Artikelbild Barragem de Odivelas

Unter Fröschen

Wie wir die Algarve hinter uns lassen, an schönen Stauseen stoppen und uns auf den langen Weg gen Norden machen.

Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich auf einem Klappstuhl in Grüntal – im schönen Brandenburg – im Garten bei Gesa und Uli. Getreidestaub fliegt durch die Luft, denn gegenüber wird das Feld geerntet. Ein angenehmes Lüftchen weht, kleine Wolken treiben über den sommerblauen Himmel. Gestern haben wir bei 35 Grad Windstille so geschwitzt, da half nur noch der Sprung in unseren Lieblingssee.

Seit Wochen sind wir bereits wieder in Deutschland und der Reisebericht ist noch immer nicht komplett. Dies soll nun aber der letzte Teil sein:

 

kein Badetag

 

An meinem letzten Tag am Strand der Algarve gehe ich zum ersten Mal ins Wasser. Obwohl das Meer von Weitem recht ruhig aussieht, sind manche Wellen kurz bevor sie brechen fast so hoch wie ich. Der Sog zieht mir schon am Strand den Boden unter den Füßen weg. Niemand ist im Wasser, obwohl heute ein herrlicher Tag ist. Kaum Wind, 27 Grad. Anfang Mai. Ja, stimmt, Anfang Mai. Der Artikel ist etwas spät dran – zugegeben…

 

Ich schicke die unerschrockene Lucy vor, die so von einer Welle durchgewirbelt wird, dass sie für einen Moment komplett im Wasser verschwindet. Und da beschließe ich: Mein letzter Tag am Strand wird nicht mein erster Badetag.

Der erste Mai

 

Wir fahren zur Fonte Ferrera, wo wir vor ein paar Wochen schon einmal waren. Doch an der Fonte ist der Teufel los. Schon an der Zufahrtsstraße parken überall Autos und ganze Großfamilien sitzen auf Decken oder Stühlen am Straßenrand und grillen. Alle Grillplätze, ja jeder freie Fleck ist belegt. Mit Autos, mit Menschen, Tischen, Stühlen, oder Zelten. Wir können nur rückwärts wieder rausfahren.

 

Einen Plan B gibt es nicht. Wieder an der Hauptstraße müssen wir uns entscheiden. Es ist Mittag und es ist heiß und wir haben Hunger. Ganz schlechte Voraussetzungen für eine längere Autofahrt. Die Straße nach Norden ist eine Traumstraße. Die N2 verbindet Sao Bras de Alportel in der Algarve mit Castro Verde im Alentejo. Sie führt durch ein kleines Gebirge, ist kurvenreich und schmal. Kaum Verkehr und herrliche Ausblicke, garantiert!

 

Am Barragem de Odivelas

 

150 Kilometer später kommt der Barragem de Odivelas in Sicht. Wir hatten natürlich schon geahnt, dass es auch hier eine große Party geben würde. Schließlich ist heute der erste Mai. Feiertag. Auch in Portugal wird groß gefeiert. Man fährt mit der Familie zum Grillen an den See, ans Meer oder zu irgendeinem Picknickplatz in der Nähe. Trotzdem finden wir ein freies Plätzchen. Direkt am Seeufer. Die Landschaft ist recht flach, der Himmel weit und blau, die Sonne knallt. Der See ist auch blau. Es gibt kleine Inseln und an manchen Stellen luken Grasbüschel aus dem Wasser. Es plätschert, wenn die Fische aus dem Wasser hüpfen, um sich eine Fliege zu fangen. Ein paar Angler versuchen ihr Glück und Lucy natürlich auch.

 

Wasserspiele am Barragem de Odivelas, Alentejo, Portugal
Wasserspiele am Barragem de Odivelas

 

grillen am Barragem de Odivelas, Alentejo, Portugal
gleich gibts Essen

 

Grillmeisterin Lucy, Barragem de Odivelas, Alentejo, Portugal
Grillmeisterin Lucy

 

Am Barragem de Odivelas, Alentejo, Portugal
Am Barragem de Odivelas

 

Als es dunkel wird stimmen die Frösche zum gemeinsamen Lied an. Ohrenbetäubend!

 

 

Nach ein paar Tagen am See geht es nun wirklich in Richtung Norden. Die Heimat ruft! Nun endet er also, der Reisebericht und es kommt garantiert kein Nachtrag mehr :)

 

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