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Kulturschock Deutschland: Zurück in Deutschland nach 6 Monaten Portugal
Kulturschock Deutschland: Zurück in Deutschland nach 6 Monaten Portugal

Kulturschock Deutschland

Zurück in Deutschland nach 6 Monaten in Portugal.

Ja, auch ich glaube es kaum, aber den gibt es, den „Kulturschock Deutschland“.

Wieder in Deutschland habe ich nach 6 Monaten in Portugal einen Kulturschock.

Ja genau, ich war „nur“ in Portugal. Nicht in Afrika oder Asien, sondern in einem europäischen Land. Doch das Leben in Portugal hat nichts mit dem schnellen Leben in Deutschland gemein. Die Uhren ticken anders dort.

 

Verkehrswahnsinn

 

Zum ersten Mal nach 6 Monaten wieder auf einer deutschen Autobahn.

In Portugal sind die Straßen frei. Es gibt nur wenig Verkehr. Die Leute fahren langsam. Zum Schnellfahren sind die schmalen Straßen auch gar nicht ausgelegt. LKW­Verkehr gibt es in der Algarve so gut wie gar nicht.

In Spanien sind die Autobahnen recht leer. Auch das „Nadelöhr“ um San Sebastian an der Grenze zu Frankreich, wo zum ersten Mal die Autobahn voll ist, ist kein Vergleich zu dem Verkehr auf einer deutschen Autobahn.

Die Franzosen fahren eh nicht schnell. Wo 90 km/h erlaubt wären, wird eher 80 als 100 gefahren.

Und dann der Verkehrs­-Kulturschock auf der A63 bei Freiburg. Es wird gerast, gedrängelt, gehupt, dicht aufgefahren und ständig die Spur gewechelt. Das Verkehrsaufkommen hat sich gefühlt verfünfacht. Es gibt Staus, Baustellen und viele große, schnelle Autos.

In den Städten ist der Verkehr noch schlimmer als auf der Autobahn. Lange Schlangen an den Ampeln, viel Gehupe, kein Platz mehr, um irgenwo rechts ranzufahren. Der Verkehrsfluss wird am laufen gehalten. Anhalten wird immer schwieriger. Parkplätze gibt es kaum noch. Die meisten sind gebührenpflichtig.

 

Verbote

 

Ich frage mich, wie ein Land wie Portugal es schafft, mit so wenig Verboten auszukommen. Es
gibt auch kaum Verkehrsschilder. Kaum Gewichtsbeschränkungen oder Parkverbote. Wir hätten
uns dort oftmals ein Schild gewünscht, um rechtzeitig zu wissen, ob eine Ortsdurchfahrt mit LKW wohl möglich ist.

In Deutschland ist das Gegenteil der Fall. Es stehen überall so unglaublich viele Schilder, dass es
fast nicht möglich ist jedes davon zu erfassen. Es ist, als sähe man den Baum vor lauter Wald nicht nicht mehr. Offensichtlich ist in Deutschland einfach alles irgendwie verboten. Oder mit Strafen, wie Parkgebühren, belegt. Den Vogel abgeschossen hat eine Autobahnraststätte: 2 Stunden parken ­ 12 Euro.

 

Einkaufen

 

Nach 6 Monaten wieder in einem deutschen Supermarkt einkaufen.

Schon nach dem dritten Einkauf in Deutschland fällt der Unterschied kaum noch auf. Ich bemerke gar nicht mehr, dass viele Leute nur durch die Gänge hasten und Sachen in ihren Einkaufswagen schmeißen. Wie hibbelig und aufgeregt die Leute vor und hinter mir in der Schlange an der Kasse sind. Wie sie nervös herumspringen von einem Bein aufs andere und andauernd das Handy aus der Hosentasche ziehen, draufschauen und wieder wegstecken.

In der Algarve gab es auch mal eine Schlange an der Kasse. Doch die Portugiesen warten anders.

Sie warten einfach.

 

Platz

 

In Deutschland ist kein Platz.

Jeder cm² ist bewirtschaftet: Häuser, Straßen, Acker oder Forst. Es gibt so gut wie keine freien Plätze. Keine Wiesen, wenig echte Wälder. Jedes Fitzelchen Erde ist genutzt, bebaubt, ingezäunt.

Und jeder will mit seinem Stückchen Land Geld verdienen. Alles kostet Geld: Halten, Parken, Schlafen. An den wenigen Seen darf niemand sein, der nicht dafür bezahlt. Das gleiche gilt für das Meer, Strände, Sehenswürdigkeiten, Innenstädte. Es ist überall eng, überall sind Menschen.

Es fehlt die Weite, der Raum. In Deutschland fühle ich mich eingesperrt, beengt und reglementiert.

 

Kulturschock

 

Schlimm ist, dass ich das alles nach kurzer Zeit kaum noch wahrnehme. Ich werde mitgerissen, passe mich an, es wird normal. Plötzlich stehe auch ich an der Ampel und verfluche innerlich diejenigen, die nicht schnell genug über die Straße kommen, stehe hibbelig in einer Warteschlange, obwohl ich keine Termine habe, Zeit vorhanden ist.

Es ist sehr leicht auf Konsum zu verzichten und sich dem allgemeinen Kaufrausch zu entziehen,
aber das System von Enge, von Gegeneinander, dem kann man sich kaum entziehen.

Deutschland bewegt sich auf einem völlig anderen Energielevel. Leider ist es eine Energie, die
mich auslaugt, aussaugt und ermüdet.

 

Und du?

 

Wie hast du nach der Rückkehr von einer längeren Reise Deutschland erlebt? Im Anschluss an diesen Artikel kannst du einen Kommentar schreiben.

 

 

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About Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

45 comments

  1. Kai Seifferth

    Alltime fave dieser Beitrag 😀 und ich fühle mich immer wieder ähnlich, nur dass ich mich niemals wieder an DE gewöhne.

  2. Felix Buller

    Ich habe die gleiche Erfahrung nach 2 Monaten Griechenland gemacht. Besonders geblutet hat das herzchen wegen der fehlenden Menschlichkeit. Freundlichkeit, Offenheit. Ich habe versucht meinen eigenen Vibe aufrecht zu halten. Das ist wirklich harte Arbeit und gelingt mir nur bedingt….

  3. Ayrija Unterwegs

    Ich bin auch nicht gern in Deutschland, irgendwie ziemlich traurig. Gut, dass es für die Kommunikation mit den Menschen, die einem wichtig sind das Internet gibt 🙂

  4. Jamal Rabah

    Versteh ich total, ich muss nächste Woche wieder hoch, inchallah nur für drei bis vier Monate, aber das zerrt jetzt schon an meiner Laune……. und ich war dieses Mal nur in Frankreich und Spanien. Wenn ich aus Algerien wiederkomme, ist der Schock nochmal um einiges heftiger. Ich kann und will so nicht mehr in Dland leben. Mich macht das sonst krank.

  5. Doreen Kalkofen

    Ich empfinde es ebenso, eigentlich ist es total unmenschlich hier.

  6. Tanja Ma

    Oh ja…. den hatten wir auch. Ich habe nach 5 Monaten im Ausland lang gebraucht, um mich in der Enge in Deutschland wieder zurecht zu finden.

  7. Und ich dachte immer nur MIR geht es so…jedesmal wenn ich in Freiburg nach Deutschland rein fahre…französische Autobahnen sind schon irgendwie wie Urlaub und die meisten Franzosen denken scheinbar noch beim Autofahren.
    Und ich dachte immer nur MIR geht es so, nach Wochen oder Monaten wieder „zuhause“ (noch hab ich eine Wohnung in Berlin) – und ich versteh die (meisten) Menschen hier nicht (mehr) und noch weniger…

    Gut, dann liegt es nicht an mir 😉

  8. Hans-Herbert Kahl

    Das steht uns noch bevor. 😉

  9. Spirit Junkie World

    Oh ja, das kenne ich! Wenn ich zb. 4 Wochen weg war, dann brauche ich meistens 4-6 Wochen um mich wieder an D. zu gewöhnen.

  10. Volker Mack

    …kann ich voll verstehen! Nach 4 Monaten Peleponnes brauchte ich ca 4 Wochen, mich wieder zu akklimatisieren (zog mich daheim zurück und kehrte Stück für Stück wieder zurück in die Hektik) 🙁

  11. Kai Seifferth

    Ich will nicht wieder zurück 🙁 :/ 😀

  12. Frank Diron

    Ich wohne seit 30 Jahren in Dänemark und war vor zwei Wochen das erste Mal seit 6 Jahren wieder über die Grenze Richtung Hamburg und Bremen nach Wildeshausen unterwegs. Knapp hinter der Grenze geht die Raserei los, Lichthupe, dichtes Auffahren obwohl mein Vordermann und der wiederum vor ihm nicht schneller fahren können. Hamburg eine einzige Autobahnbaustelle, Stau, stockender Verkehr. Das reinste Irrenhaus. Das reicht fürs erste wieder – da lob ich mir die weite und Leere und Entspanntheit Skandinaviens das schon nördlich von Flensburg beginnt! Die Menschen in dem kleinen Dorf Hölingen wo ich war sind allerdings sehr nett und gar nicht so „typisch deutsch“…alle helfen, schnacken und besuchen sich und haben es gut miteinander. das gefällt mir 🙂 Gruss Frank Fanø http://www.nomadecamper.dk

  13. Ich wohne seit 30 Jahren in Dänemark und war vor zwei Wochen das erste Mal seit 6 Jahren wieder über die grenze Richtung Hamburg und Bremen nach Wildeshausen unterwegs. Knapp hinter der Grenze geht die Raserei los, Lichthupe, dichtes Auffahren obwohl mein Vordermann und der wiederum vor ihm nicht schneller fahren können. Hamburg eine einzige Autobahnbaustelle, Stau, stockender Verkehr. Das reinste Irrenhaus. Das reicht fürs erste wieder – da lob ich mir die weite und Leere und Entspanntheit Skandinaviens das schon nördlich von Flensburg beginnt! Die Menschen in dem kleinen Dorf Hölingen wo ich war sind allerdings sehr nett und gar nicht so „typisch deutsch“…alle helfen, schnacken und besuchen sich und haben es gut miteinander. das gefällt mir 🙂

  14. ich war dieses Jahr das erste mal seit 4 Jahren wieder in D und ein Kulturschock ist noch untertrieben. Ich war in mehreren Städten, Mainz, Frankfurt, Düsseldorf, Gelsenkirchen auch kleineren Städtchen … zum einem ist mir aufgefallen das erheblich mehr ausländische Menschen dort herum laufen als noch vor 4 Jahren, dann dieser Stress überall … Strassen, Geschäfte selbst im Restaurant … vom Supermarkt ganz zu schweigen … ja und stimmt dieser Schilderwald überall … einfach sehr sehr übertrieben … ich bin geblitzt worden bei Stuttgart auf der Autobahn … in einem Stück wo von 120 auf 100 reduziert wird .. nur weil da natürlich Biltzer stehen .. danach ist wieder 120 km/h … ich denke es reicht wieder für viele viele Jahre dieser Besuch in D !

  15. Kai Seifferth

    Ich bekomme auch jedes mal wieder einen Kulturschock, wenn ich wieder kurzzeitig zurück bin. Einmal war ich nach wieder für längere Zeit wieder in DE und was Du da mit dem anderen Energielevel schreibst, kann ich nur bestätigen. Die Menschen waren auch irgendwie ‚komisch‘ und ich hab mich ernsthaft gefragt, wie ich es vorher so lange in diesem Land aushalten konnte 😀

    • keine-eile.de

      Das Schlimmste für mich ist, dass ich das nach einer Weile in Deutschland gar nicht mehr so merke. Erst, wenn ich dann wieder weg bin, da fällt mir dann eine Last vom Herzen, von der ich gar nicht dachte, dass sie da ist.

  16. Neo Lopes

    wann fahrt ihr wieder los 😉 komme dann bald nach 😉 hehe

  17. Dieter Müller

    .. ach wärst Du doch in Portugal geblieben, ich bin immer noch in Andalusien und bleib´auch hier. Schöner kann Weihnachten nicht sein. Sonne, 24 Grad und die Enkeling springz ums Pool rum und hat spass wie Bolle.

  18. Witzig – ich war nur mal eben ein Auto in Südspanien abholen und kann das unterschiedliche Fahrverhalten nur bestätigen: in Spanien und größtenteils in Frankreich absolute Ruhe auf der Autobahn, man achtet auf sich gegenseitig, zieht schon mal links rüber, wenn abzusehen ist, das der Vorfahrende bald einen LKW überholen müßte, kein Drängeln, kein Ranrasen bis in den Kofferraum. Selbst im Berufsverkehr-Stau um Barcelona die totale Entspannung. Und kaum auf der Baseler Autobahn, ging das Drängeln und Schieben los.

  19. Toller Artikel! Mein Mann und ich waren Anfang des Jahres für 3 Monate in Spanien und es erging uns genau wie euch, als wir zurück in Deutschland waren. Das erste Mal im Penny Markt fühlten wir uns fast wie „Außerirdische“. Alle wirkten gestresst, schlecht gelaunt… Direkt nach unserer Rückkehr sind wir in ein Wohnmobil gezogen und sind nun jede freie Minute in der Natur. An schönen Plätzen, wo man noch durchatmen und neue Kraft tanken kann. Momentan sind wir noch 2-3 x pro Woche zum Arbeiten in Hamburg. Anfang November werden wir für (mindestens) 6 Monate nach Spanien und Portugal fahren, von unterwegs aus arbeiten und im Idealfall werden wir dort ein schönes Plätzchen für uns finden, wo wir uns dann komplett niederlassen werden. 🙂 Viele liebe Grüße!

  20. genau so siehts aus.. nur geht es mir alleine durch das leben hier und nicht nach einer langen reise so.. diese hektik, überall autos, dieser konsum und überall muss man mit dem auto hin.wo soll das nur hinführen.. schrecklich.

  21. Hallo Steffi,

    danke für diesen schönen Artikel. Nächstes Jahr im Frühling plane ich meinen ersten „Kurz-Ausstieg auf Probe“, und bin dabei eher zufällig in Portugal gelandet. Nachdem ich ein wenig über das Land gelesen habe glaube ich, dass es mir dort durchaus auch länger gefallen könnte. Und dein Artikel hat diesen Eindruck nochmal bestätigt.

    Beste Grüße…

    • Hallo Reinsch!

      Kennen wir uns schon aus dem WRF?

      Für einen Kurzausstieg auf Probe hast du dir mit Portugal ein tolles Land ausgesucht. Für soetwas ist das Land wohl bestens geeignet und es wird dir sicher viel Spaß machen! Portugal ist wahrscheinlich in dieser Hinsicht ziemlich gefährlich: Du willst wahrscheinlich nicht mehr zurück 😉

      Halte mich auf dem Laufenden!

      • Hallo Steffi,

        „Kennen wir uns schon aus dem WRF?“

        Genau, da bin ich auch unter dem Namen aktiv. Da sich euer Leben und meine Pläne einiges gemeinsam haben habe ich hier im Blog mal kräftig rumgestöbert.

        „Für einen Kurzausstieg auf Probe hast du dir mit Portugal ein tolles Land ausgesucht. Für soetwas ist das Land wohl bestens geeignet und es wird dir sicher viel Spaß machen!“

        Danke schön. Im April geht es los, für 3 Wochen. Ich bin gespannt…

        „Portugal ist wahrscheinlich in dieser Hinsicht ziemlich gefährlich: Du willst wahrscheinlich nicht mehr zurück ;)“

        Na, wenn es so kommt muss ich 2016 an einem Plan tüfteln wie ich länger dort bleiben kann. Gibt sicher schlimmere Schicksale. Aber erst mal sehen.

        „Halte mich auf dem Laufenden!“

        Das mache ich natürlich. In einem Jahr wissen wir dann schon mehr…

  22. Hallo Steffi,
    diese Wahrnehmungen und Erkenntnisse beschäftigen mich und uns auch viel.
    Wir hatten eines unserer Schlüsselerlebnisse in Ferragudo beim Lidl an der Kasse. Ja, echt :)!
    Wir standen in einer (ziemlich langen) Schlange und wunderten uns über die absolute Gelassenheit, die unter den Wartenden herrschte. Tatsächlich kam bei uns eine leichte Unruhe auf, einfach weil wir so geprägt sind… daß das Stehen in einer Schlange in unserer „Leistungsgesellschaft“ verlorene Zeit ist, und dies ist nicht stressfrei hinzunehmen sei …
    Der junge Mann dagegen, der die Waren entgegennahm, liess sich mit jedem Kunden auf ein kleines Pläuschchen ein und es wurde erzählt und gelächelt… und es erinnerte stark an die von uns so geliebten „Tante-Emma-Läden“, die fast ausgestorben sind.
    Wie anders hätte dies in unserem Land ausgesehen … irgendjemand hätte sofort lautstark und vor allem unfreundlich nach der nächsten Kasse geschrien, oder nicht?
    Als wir dieses Erlebnis verinnerlicht hatten, haben wir Portugal und die Mentalität seiner Menschen noch mehr gemocht.

    • Das ist genau so ein Erlebnis, wie ich es auch oft hatte. „Die Portugiesen warten anders. Sie warten einfach!“ Interessant daran finde ich vor allem, dass es so etwas in Europa noch gibt: Menschen, die warten können.

  23. Den Kulturschock kann ich sehr gut nachfühlen! Ich habe vor längerer Zeit 9 Monate in Indien gelebt und gearbeitet. Als ich danach zum ersten Mal wieder in einem Supermarkt war, fand ich die Fülle der angebotenen Artikel geradezu obszön. Und die Eile… das ist in Indien damals unvorstellbar gewesen.

    Zwei Jahre lang war ich in den USA und habe dort gearbeitet. Mein Spitzname war: „The fucking efficient German Doctor“. Damals galt dort überall Tempolimit 55 Meilen/h. Als ich das erste Mal wieder auf einer deutschen Autobahn fuhr, und die Autos rechts und links an mir vorbeiflitzten, drängelten, Lichthupe – ich dachte nur, die brauchen für ihr Auto einen Waffenschein.

    Und wie du sagst, das Deprimierendste ist, dass man sich so schnell wieder daran gewöhnt und selbst diese Mentalität wieder aufgreift.

    • Hallo Christiane! Danke für deinen Kommentar. Das mit dem Supermarkt stimmt auch. Da ist es allerdings immer so – wenn ich vorm Regal stehe und es 10 verschiedene Sorten Mais in Dosen gibt, frage ich mich manchmal, ob ich wohl auf dem richtigen Planeten bin.

  24. Als ich nach drei Monaten Rundreise Kanada + Alaska meinen Camper für die Rückverschiffung klar gemacht habe, war ich entsetzt was ich alles mitgenommen und nicht gebraucht habe.
    Aber als ich dann zuhause war und mich umgesehen habe, war es noch grasser – eigentlich habe ich nichts von all dem zuhause vermist und hatte eine wunderschöne Zeit im Camper.
    Seit dem versuche ich mich von einigem zu trennen und überlege intensiver was ich wirklich zum Leben brauche.
    LG Moga

    • Hallo Moga! Das kenne ich. Vor ein paar Jahren haben wir unseren Haushalt aufgelöst. Wir haben das Notwendigste in je 2 Fahrradtaschen gepackt. Unglaublich, auf was man seine Sachen reduzieren kann. Selbst in den Radtaschen gab es Dinge, die wir nur ganz selten rausgeholt haben. Jetzt stehen seit 7 Jahren Kartons im Keller meiner Eltern. Und ich habe eigentlich überhaupt keine Ahnung, was in denen eigentlich drin ist. Nun leben wir auf 9 qm. Auch da sammeln sich wieder viele Dinge an, die in irgendwelchen Ritzen verschwinden, die keiner braucht. Ab und an machen wir Tabularasa und schmeißen alles raus, was nicht gebraucht wird. Zum Leben braucht man kaum etwas. Freunde, einen Schlafplatz, was zu Essen, wenig zum Anziehen und was Gutes zu lesen. Alles weitere ist irgendwie Luxus und davon braucht wohl jeder seine ganz spezielle Portion.

  25. Ich persönlich bin noch nie längere Zeit im Ausland gewesen, immer nur ein paar Wochen, aber auch danach merkt man häufig die Unterschiede zu anderen ländern,glaub nach mehreren Monaten ist das bestimmt um einiges extremer.

    • Hallo Petra! Ich weiß nicht, ob es nur etwas mit der Reisedauer zu tun hat. Vielleicht auch mit der Andersartigkeit des Reiselandes oder der Art und Intensität der Erfahrungen, die man dort gemacht hat.

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