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Bloggen - Warum eigentlich?

Bloggen – Warum eigentlich?

Letztens bin ich auf die Frage gestoßen, warum viele „Reisende“ und „Aussteiger“ eigentlich einen Blog schreiben. Ob es der Sinn wäre, zu reisen und sich dann fremden Menschen gegenüber zu profilieren. Ob die vielen Bücher und TV-Sendungen von und über „Reisende“ tatsächlich der Aufklärung dienen, oder vielmehr der Selbstdarstellung.

Darüber darf man nachdenken und deshalb würde ich gerne davon berichten, wie es zu unserem Blog keine-eile kam.

Bloggen, um zu schreiben

Ich habe schon immer gerne und viel Tagebuch geschrieben. Schreiben hilft mir, Erlebtes zu verarbeiten, über Vieles nachzudenken. Es ist eine Art Therapie. Beim Schreiben werden mir manche Dinge erst klar. Ich kann meine Gedanken und Gefühle erfassen und einordnen.

Als damals die Blogs im Internet aufkamen, habe ich das einfach mal so probiert. Nur für mich. Ich fand es einfach eine schöne Form, Texte und Bilder zu vereinen und darzustellen.

Als wir 2002 zu unserer ersten großen Reise aufgebrochen sind, habe ich natürlich ein Reisetagebuch geschrieben. Doch auch Familie und Freunde wollten auf dem Laufenden gehalten werden und auch wir dachten, dass es doch schön wäre, wenn sie ab und zu von uns hören/lesen würden und wir ihnen zeitnah auch Fotos zeigen könnten.

Ja, wir hätten auch E-Mails schreiben können, aber so ein Blog ist für genau das doch total praktisch. Während E-Mails in losem Un-Zusammenhang im Posteingang verschwinden, ist ein Blog immer abrufbar, sortiert und aufgeräumt. Also auch noch eine schöne Erinnerung an die eigenen Reisen, wenn diese längst beendet sind. Statt Fotobücher zu drucken und Postkarten zu verschicken, haben wir alle unsere Erlebnisse und Eindrücke auf keine-eile an einer Stelle gesammelt.
Als wir dann wieder zurück waren, haben viele Leute uns viele Sachen gefragt in Bezug auf die Reise. Sie waren sehr interessiert und so ist der Blog keine-eile geblieben. Es gibt ihn bis heute und wir berichten von unserem Leben und unseren Reisen, weil es tatsächlich Menschen gibt (Tendenz stetig steigend), die sich dafür interessieren (wundert mich selbst immer wieder) und die das hier geschriebene gerne lesen.

Im Laufe der Zeit stellten wir fest, dass es Viele gibt, die Ähnliches machen möchten wie wir, sich aber nicht trauen, Ängste haben, oder sich fragen, wie sie eine Reise finanzieren können. Denen möchten wir gerne helfen, ihren Träumen ein Stück näher zu kommen.

Nicht weil wir genau wissen, wie das gehen würde. Wir haben da kein Patentrezept. Doch oft genügt es ja schon, wenn jemand vorausgeht, dem man folgen kann. Wir folgen anderen ja auch. Es ist irgendwie ein Geben und ein Nehmen. Durch keine-eile entstehen viele schöne Kontakte, Bekanntschaften und auch schon Freundschaften. Das Leben unterwegs ist manchmal einsam und durch das Bloggen und den Austausch mit anderen über keine-eile finden wir Gleichgesinnte. Wir möchten uns nicht selbst darstellen mit dem Blog, sondern eine (andere) Art zu leben zeigen, nur zeigen. Und wir freuen uns und lesen gerne mit, wenn andere uns ihre Art zu leben zeigen. Das ist inspirierend und bereichernd für uns.

Bloggen und der Mythos mit dem Geldverdienen

Im Zusammenhang mit der Frage, warum man bloggt, taucht immer auch die Frage nach dem Geldverdienen mit dem Blog auf. Es scheint die Überzeugung zu geben, dass man nur einen Blog starten müsse und schon würde der Rubel rollen. Wie genau das gehen soll, weiß aber niemand so ganz genau. Es ist ein Mythos.

Lies auch hier, wie sich Langzeitreisende die Weltreise finanzieren.

Wie also kann man mit bloggen Geld verdienen?

Gar nicht. Es gehört schon etwas mehr dazu.

Einfach nur mit dem Schreiben von Artikel für den eigenen Blog verdient niemand Geld.

Es gibt dennoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie man um das Bloggen herum Geld verdienen könnte. Ein paar dieser Möglichkeiten stellen wir jetzt mal vor:

Affiliate Marketing = Empfehlungsmarketing

Man bewirbt auf dem Blog ein Produkt und setzt einen Link zu einer Partnerseite. Wenn ein Leser diesem Link nun auf die Partnerseite folgt und das Produkt dort kauft, erhält man eine (kleine) Provision vom Partner/Händler.
Die Provisionen betragen im Schnitt vielleicht 5% vom Kaufpreis. Das heißt, man muss schon eine Menge Leser haben, die außerdem ein empfohlenes Produkt kaufen, damit man von dem verdienten Geld seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Bannerwerbung

Man bindet Werbebanner auf seinem Blog ein und für jeden Klick eines Lesers auf das Banner erhält man ein paar Cent Provision. Um so seine Brötchen zu verdienen sind viele Klicks und somit sehr viele Leser nötig.

Linkverkauf und bezahlte Artikel

Man schließt eine Kooperation mit einem Unternehmen und erhält Geld dafür, dass man das Unternehmen in einem seiner Artikel verlinkt, oder gleich einen ganzen Artikel zu einem Produkt oder dem Unternehmen verfasst oder veröffentlicht.

Wer nur einen kleinen Blog, mit wenigen Lesern hat, wird meistens gar nicht erst von den Unternehmen angesprochen. Auch hier braucht man also vor allem viele Leser. Außerdem handelt es sich um eine einmalige Einnahme und keine regelmäßige Einnahme.

Eigene Produkte und Dienstleistungen

Über den Blog verkauft man eigene Produkte, wie z. B. selbstgeschriebene E-Books. Oder man bietet eine Dienstleistung an, wie z. B. Webinare oder Coachings.

Man muss sich in einem bestimmten Bereich gut auskennen, um seine Leser davon zu überzeugen, ein Buch zu kaufen, dass man selbst geschrieben hat. E-Books müssen natürlich auch erst einmal geschrieben werden, Webinare müssen erstellt werden. Mit bloggen hat das natürlich gar nichts mehr zu tun. Und wer lässt sich von einem Blogger schon coachen? Man muss also noch einen anderen Beruf haben, damit man Kunden gewinnt.

Es gibt sicher noch ein paar mehr Möglichkeiten mit dem Blog Geld zu verdienen. Wie du siehst, ist das gar nicht so leicht, wie alle immer denken. Es gehört eine Menge Arbeit und viel Leidenschaft dazu. Und wer es tatsächlich schafft, mit einem Blog seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, der hat meinen allergrößten Respekt. Denn das ist richtig viel Arbeit.

Falls du gerne mehr darüber wissen möchtest, wie du mit bloggen Geld verdienen kannst, dann schau mal vorbei in der Community My Wireless Life* oder mach den Blog-Camp-Onlinekurs*.

Es gibt auch einige gute Bücher über´s Bloggen. Das beste, das ich bis jetzt gelesen habe ist dieses hier:

Buchtipp: Blog Boosting

Die Links sind übrigens Affiliate Links. Wenn du über diese Links das Buch kaufen solltest, Mitglied bei My Wireless Life wirst, oder dich zum Blog-Camp-Onlinekurs anmeldest, dann erhalten wir für die Empfehlung eine kleine Provision.

Falls jetzt noch Fragen offen sind, schreibe uns einen Kommentar!

Wenn du auch bloggst, dann schreib uns: Warum bloggst du?

Wenn du Leser von Keine Eile und/oder anderen Blogs bist, dann würden wir gerne wissen, warum du gerne Blogs und speziell unseren Blog liest?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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Über Steffi

Mein Name ist Steffi.

Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort.

Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  – der ganz normale Wahnsinn…

Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert.

Folge mir via Feedly und Bloglovin´

10 comments

  1. Servus Steffi,

    tja, wie fing das eigentlich an, mit den Blogs lesen. Ich glaube vor ein paar Monaten, als ich über so einen Typen (der seit mind. 10 Jahren deutschen Boden nicht mehr betreten bzw befahren hatte und mit seinem ausgebauten LKW über Tschechien nach Albanien unterwegs war) dann zu euch gestossen bin. Wie andere schon vor mir geschrieben haben. Von einem Blog zum nächsten und so bleibt man bei ein paar wenigen hängen. Vor allem wohl auch deshalb, weil es immer wieder ein Genuss ist, bei euch mitzulesen.

    Und seit lesen diverser Blogs will ich schon mal nach Albanien und Marokko. Kosovo wurde mir inzwischen mal empfohlen. Ich behalte es mal im Hinterkopf. Natürlich muss zuerst mein Auto kommen und sobald genug Geld dann da ist, geht es an den Ausbau. Von daher …größere Reisen wohl erst ab 2018, aber es ist geplant… bzw. ich arbeite darauf hin.

    Bis demnächst …in Facebook, oder irgendwann vielleicht auch da draußen im mal hier mal da oder einfach dort 😉

    Lieben Gruß
    Klaus

  2. Kai Seifferth

    Ich blogge bisher nicht, hab aber schon dutzende Male Blogartikel-große Notizen gepostet 😀 Mir sagten schon mehrere andere digitale Nomaden, dass ich auch unbeding bloggen sollte, weil mein ganzes Treiben wohl anscheinend doch sehr interessant ist. Bisher hab ich dafür aber nicht die Zeit gehabt, denn so eine Webseite muss ja auch erst geplant und realisiert werden. Aber ich werde es defiitiv noch nachholen und dann kann man nicht nur über verrückte Reisen, ungewöhnliche Ziele und Jobs nachlesen, sondern auch über die regelmäßigen Niederlagen, die man als unabhängige, freiheitsliebende Person so erlebt und wie ich damit umgehe 🙂 Sicher kommt noch eine Menge philosophisches Zeug dazu 😀 Mal sehen wann’s soweit ist…. und ich denke nicht, dass ich damit Geld machen werde. Mit Büchern evtl. aber nicht mit meinem Blog. Das dauert einfach zu lange und kostet zu viel Arbeit! Deshalb ziehe ich auch meinen Hut, vor allen die das so durchgezogen haben und heute davon leben können 🙂

  3. “Wenn du Leser von keine-eile und/oder anderen Blogs bist, dann würden wir gerne wissen, warum du gerne Blogs und speziell unseren Blog liest?”

    Ich glaube es war im März, das ich eigentlich nur Infos über den deutschen Reisepass suchte und wie schnell man ihn bei Verlust neu bekommen kann, als ich direkt auf der ersten Google-Seite einen Link sah, dessen URL schon vielversprechend klang: wireless-life. Die Infos die ich haben wollte, fand ich dort und es war ohne viel tamtam erklärt, es blieben aber auch keine Fragen offen. Weil ich vom Schreibstil und dem Namen sehr angetan war, las ich weitere Beiträge. Ich entdeckte, dass es offenbar noch viel mehr Menschen gibt, die ihr Geld auf ähnliche Weise verdienen, wie ich.. nämlich als digitaler Nomade. Zuvor wusste ich nie, mit welchem Begriff ich das beschreiben soll, was ich eigentlich tue. Der Unterschied war allerdings, dass diese anderen digitalen Nomaden diese Sache offenbar in noch viel größerem Stil durchziehen und vor allem sehr viel dabei reisen. Auch ich begann kurz zuvor zu reisen, das lag aber nur daran, dass ich gezwungen war die WG in der ich vorher lebte, zu verlassen. Aber auch meine Reisen waren nicht so ‘groß’ wie die der anderen. Durch Gastbeiträge entdeckte ich mehr und mehr Seiten von digitalen Nomaden und saugte all das förmlich in mir auf, weil es mich ungemein inspirierte und motivierte mit alledem weiter zu machen, aber noch viel mehr zu wachsen. Ich begann irgendwann diesen Seiten im FB zu folgen, weil das einfach war, als jedes mal eine ganze folge URL’s einzutippen, um zu sehen, ob es neue Beiträge gab.

    Je mehr dieser Seite ich aber likete, desto mehr Vorschläge gab mir FB auch für andere Seiten. Es war nur ein Bruchteil wirklich interessant, aber ich entdeckte immer mehr Reiseblogs und Blogs von Totalaussteigern, was dann mit den ursprünglichen Seiten der ‘normalen’ digitalen Nomaden nicht mehr viel zu tun hatte. Aber es gab mir ein Aha-Erlebnis nach dem anderen, als ich entdeckte, auf welche Weise man eigentlich noch leben kann und vor allem wo und was man dabei beachten sollte. Ich hab zwar in meinem Leben bisher auch schon auf unterschiedlichste Weise leben müssen (ich war bspw. sogar schon Obdachlos und kam wieder dort raus), aber ich hätte mir nie erträumen lassen, dass man mit relativ wenig Budget so weit reisen kann und dabei noch so viel entdecken und erleben kann.

    Irgendwann entdeckte ich dann auch keine-eile und auch, wenn ich höchstwahrscheinlich nicht mit einem Reisemobil unterwegs sein werde (es würde schon am nichtvorhandenem Führerschein hapern) fand ich die Beiträge hier immer sehr interessant, denn es ging nicht immer nur um Reisen an sich, sondern auch oft um sehr philosophische Fragen und guten Zitaten, was mir sehr gefällt. Und oft hab ich mich auch selbst in einigen Artikel wiederfinden können, bspw. in Kulturschock Deutschland. Diese ganze Mixtur von alledem, also die Reiseberichte, die Fragen zur eigenen Existenz und wie wir eigentlich Leben und auch die Artikel, die mir zeigen, dass ich mit meinem denken und fühlen eben doch nicht so allein bin, wie ich bisher immer dachte, machen das ansurfen dieser Seite immer wieder zur Freude. Und ganz nebenbei erinnert mich der Name “keine Eile” immer wieder daran, öfter mal auf die Bremse zu treten, nichts zu überstürzen und hin und wieder auch mal zu pausieren und reflektieren.

    Danke dafür 🙂 ich hoffe es wird noch viele Artikel und Posting geben 🙂

    • Hallo Kai!

      Vielen Dank für deine Worte.

      Auch ich entdecke immer wieder neue Blogs und inspirierende Menschen bei Facebook & Co. und habe diese Aha-Erlebnisse. Ich finde es toll, in einer Zeit zu leben, wo wir die Möglichkeit haben soviel von anderen Menschen zu erfahren, andere Sicht- und Lebensweisen kennen zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern und zu entdecken, dass man nicht alleine und gar nicht so anders ist 🙂

      Es freut mich, dass du gerne vorbeikommst, um meine Artikel zu lesen.

      🙂

  4. Hallo Christiane!

    Danke für deine Antwort.

    Dass es deinen Blog gibt, finde ich auch ziemlich großartig. Genau das hat mir nämlich bisher gefehlt 🙂

    In Bezug auf das alte Auto kann ich nur sagen: Man wächst mit seinen Aufgaben. Ich kann mir aber auch schöneres vorstellen, als einen Sommer unterm Auto zu verbringen 🙂 Meine technischen Fähigkeiten sind auch nicht gerade berauschend. Schön ist aber, dass die Technik recht einfach zu durchschauen ist, wenn man sich mal die Zeit dazu nimmt. Trotzdem habe ich den Eindruck diesem Gefährt körperlich nicht wirklich gewachsen zu sein.

    Zum Glück haben wir ja keine Eile!

    🙂

  5. Liebe Steffi,

    eine wirklich sehr gute Frage: warum bloggen wir eigentlich?

    Ich habe angefangen, weil ich auch sehr viel herumreise und Austausch mit anderen Menschen haben wollte, die sich auch auf dem buddhistischen Weg befinden. Oder auch mit Menschen, die den Buddhismus gerade erst kennen lernen und mehr davon wissen wollen, aber kein buddhistisches Zentrum in der Nähe haben.

    Da ich bereits Altersrente beziehe, ist das Geldverdienen mit dem Blog für mich nicht so wichtig. Sonst hätte ich dieses Thema auch nicht nehmen können, denn ich bin der Ansicht, die buddh. Lehre sollte immer weitergeschenkt werden.

    Euren Blog lese ich so gern, weil ich auch Zigeuner bin und euch sehr bewundere dafür, dass ihr mit einem so alten Fahrzeug unterwegs seid und es selbst repariert. Den Abenteuergeist teile ich mit euch, die technischen Fähigkeiten allerdings nicht :-).

    Keine Eile ist so ein wunderbar langsamer Blog, das tut einfach gut. Gestern hat mich übrigens eine Cousine angerufen und wir haben unter anderem über meine privaten Beiträge bei Facebook gesprochen. Sie wiederholte immer wieder: Keine Eile, keine Eile, das ist so toll!

    Ich habe ihr dann erklärt, dass ich diese Beiträge dir/euch verdanke :-).

    Liebe Grüße von Helgoland,
    Christiane

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