Radreise Tschechien

Auf und Ab durch Tschechien

Dies ist der sechste Teil unserer Radreise von Istanbul nach Bremen. In 2 Monaten radeln wir durch die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, die Slowakei und durch Tschechien.

Im 6. Teil unserer Radreise von Istanbul nach Bremen radeln wir durch Tschechien. Wir kommen gerade aus der Slowakai und weiter geht es nach Deutschland.

89 km bis Vyskov (Tschechien)

Nach nur drei Tagen verabschieden wir uns am Vormittag von der Slowakei. An der Grenze sind alle nett und freundlich und alles geht zügig von statten. An der ersten Tankstelle, die wir finden, machen wir eine längere Pause.

Weil Olafs Vorderreifen nach dem Ersetzen der Speiche gestern morgen mal wieder eine Delle hat, versuchen wir mit Vaseline nachzuhelfen. Leider nur mit mäßigem Erfolg.

Hier in Tschechien sind noch mehr Fahrradfahrer unterwegs als in der Slowakei, was wohl auch daran liegt, dass wir super Wetter haben und heute Sonntag ist.

Der Nachmittag wird recht anstrengend.

Entgegen unserer Karte geht es viel bergauf bergab und die Straße schlängelt sich durch eine sanfte aber anstrengende Hügellandschaft.

 

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Fehlanzeige
38 km bis Suchy

Heute ist einer unserer langsamsten Tagen und wir schleppen uns mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,5 km/h über die Straßen. Irgendwie sind die Hügel von gestern auch heute noch in unseren Beinen zu spüren.

Weil wir gestern weiter gefahren sind als geplant, ist es heute glücklicherweise nicht mehr so weit bis zu dem Campingplatz, auf den wir wollen. Doch leider Fehlanzeige. Campingplatz noch geschlossen.

So machen wir uns nach einer Mittagspause also wieder auf den Weg und versuchen unser Glück beim nächsten.

Hier haben wir mehr Erfolg und errichten unser Zelt am noch viel zu kalten Badesee von Suchy.

von der Sonne verwöhnt
Suchy

Der Campingplatz ist sehr schön gelegen. Wir haben eine große Zeltwiese fast für uns alleine und könnten, wenn wir eine Angel hätten, im See fischen gehen.

Einen Punkt Abzug gibt es für die Tatsache, dass die Duschen kaputt sind. Zum Glück können wir die Duschen einer benachbarten Pension benutzen. Den sonnigen Tag verbringen wir mit Wäsche waschen, einkaufen, Essen machen etc. Zur Feier des Tages werden die Räder geputzt und wir spendieren den beiden neue Ketten, was schon lange überfällig gewesen ist.

Weil der Campingplatz so schön und auch günstig ist, die Sonne uns weiterhin verwöhnt und wir noch nicht alles auf unserer Liste abgehakt haben, bleiben wir noch einen Tag länger. Morgens fahren wir in den nächst größeren Ort ganz tief unten im Tal, wie wir auf dem Rückweg zu spüren bekommen.

Hier gibt es eine Bank zum Geldtauschen und ein Internetcafe. Und weil wir gestern so fleißig waren, haben wir heute einen freien Nachmittag, um endlich mal nutzlos in der Sonne zu sitzen.

 

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radsportbegeisterte Tschechen
85 km bis kurz vor Uesti

Bevor das Wetter wieder schlechter wird, machen wir uns auf die Socken. Gleich zu Beginn biegen wir falsch ab – 10 km Umweg.

Heute scheint ein Feiertag zu sein. Alle Geschäfte haben geschlossen und keiner hat Bescheid gesagt und wir haben auch nicht herausbekommen warum. So stehen wir dann mit unserem Sack voll leerer Pfandbierflaschen ratlos vor einem Laden und schmeißen sie schließlich in den Mülleimer.

Den Rest des Tages geht es mal wieder rauf und runter und mit uns unterwegs sind wieder jede Menge radsportbegeisterte Tschechen.

Im Laufe des Tages ziehen immer mehr Wolken auf und in der Nacht werden wir durch ein Gewitter geweckt.

 

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einkaufen
46 km bis kurz nach Bohoradek

Weil gestern Feiertag war und das Wochenende vor der Tür steht, treibt sich ganz Tschechien in den Supermärkten herum und so ging viel Zeit fürs Einkaufen und Schlangestehen an der Kasse drauf.

Die Tage des absolut wolkenlosen Himmels scheinen vorbei zu sein, zeitweise ist es bedeckt und auch heute Nacht regnet es wieder recht lange.

 

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Zing
72 km bis Milovice

Gleich auf den ersten Kilometern des Tages verabschiedet sich eine Speiche an Olafs Hinterrad mit einem lauten ZING. Zur Reparatur rollen wir in den nächsten Ort und machen uns, da es nach Regen aussieht, unter dem Vordach des örtlichen Kinos breit.

Am Nachmittag erreichen wir Horice und quälen uns senkrecht den Berg hinauf zum örtlichen Campingplatz. Und das nur, um auf dem Gipfel zu erfahren, dass noch geschlossen ist. Also geht es mit Tempo 60 den Berg wieder herunter.

Der nächste Campingplatz ist 5 km entfernt. Hier haben wir mehr Erfolg. Es gibt sogar ein leeres Schwimmbad, einen überwucherten Minigolfplatz und einen Tennisplatz ohne Netz. Leider lässt man sich das alles gut bezahlen…

Eine Fehlplanung in Sachen Geldbeschaffung müssen wir auch teuer bezahlen und tauschen am Abend zu einem sehr schlechten Kurs. Zu allem Überfluss vergreift Olaf sich an der Tanke und kauft alkoholfreies Bier…

 

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Regentag
62 km bis kurz vor Mlada Boleslav

Die ganze Nacht und den halben Vormittag gibt sich der Regen ein Stelldichein, so dass wir uns Zeit lassen und in der Campingplatzküche herumlungern.

Weil wir für das Geld, das wir hier bezahlen nicht viel geboten bekommen, wollen wir nicht noch eine Nacht bleiben und stellen uns auf einen regenreichen Radtag ein. Aber wir haben Glück, es hört auf zu regnen, sogar das Zelt wird trocken und den ganzen Tag über fällt nicht ein Tropfen, obwohl es sehr bedeckt ist.

Am Abend scheint sogar wieder die Sonne. Heute fahren wir bis kurz vor Mlada Boleslav und wollen uns hier morgen einen Campingplatz ansehen. So haben wir dann die Wahl und können weiterfahren, falls dieser nicht in Frage kommt.

 

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Skoda
14 km bis Mlada Boleslav

Morgens rollen wir kurz runter nach Mlada Boleslav. Vorher noch ein kurzer Zwischenstop auf der Trainerbank eines Sportplatzes, um zu frühstücken.

In der Stadt finden wir einen günstigen Campingplatz. Der Platz liegt oberhalb der Stadt und man hat einen schönen Blick auf das riesige hier ansässige Skoda-Werk. Sinnigerweise heißt der Platz auch noch SKODA.

Im Vergleich zum Campingplatz von vorgestern, der doppelt so teuer war, muss man hier keine Duschmarken kaufen und eine Leihgebühr für die Nutzung des Kochgeschirrs wird auch nicht erhoben (Auszug Preisliste Autokemp Milivoce: Leihgebühr Kartenspiel 15 CZK, Tischtennisschläger 30 CZK (Bälle und Netz gehen extra) Benutzung Kochgeschirr 50 CZK, Wecker 15 CZK etc.)

Der Nachmittag geht fürs Einkaufen und Emailschreiben drauf.

Als wir dann nach unserem opulenten Abendmahl beim Tee zusammensitzen, bemerkt Olaf es als erster.

Die Silhouette eines Reisebusses wird am Horizont sichtbar und kommt näher. Die Sonne verfinstert sich und kühl fällt sein Schatten auf uns, dass es uns fröstelt. Unheilverheißend öffnen sich seine riesigen Tore mit lautem Zischen und er entlässt seine schaurige Fracht in den eben noch so friedlichen Frühlingsabend. Die Vögel verstummen, der Hund der Campingplatzbesitzerin zieht den Schwanz ein und verzieht sich jaulend in eine Ecke. Verkrampft halten wir unsere Teebecher fest und ein eiskalter Schauer läuft uns über den Rücken.

Plötzlich ist es mit der himmlischen Ruhe auf dem Platz vorbei und eine Horde aufgeregt schnatternder und kreischender holländischer Teenager schwärmt aus und absorbiert die Stille.

Mann, was sind wir alt geworden…

Damit die tschechische Kultur nicht so an uns vorbeizieht, steht heute ein Museumsbesuch an –wir gehen ins Skoda-Automuseum.

Hier gibt es jede Menge alte Autos zu sehen und am Beispiel des Oktavia wird Schritt für Schritt erklärt, wie aus einem Tonklumpen ein neues Automodell entsteht. Angefangen hat man hier in grauer Vorzeit übrigens mit dem Bau von Fahrrädern. Wir haben vorher gar nicht gewusst, dass Skoda schon so lange Autos baut, geschweige denn, dass es eine tschechische Firma ist.

unsere letzte Nacht in Tschechien
über Chezca Lipa

Da die lärmenden Holländer erst gegen 10 zu ihren Tagesausflügen aufbrechen, sind bis dahin meist die Waschhäuser und Duschen blockiert. Also lassen wir uns Zeit und kommen erst spät los. Das Wetter ist leider nicht so toll und meistens fängt es ja dann an zu regnen, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann, wie z. B. heute beim Mittagessen. Und wenn die Sonne dann erst mal weg ist, ist es recht frisch.

Wir verbringen heute unsere letzte Nacht in Tschechien.

 

 

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