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Radrundreise Thailand: Ranong

von Bangkok nach Ranong

Mit dem Bus geht es 800 Kilometer südwärts in den freundlichen Ort Ranong. Von hier wollen wir auf die Insel Ko Phayam übersetzten.

Ranong

800 km mit dem Bus

Gestern haben wir das mit dem Tolerantsein noch geübt (bei all den fürchterlich schönen Menschen mit den topmodernen Zopffrisuren und all den anderen lustigen Leuten, fällt uns das in Bangkok noch sehr schwer…:-)) Ab heute sind wir nun endlich tolerant. Neben der ganzen Toleriererei sind wir mit dem Bus dann auch noch wo hingefahren – nach Ranong.

Bis wir so in die Gänge kommen, ist es relativ spät, und so kommen wir erst um 20 nach 9 am Southern Busterminal mit dem Linienbus Nr. (5)11 an. Um 9 Uhr 30 sitzen wir im vollklimatisierten 1. Klasse VIP Bus mit Stewardess und Liegesitzen und wesentlich mehr Beinfreiheit als im Flieger. Im Fahrpreis inbegriffen sind Erfrischungsgetränke und Snacks an Bord sowie ein fürstliches Mittagessen.

Entgegen den Behauptungen unseres Reiseführers ist es, zumindest in diesem Bus, nicht eisigkalt, und auch die Lautstärke des Fernsehers ist für das sensible europäische Ohr okay, was wohl daran liegt, dass dem Buspersonal erst gegen Ende des Films aufgefallen ist, dass der Ton aus war. Alles in allem gibt es von uns für diese Busfahrt vier von fünf möglichen Punkten. Bestplatzierung leider nicht möglich, da uns auf der Autobahn zwei andere Busse überholt haben *g*.

So erreichen wir nach etwas über acht Stunden Fahrtzeit völlig entspannt und tolerant Ranong. Kaum wieder festen Boden unter den Füßen, bildet sich eine Menschentraube um uns, die auch an uns haftet, als wir uns auf die andere Seite des Busses bewegen, um unser Gepäck zu holen. Wir machen den Test und gehen fünf Meter nach rechts, die Menschentraube auch. Wir gehen sechs Meter nach vorne, alle anderen auch. Irgendwie haben wir das Gefühl, die sind wegen uns hier.
In einem Moment der Unachtsamkeit werden wir überhäuft mit Prospekten und Visitenkarten von irgendwelchen Hotels. Wir bedanken uns freundlich und sagen, dass wir jetzt gehen und uns die alle gleich mal angucken werden. Als die merken, dass wir ernst machen und wirklich gehen wollen, werden die Angebote konkreter, die Preise fallen und wir bekommen noch eine Freifahrt mit dem Motorradtaxi von dem Hotel mit dem buntesten Prospekt. Wir tolerieren die freundliche Hartnäckigkeit und nehmen an.

Im Hotel angekommen sind wir überrascht. Wir finden ein relativ großes Haus vor, mit riesigen Zimmern, Restaurant, Pool und Internetcafe. Leider etwas am Rande der Stadt, was aber durch die gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel wieder wett gemacht wird. Für den konkurrenzlos günstigen Preis von 216 Baht (ca. 10 DM) bekommen wir hier das bisher beste Preis-/ Leistungsverhältnis geboten. Das Zimmer (für hiesige Verhältnisse) sauber, fast schon übertrieben groß, auffallend ruhig, großer Fernseher, westernstyle WC, Pool, englischsprechendes sehr freundliches Personal, dickes Infopaket über Ranong und Umgebung mit Aktivitäten und genaue Visaverlängerungsanleitung liegt im Zimmer aus…

Etwas misstrauisch finden wir selbst nach intensiver Suche bis spät in die Nacht keinen Haken an der Sache. Allmählich bekommen wir den Eindruck, dass die Schilder, die überall im Ort aufgestellt sind, tatsächlich ernst gemeint sind:
RANONG PEOPLE ARE VERY FRIENDLY AND GOODWILL

Ranong

RANONG PEOPLE ARE VERY FRIENDLY AND GOODWILL

Schon unser erster Eindruck von dieser Stadt deckt sich nicht mit dem, was unser Reiseführer uns mal wieder glauben machen wollte. So haben wir eigentlich nicht viel erwartet, wurden dadurch aber bislang in jeder Hinsicht positiv überrascht.
Ob nun unser günstiges sauberes Hotel oder die auch in englisch beschrifteten Sammeltaxis, was wir bisher noch nirgends gesehen haben (das erleichtert es dem Farang, mit ihnen zu fahren).
Auch mit den vielen westlichen Touristen haben wir nicht gerechnet, aber vielleicht berichten ja andere Reiseführer positiver über den Ort.

Unser erster Rundgang durch den Ort bestätigt unseren ersten Eindruck. Ob nun die weniger als in anderen Orten aufdringlichen Motorradtaxifahrer oder die harmloser als anderswo nervenden Fährticketverkäufer und Bungalowvermieter. Ob das die Wirkung der Schilder ist:
RANONG PEOPLE ARE VERY FRIENDLY AND GOODWILL

Ranong

Urlaub von Keine-Eile

Dies ist voraussichtlich das letzte Mal, dass wir uns in diesem Jahr melden. Trotz der im Allgemeinen guten Vernetzung des Landes, werden wir wohl auf Ko Phayam keinen Zugriff auf das Internet haben.

Laut Reiseführer soll es dort nicht einmal rund um die Uhr Strom geben. Wir lassen uns überraschen.

Und so verabschieden wir uns jetzt in den Urlaub von Keine-Eile und wünschen unserer Familie, unseren Freunden und allen anderen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Jahr 2003!

Hoffentlich stoßt Ihr auf uns mal an, wir werden wohl keinen Sekt bekommen, aber dafür eine hoffentlich schöne Party. Wir werden uns spätestens Anfang Januar (so ab dem 5.) in alter frische zurückmelden.

 

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Über Steffi

Mein Name ist Steffi.

Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort.

Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  – der ganz normale Wahnsinn…

Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert.

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