Home » Leben auf Rädern » Die Oettls: Warum machen wir sowas nicht eigentlich mal für länger?
Originalbild unter: http://rockon.fotograf.de/photo/5751fbcc-0794-4ca8-a363-6e810a67cc64

Die Oettls: Warum machen wir sowas nicht eigentlich mal für länger?

//Interview// Im Winter 2016 gaben Stephi und Alex Oettl ihr Leben im Steinhaus auf und zogen um in ein Wohnmobil. Seit dem haben sie viel erlebt und das Leben im Wohnmobil für sich entdeckt.

Aber wie sind die beiden überhaupt auf diese Idee gekommen? Wie haben sie den Plan in die Tat umgesetzt und wie geht es ihnen heute?

Interview Leben im Wohnmobil

Wir Stephi und Alex, Sylterin und Bayer, verliebt, gelebt, gekämpft und überlebt…

Alexander (oft Alex oder Oettl genannt), 35 Jahre alt, kommt aus Bayern und hat 18 Jahre auf Sylt gewohnt, gearbeitet und gelebt – einige Zeiten auch verlebt.

Stephanie (ganz wichtig mit PH ! ) (Stephi oder Oettline), 28 Jahre alt, auf Sylt geboren und dort auch 28 Jahre lang gelebt.

Interview Leben im Wohnmobil

Baghira 6 Jahre alt, kommt vom Festland (nähe Sylt) und lebt bei uns seit dem sie 8 Wochen alt ist. Ein Bordercollie-Schnauzterrier-englischer Hovawart Mix – unserer Vermutung nach ist auch Dackel mit drin – allein schon wegen dem Sturkopf… 😉 leidenschaftliche Wasser – und Sport – und Schmuseratte. Ein echter Reisehund!

Unser Maskottchen – Maximühljanus.

Im Herzen fest dabei – unsere geliebte Dogge Rocky (gerade mal 3 Jahre alt geworden ) und unser Sternenkind “Stjerne”(8.Ssw).

2009 haben wir uns kennen und lieben gelernt (man kannte sich vorher schon vom Sehen…). Seit 2013 gehen wir sogar verheiratet durchs Leben.

Unser bisheriges Leben fand in einer Steinhauswohnung statt. Zuletzt hatten wir beide einen Vollzeitjob – jeder dazu noch 2-3 Nebenjobs. Stephi bei der Sparkasse als Finanzberaterin und Alex beim Tourismus-Service in verschiedenen Bereichen.

Viele Jahre vorher war es chaotischer. Man konnte sich auf der Insel gut mit verschiedenen Jobs über Wasser halten, Gastronomie, Fahrräder vermieten, im Einzelhandel Schlüpper verkaufen – alles war dabei bei Stephi. 2013 sollte es dann doch noch eine Ausbildung bei der Sparkasse werden. Keiner hat mehr daran geglaubt, dass da noch was Vernünftiges zu Stande kommt 😉

Alex war fest in der Gastronomie beheimatet, nicht nur aufgewachsen im Wirtshaus, auch in der Gastronomie den Hotelfachmann erlernt und viele Jahre in verschieden Bereichen, bei vielen Arbeitgebern gearbeitet.  2013/2014 fand bei ihm der Umschwung statt. Und das war höchste Zeit! Gastro war nichts mehr und bekam ihm (/uns) nicht mehr gut. So wurde nach 2 Therapien und viel Ehrgeiz und vor allem Kampf –  ein neuer Lebensweg angegangen. Studium, Präventionsarbeit und neue Arbeit. Mehr dazu auf Alexanders Website und bei Facebook

Es war also viel los die letzten Jahre bei uns – Hochs sowie einige Tiefs.

Interview Leben im Wohnmobil

Ihr habt erst kürzlich eure Jobs gekündigt, eure Wohnung aufgegeben und seid in ein Wohnmobil gezogen, um damit zunächst nach Spanien und Portugal zu fahren.

Warum habt ihr das gemacht?

Kürzlich ? Na ja, nicht mehr so ganz – mittlerweile ist der Umzug einige Monate her.

Spanien, ja. War definitiv auf dem Plan. Aber Portugal? Eigentlich nur zum Durchreisen und wir sind so froh, dass es ungeplant so kam, dass wir nun doch länger und intensiver dort waren!

Warum ? Weil, wir es können!

Und weil es Zeit für eine Veränderung für uns persönlich war. Zu viel ist die letzten Jahre passiert, zu viel hat uns vor Augen geführt, wie schnell es vorbei sein kann.

Wir wollten nicht mehr warten, bis wir es nicht mehr können, bis uns noch mehr Schicksalsschläge heimsuchen oder wir zu krank wären so eine Lebenswandlung vorzunehmen.

Jetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

Wir wollen nicht bis zur Rente warten (wenn wir diese überhaupt erleben). Jetzt sind wir gesund, wer weiß wie es in 20 Jahren ausschaut?!

Umziehen, der Gedanke war eh schon einige Jahre in unseren Köpfen, warum dann nicht ins “Oedddlmobil“?

Interview Leben im Wohnmobil

Euer Wohnmobil nennt ihr “Oedddlmobil”.

Was ist das für ein Wohnmobil?

Weil wir die “Oettls” sind, weil es zu uns gehören soll – auch vom Namen her 😉 – die 3 ‘ddd’ gehen auf die früheren Zeiten von Alex zurück.

Das “Oedddlmobil” ist ein Fiat Ducato, Baujahr 1992 mit Fendtaufbau auf ca. 8 qm (sieht man eher seltener auf der Straße) – und uns mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.

Warum??? Vielleicht weil es ein ganz “normales” WoMo von der Stange ist – aber eben schon ein wenig anders – damals schon gewesen.

Nach dem Kauf und mit weiterer Recherche hatten wir auch das ein oder andere “schlechte” (das hat der Fendt immer – das geht kaputt – der ist da immer undicht – gelesen – und eigentlich nichts ist dem so bei uns.

Klar es gibt nach der ersten Tour immer Dinge die man optimieren kann – machen wir auch.
Und wie mit so vielen Dingen im Leben: Man kann wenn man möchte sich auch einmal mit dem Zufrieden geben was man hat.

In jedem Fall hat unser “Oedddlmobil” uns bisher an Orte und in Ecken gebracht, wo wir im Leben nicht geglaubt hätten hinzukommen – geschweige denn wieder wegzukommen.

Hier ein paar Daten und Fakten zu unserem Haus :

  • 1,9 Turbo Diesel
  • 82 PS
  • ohne Allrad
  • 8 qm Wohnfläche
  • 3,1 t zulässiges Gesamtgewicht

noch mehr Details gibt es hier

Warum habt ihr euch für gerade dieses Wohnmobil entschieden?

Gute Frage.

Es war quasi Liebe auf den 2. Blick. Wir wussten grob vorher, was wir für einen Aufbau haben wollten, bedingt durch 2 Hunde, davon einer etwas größer.

Uns war klar, die Hunde brauchen irgendwo im Mobil eine Ecke für sich und damit sie auch mal “aus dem Weg” sind.

Wir wussten, dass wir genug Platz haben wollten, um es auch bei schlechterem Wetter  alle zusammen mal drinnen auszuhalten.

So hatten wir auf einer bekannten “Suchplattform” nachher 54 Autos geparkt. Alle natürlich einige Kilometer weit weg. Das “Oedddlmobil” war bei den ersten 3 schon dabei gewesen und blieb auch nachher wieder übrig, nach dem wir mal wieder aussortiert haben.

Beim Besichtigen haben wir dann sofort zugeschlagen, weil wir beide wussten, DAS ist es!

Interview Leben im Wohnmobil Interview Leben im Wohnmobil

Ihr habt eure Wohnung aufgelöst, um in ein Wohnmobil zu ziehen.

Wie seid ihr da vorgegangen?

Wir haben ca. 1 Jahr vor Umzug den Entschluss gefasst umzuziehen.

Oder sagen wir mal so, wir wollten sowieso die nächsten 1-2 Jahre nach Süddeutschland umziehen – also ein Umzug selber schwirrte eh in unseren Köpfen. Nun ging es also in ein Wohnmobil, also ins “Oedddlmobil”. Gekauft und erstmal untergestellt – es war November 2015.

1 Jahr Vorbereitung – wir wollten es geordnet und vernünftig angehen.

Checklisten – viel zu viele – angelegt, gelbe Zettel schmückten schnell unsere Wohnzimmertür und wir legten uns ein Sortierzimmer an.

Ja, wir hatten den Luxus, ein kleines Zimmer übrig zu haben – daraus wurde das Sortierzimmer.

Hier kamen die neu bestellten Sachen erstmal hinein, hier sammelten und sortierten wir Körbe: Was mitkommt, was vielleicht mitkommt, was in die Küche, ins Bad, ins Wohnzimmer kommt, etc. pp.

Und hier wurde immer und immer wieder um – und aussortiert.

Vieles wurde verkauft und auch verschenkt – alles was wir nicht mehr brauchten, kam nach und nach weg. Die Wohnung wurde jeden Monat leerer und wir lebten uns schon unbewusst in nur noch einem Zimmer ein.

Habt ihr euch wirklich von allen Dingen getrennt, oder ist noch irgendwas eingelagert?

Wir hatten die Möglichkeit ein paar Kartons unterzustellen und so nutzten wir die Chance – auf Verdacht – einen Schwung Arbeitsklamotten einzulagern. Allein das macht schon 2 Kartons aus.

Dazu hat jeder noch ein Karton persönliche Dinge und Erinnerungen und 2 Kartons haben wir noch gemeinsam, hauptsächlich sind hier Papiere drin, alles in Kopie etc. pp.

Macht quasi 6 Kartons, die man mehr oder weniger braucht und das was wir wirklich auch davon noch behalten wollen, würde auch noch ins “Oedddlmobil” passen.

Was habt ihr mit den Sachen gemacht, die nicht mit ins Wohnmobil gezogen sind?

Verkauft, verschenkt, verschrottet.

Außer den 6 Kartons ist alles mit ins “Oedddlmobil” gezogen. Also es gibt keine Möbel o. ä. mehr, was eingelagert werden musste.

Welche Dinge aus eurem “alten Leben” sind mit ins Wohnmobil gezogen?

WIR 🙂

Eine Handvoll persönliche Dinge.

Ein ganz bisschen Deko und das Nötigste an alltäglichen und vor allem positiven Dingen.

Ein Teil unserer Kleidung, unser Besteck haben wir auf das Minimum (und es würde noch weniger gehen) reduziert und mitgenommen.

Was habt ihr neu angeschafft?

Hauptsächlich haben wir funktionelle und zweckmäßige Dinge angeschafft – wobei das ein oder andere bereits schon wieder ersetzt wurde.

Als Beispiel haben wir uns Töpfe angeschafft, mit abnehmbaren Griffen, damit diese besser stapelbar sind, diese haben leider unser Nutzen nicht ganz überlebt und wurden nun wieder durch Töpfe mit Griff ausgetauscht, geht auch alles.

Betten und wohnliche Accessoires gab es neu, frische Bettwäsche und für die Gemütlichkeit 2 Schafsfelle sowie Kissen. Sowas wurde bedacht als Neustartanschaffung investiert, denn es ist ja auch mal wichtig, einige Dinge hinter sich zu lassen. Sei es eine alte Wolldecke.

Woher wusstet ihr, welche Dinge ihr im “neuen Leben” brauchen werdet und welche nicht?

Gute Frage. Wussten wir nicht. Echt nicht. Und auch jetzt noch nicht.

Wir lernen täglich dazu, ehrlich gesagt, zeigt uns die Erfahrung und das Wohnen im “Oedddlmobil” erst tatsächlich, was wir dann wirklich brauchen und was man meint zu brauchen und nicht einmal in der Hand hatte.

Wir haben versucht uns vorher selbst Checklisten zu erstellen und abzuwägen (auch wegen Gewicht) was mitkommen soll und was nicht. Wir waren bisher 6-mal bei Ikea, weil wir immer wieder Kleinigkeiten verbessern und neue Ideen haben – wir haben bisher x-mal umgeräumt, weil es immer was zu verbessern gibt. Brauchen tut man eigentlich ja nicht wirklich viel.

Gibt es Dinge, die ihr vermisst? Welche?

Wir vermissen nicht wirklich sachliche Dinge, eine Enduro oder Roller (den wir mittlerweile haben) wäre ab und an unterwegs ganz praktisch, zusätzlich zu den Fahrrädern. Aber sonst haben wir alles was wir brauchen… – wo wir wieder eine Frage weiter oben wären 😉 –

Fehlen tun manchmal gewisse Alltagsdinge. Wir haben unseren Alltag ja komplett aufgegeben, waren sonst zu festen Zeiten beim Sport, wussten von wann bis wann wir arbeiten und so weiter, eben Routine.

Freunde und Familie fehlen ab und an, wenn bestimmte Tage sind, oder wir einfach mal das Bedürfnis hatten mit jemanden anderen zu quatschen, aber auch hier haben wir neue Leute kennengelernt und dank Social Media und Co. ist man ja doch irgendwie ständig in Verbindung.

Gibt es Dinge, die ihr dabei habt, aber nicht braucht?

Welche?

Es werden immer weniger und wir arbeiten regelmäßig dran, dass es bald nichts mehr gibt.

Interview Leben im Wohnmobil

Woran muss man eigentlich alles denken, wenn man ins Wohnmobil-Nomadenleben starten will?

Wo sind die Schwierigkeiten? Welche bürokratischen Hürden gibt es?

Was ist z. B. mit der Krankenversicherung, der Meldeadresse, Versicherungen, …?

Könnt ihr so etwas wie eine Checkliste mitgeben?

Wer erstmal den inneren Schweinehund etwas ändern zu wollen, überwunden hat, hat keine so großen Schwierigkeiten mehr.

So einen Schritt zu gehen und so vieles zu ändern und anders zu machen, muss ein fester Entschluss sein, dann läuft die ganze Vorbereitung viel entspannter ab.

Ein Faktor, den man beachten sollte, ist die ZEIT.

  • Impfungen müssen u. U. mehrfach in bestimmten Abständen gesetzt werden
  • Kündigungen sollten rechtzeitig geschrieben werden (Fristen beachten!)
  • Tierarzt – Titabestimmungen oder ebenfalls Impfungszeiten beachten
  • Papiere, Dokumente beantragen (Reisepass, internationaler Führerschein)
  • und natürlich je nach Land Visa o. ä.

Die perfekte Checkliste mitgeben, ist so wohl niemanden möglich, da es von vielen Faktoren abhängig ist: Wie viele Reisende, für wie lange, welche Länder, Kinder, Hunde, etc pp.

Jede Checkliste sollte individuell gestaltet sein! Anhaltspunkte gibt es zum Beispiel beim ADAC, die Checkliste hat 13 Seiten…. Für jeden was dabei.

Wie viel Zeit ist vergangen vom Entschluss ins Wohnmobil zu ziehen, bis es tatsächlich so weit war?

Was hat am längsten gedauert?

Wenn wir mal ehrlich zurückschauen, hat das bereits 2014 angefangen, als wir uns für einen geplanten Urlaub im Juni 2015 ein Wohnmobil gemietet haben. Aber da wussten wir selbst noch nichts von unserem Entschluss.

So kam es im Juni 2015 zu unserer ersten gemeinsamen Reise mit einem Wohnmobil (Fiat Ducto Kastenwagen). Aufgrund der Geschehnisse einige Tage zuvor, war diese Reise kurz vor der Kippe. Das Herz unseres Sternenkindes hatte aufgehört zu schlagen, das erfuhren wir an einem Dienstag, am Donnerstag war die OP, am Samstag ging die Reise los.

Die Frage alles zu stornieren stand im Raum. Im Nachhinein war es einfach nur richtig, dieses nicht zu tun. Rauszukommen und abzuschalten tat vor allem unseren Seelen gut und letztendlich kam es nur so, dass wir heute unser Leben auf den Kopf gestellt haben.

Irgendwann zwischen Feldern und mitten im Nichts, kam von Alex dieser eine Satz:

“Warum machen wir sowas nicht eigentlich mal für länger?”

Tja, es war gesagt und schwirrte von da an in unseren Köpfen.

Das “Oedddlmobil” wurde schließlich im September 2015 gekauft, nachdem wir beschlossen haben: WIR machen das jetzt einfach mal!

Unser Umzug war letztendlich am 19.11.2016. Fast 2 Jahre nach der ersten Buchung des gemieteten Mobils.

Interview Leben im Wohnmobil

Wie finanziert ihr euer Leben und Reisen mit dem Wohnmobil?

Die Frage schlechthin – immer wieder ein Knaller und früher oder später kommt sie doch –

Neugierde liegt schließlich in der Natur des Menschen, gell?!

Der Aufbruch war erst für 3, dann für 4 Monate geplant, daraus wurde bald ein halbes Jahr und am Ende gingen wir “zeitlos”. Leichter gesagt als getan.

Unterwegs arbeiten wäre eine Möglichkeit. Wir haben das Vorbereitungsjahr genutzt uns ein gutes Polster anzuarbeiten – hatten allerdings dann auch mehrere Jobs gleichzeitig, hart an der Grenze, aber wenn man weiß wofür, lässt es sich direkt leichter arbeiten.

Derzeit erwirtschaften wir unsere Reisealltag durch Saisonarbeit – eine gewisse Zeit arbeiten, um dann wieder frei reisen zu können.

Alex führt nebenbei noch ein Onlinebusiness, vorrangig aus eigenen Erfahrungen und seinem 2. Bildungsweg – www.alexanderoettl.com

Unser Bestreben ist früher oder später von unterwegs arbeiten zu können. Wir suchen derzeit noch unsere passende Nische und haben einiges an Ideen im Kopf, die es gelten zu testen.

Eins sollte jedem klar sein: Ein Blog allein bringt kein Geld ein (zumindest beim Großteil) – vielleicht hier und da ein wenig Taschengeld.

(Im Übrigen: Arbeitslosengeld mitzunehmen bei einem solchen Vorhaben? Ja, da gibt es bestimmte Möglichkeiten. Für eine gewisse Zeit. Aber “lohnt” sich der Aufwand? Unsere Erfahrung: NEIN.)

Sollte sich jemand angesprochen fühlen und eine Idee oder ein Jobangebot für uns haben – immer her damit!

Lies auch hier, wie sich Langzeitreisende die Weltreise finanzieren.

Interview Leben im Wohnmobil

Wie fühlt sich der Aufbruch an?

Wie war der letzte Tag in der Wohnung und der erste Tag im Wohnmobil?

Nach dem letzten Tag in der Wohnung ging es für uns nicht direkt ins “Oedddlmobil”.

Wir verbrachten noch einen kleinen Sofa-Zwischenstopp bei der Familie und wollten wirklich erst ins Mobil, wenn wir auch losfahren, obwohl alles fertig und bereit war.

Die Wohnungstür abzuschließen war gefühlt für uns beide ein Befreiungsschlag – Ballastabwurf.

Die erste Nacht im “Oedddlmobil” war noch ungewohnt, wir waren kaputt und glücklich und sind es bis heute.

Interview Leben im Wohnmobil

Ihr seid jetzt seit einige Monate unterwegs.

Wie ist euer erstes Fazit?

Wir haben bisher bereits 3 Fazits auf unserem Blog erstellt und zusammengeschrieben.

Kurz zusammengefasst:

Wir sind glücklich, uns geht es gut. Wir streiten, lieben, weinen und lachen im “Oedddlmobil”.

Wir fühlen uns freier, unabhängiger und selbstbestimmender als zuvor.

Wie hat sich euer Leben verändert?

Habt ihr etwas mitnehmen können (Gewohnheiten, Routinen, Erfahrungen) oder ist alles komplett neu und anders?

Persönliche Gewohnheiten und Macken sind schlecht wegzuradieren, da sind einige mehr oder weniger mitgekommen.

Wir haben aber mittlerweile eine gute Routine und Aufgabenverteilung für uns gefunden, auf kleinerem Raum auch zwingend notwendig.

“stehend” sowie “reisend” wissen wir, wer wo anpackt, wie unser Verlauf ist, wenn wir aufbrechen, weiß jeder wo anzupacken ist und so sind wir in 5-10 Minuten abreisefertig.

Verändert haben sich vor allem unsere Einstellungen gegenüber dem Leben, der Natur, dem Mensch und dem Tier. Alles ist intensiver und kostbarer geworden.

Dinge, die vorher “normal” waren, sehen wir immer mehr als Luxus an.

Wie sind eure Pläne für die nächsten Monate?

Wir planen auf oettlerische Art und Weise, also wir haben schon irgendwo Pläne, aber meistens kommt es dann ja doch anders.

Der Blog wird natürlich weiterbetrieben.

Das “Oedddlmobil” erhält im Herbst eine Ganzkörper-Kur.

Wir sind in einer weiteren Vorbereitungszeit – noch detaillierter und priorisierter.

Arbeiten tun wir nun auch wieder einige Monate, damit die Reisezeit wieder schnell beginnen kann.

 

Vielen Dank für dieses Interview, Stephi und Alex!

Wenn du auch noch eine Frage an die beiden hast, dann schreibe sie einfach in die Kommentare!

 

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden oder sende eine Spende via Pay Pal:

Über Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

2 comments

  1. Hallo, und Respekt!
    Weil ihr das mit der Kohle auch in den Griff bekommen habt, irgendwie und noch nicht final.
    Ich hätte es damals nicht hin bekommen, in meiner Generation waren die Existenzängste einfach zu stark ausgeprägt. Naja, und der Rest….

    Wir sind gerade in der Normandie, machen 7 Tage Station und gehen dann ins Bordelais.

    arnovogt.wordpress.com ist unser Blog, den ich eigentlich nur für mich schreiben wollte….

  2. Markus Taschner

    Finde ich mich total wieder. Ich übergebe am 17.7. die Wohnungsschlüssel und mache mich auf den Weg. Vielleicht sieht man sich ja mal in Spanien oder Portugal.
    Viele Grüße
    Markus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.