartezeit reparierbar. Ersatzteile Weltweit ohne Wartezeit verfügbar. Motorrad ist einfach modifizierbar mit Teilen anderer Motorräder, fährt im Notfall auch mit Fahrradreifen. Keine Einreiseprobleme irgendwo, da 125 ccm Maschinen überall fahren dürfen. 1-2l auf 100k. bike lässt sich zu zweit auf die schnelle über Bäche tragen oder auf Absätze, Züge, in Gepäckfächer von Reisebussen heben, da leichter 100. Von der Größe her ist es mit eine Damenmountainbike zu vergleichen, nur etwas breiter (ca. 20cm). Fährt auch in Tibet, Nepal, am Strand und auf den Anden zuverlässig. Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 100km/h. Mehr als 40-60 schafft man allerdings bei sehr schlechten Straßen und Gelände meist eh nicht ohne Risiko.

  3. Schöne Zusammenfassung. Ich war letzten Winter über 4 Monate mit einem Freund bis nach Dubai und in den Oman unterwegs. Davor stand ich auch vor der Entscheidung, welches Motorrad. Gefahren sind wir dann mit einer Honda Transalp Bj 89 bzw, 94. Da ich diese in der Liste der Motorräder der alten Generation vermisse, möchte ich sie hier nochmal hinzufügen ;-). Auch sehr beliebt sind die Honda Africa Twins.

  4. Mein Freund und ich sind aktuell noch auf der Suche nach bezahlbahren Motorrädern, die uns auf unsere Tour durch Peru und Bolivien nächstes Jahr begleiten.

    Sehr aufregend die Planungen auf jeden Fall und super, dass du hier solche Tipps kostenlos zur Verfügung stellst!

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