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Magirus Deutz 170

Der Magirus Deutz FM 170 D 11 als Reisemobil

Dies ist der elfter Teil meiner Artikelserie über Reisemobile.

Ich möchte dir Reisende und ihre Reisemobile vorstellen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Fahrzeuge.

Bevor wir uns für den Kurzhauber entschieden haben, haben wir lange überlegt, welches Reisemobil wohl das beste für uns wäre. Wir haben uns viele unterschiedliche Varianten angesehen, haben Vor- und Nachteile abgewogen… es ist gar nicht so einfach bei der Fülle der Möglichkeiten eine Entscheidung zu treffen.

Falls du dir auch gerade überlegst welches Reisemobil für dich in Frage kommt, könntest du dir den Gastartikel von Henning durchlesen: Wie du das Wohnmobil findest, das zu dir passt.

Oder du besuchst eines der großen Reisemobil- und Globetrottertreffen. Dort triffst du Reisende mit ihren Reisemobilen, kannst dir einiges ansehen und mit den Leuten ins Gespräch kommen. Eine Übersicht über die Treffen und Termine gibt es auf der Webseite der Deutschen Zentrale für Globetrotter.

Oder du abonnierst Keine Eile und verpasst keines der Interviews mehr, die es in nächster Zeit zum Thema Reisende und ihre Reisemobile geben wird.

Ich freue mich sehr, für mein elftes Interview Simone und Olaf Patt – die Two Vagabonds gewonnen zu haben.

Die Reisenden

Simone und Olaf Patt

Simone und Olaf Weihnachten in Chile
Simone und Olaf Weihnachten in Chile

Wir heißen Simone & Olaf Patt und leben seit September 2009 in unseren LKW, mit dem wir seit Dezember 2009 konstant auf Reisen sind. Seit August 2010 bereisen wir den amerikanischen Kontinent von Nord nach Süd.

Unsere Geschichte, den Umbau- und Ausbau vom LKW und unsere Reise sowie vorherige Reisen mit dem VW-Bus, kannst du unter www.two-vagabonds.de verfolgen bzw. nachlesen.

Das Reisefahrzeug

Magirus Deutz FM 170 D 11

Magirus Deutz FM 170 D 11
Magirus Deutz FM 170 D 11

 

Steckbrief des Magirus Deutz FM 170 D 11

Hersteller: Magirus Deutz

Modell: FM 170 D 11

Baujahr: 1980 (Ex THW)

Kilometerstand: 220.000 km

Hubraum: 8,5 Liter

Leistung: 170 PS

Allrad: Ja, mit 2 Differentialsperren und einer Umschaltung bzw. Untersetzung (Strasse/ Gelände)

Zulässiges Gesamtgewicht: 11.000 kg

Zuladung: 1.780 kg

Sitzplätze: 4

Führerscheinklasse: C

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Reisegeschwindigkeit: Zwischen 70 und 90 km/h, aber die Erfahrung in den letzten Jahren hat gezeigt, das die Straßenzustände, die Begebenheiten (bergauf und -ab), Pisten usw. das nicht erlauben.

Kraftstoff: 3 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 730 ltr. Diesel

Preisklasse: Laut Wertgutachten für die Versicherung Stand 2009, bei Fertigstellung 200.000 Euro.

Verbrauch auf 100 km: Beim Kauf unseres LKWs, damals noch ohne Kabine und mit Straßenreifen, lag der Verbrauch bei 21 Liter. Nachdem wir nun große/grobe Baustellenreifen fahren und unser Wohnkoffer mitfährt, verbrauchen wir im Gesamtdurchschnitt über die letzten Jahre 26 Liter. Im sandigen Gelände mit Untersetzung, wenig Reifendruck sowie auf anderen Höhen (bis 5.000 Meter) wie z. B. dem Altiplano und den Anden in Südamerika, wo es ständig bergauf und -ab geht, bei schlechterer Dieselqualität, kann es aber schon mal zu Spitzen kommen, wo wir über 40  Liter verbrauchen.

Kfz-Steuer: Seit dem wir auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs sind, zahlen wir keine Steuern mehr in Deutschland für unseren Wagen.

Versicherung: Nachdem die deutsche Versicherung hier nicht greift, schließen wir in Amerika in jedem Land unsere Versicherung ab – die Preise variieren.

TÜV: Die letzte Prüfung fand in Deutschland (2009) statt. Seit der Verschiffung ist es nicht mehr möglich gewesen.

Reparaturen: Sofern es sich nur um Reparaturen handelt wie z.B. Auspuff, Lufttrockner, Außenplanet an der Hinterachse, diverse Dichtungen oder der Austausch diverser Schrauben/Schläuche, bewegen wir uns im Durchschnitt der letzten 6 Jahre bei 400,- € im Jahr. Bei dieser Angabe sind die Verschleissteile wie Reifen, Bremsen, Öle, usw. nicht mitgerechnet.

Dies ist der elfter Teil meiner Artikelserie über Reisemobile. Ich möchte dir Reisende und ihre Reisemobile vorstellen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fahrzeuge. Bevor wir uns für den Kurzhauber entschieden haben, haben wir lange überlegt, welches Reisemobil wohl das beste für uns wäre. Wir haben uns viele unterschiedliche Varianten angesehen, haben Vor- und Nachteile abgewogen... es ist gar nicht so einfach bei der Fülle der Möglichkeiten eine Entscheidung zu treffen. Falls du dir auch gerade überlegst welches Reisemobil für dich in Frage kommt, könntest du dir den Gastartikel von Henning durchlesen: Wie du das Wohnmobil findest, das zu dir passt. Oder…
Wirtschaftlichkeit - 5
Wohnraumgröße - 6
Reparatur- und Wartungsfreundlichkeit - 7
Verfügbarkeit von Ersatzteilen - 7.5
Ersatzteilpreise - 7.5
Fahrkomfort - 7.5
Zuladung - 8
Unabhängigkeit - 8.5
Weltreisetauglichkeit - 8.5
Geländegängigkeit - 10
Zufriedenheit mit dem Fahrzeug - 10

7.8

User Rating: 4.49 ( 7 votes)

Die Vergabe von Punkten dient nicht dazu, die Fahrzeuge dieser Interviewreihe objektiv miteinander zu vergleichen. Sie bezieht sich auf das hier beschriebene individuelle Fahrzeug und auf die ebenfalls individuellen Gewohnheiten und Bedürfnissen seiner Bewohner und kann nur einen groben Überblick über die Eigenschaften dieses Reisemobils geben.

Magirus Deutz FM 170 D 11
Magirus Deutz FM 170 D 11

Warum habt ihr euch gerade für den Magirus Deutz FM 170 D 11 entschieden?

Als wir 2006 aus dem Urlaub in Mauretanien mit unserem VW-Bus Syncro nach Hause kamen, dachten wir spontan über eine Veränderung und Vergrößerung nach.

Da ist uns beim Stöbern und schlau machen im Internet als erstes unser Wohnkoffer (LAK II) über den Bildschirm bei Ebay gehuscht, der unseren Vorstellungen entsprach – und den wir direkt kauften.

Nun hieß es ein geeignetes Fahrzeug als Untersatz zu finden. Nach ausgedehnter Suche und diversen Vergleichen machte ein Freund uns auf unseren jetzigen LKW (Magirus 170 D 11), der zum Verkauf stand, aufmerksam. Schnell war klar das es das Fahrzeug sein soll, da es all unseren Bedürfnissen entgegen kam (Geländegängig, Allrad mit Sperren, genügend Gewichtsspielraum, Doppelkabine, robust, alte Technik, Zuverlässig usw.).

Kommt ihr mit der Zuladung hin?

Ja!

Anfänglich dachten wir darüber nach, unter 7,5 t zu bleiben. Aber schnell stellte sich heraus, dass es bei unserer Materialwahl für den Innenausbau, sowie unseren weiteren Ansprüchen nicht zu machen war. So habe ich (Olaf) zusätzlich den LKW-Führerschein gemacht.

Jetzt haben wir genügend Spielraum nach oben und brauchen keine Angst zu haben überladen zu sein.

Schraubt ihr selbst, oder lasst ihr schrauben?

Sofern es nur irgendwie geht, schrauben wir selber.

Wenn es aber darum geht Teile anfertigen zu lassen oder der Auspuff mal geschweißt werden muss, sind wir selbstverständlich auf fremde Hilfe/Werkstätten angewiesen.

Hattet ihr Vorkenntnisse, oder unterwegs schrauben gelernt?

Sowohl als auch.

Vor unserer Abreise hatte ich (Olaf) das Glück, in einer Schraubergemeinschaft, die alle selber Magirus LKW Fahrer sind, unter Anleitung meine Wartungsarbeiten und noch einiges mehr durchzuführen.

Aufgrund unserer häufig gewählten, weniger belebten Routen – sowie durch einsames Outback, galt es auch da schon mal sich aus einer Misslage wieder selbst zu befreien. Und so lernt man über die Jahre immer wieder dazu.

Wo schraubt ihr (auf der Straße/Schrauberhalle/Werkstatt, o. ä.)?

Naja, die Frage erübrigt sich, wenn man unsere Geschichte kennt und weiss, dass wir seit 2009 mit unserem Gefährt unterwegs sind.

Also ein klares SCHRAUBEN auf der STRASSE.

Was braucht ihr zum Schrauben (Hammer oder Notebook)?

Ich selber brauche nur gutes Werkzeug und wenn ich mal einen Telefon-Joker benötige, gibt es zum einen einen guten Freund, der uns auch schon mal Ersatzteile hat zukommen lassen – oder das Allrad-LKW-Gemeinschaftsforum, welches mit guten Antworten behilflich ist.

Wie hoch ist der Reparatur- und Wartungsaufwand?

Reparaturen sind schwer in Zeit festzulegen und nachdem wir zum Glück noch nicht so viele hatten, beschränke ich mich auf die Wartungsarbeiten.

Ich benötige alle 2.000 km eine halbe Stunde zum Abschmieren der Fettnippel, was beim LKW notwendig ist und in der Regel stelle ich alle 5.000 km in einer Stundenaktion (mit Hochbocken) die Bremsen nach.

Ventile sind in einer guten Stunde alle 15–20.000 km eingestellt.

Reifenwechsel nimmt da schon viel mehr Zeit – aufgrund der Größe – in Anspruch. Um alle Reifen durchzuwechseln, mit Umziehen auf eine andere Felge, brauche ich unter unseren Bedingungen (auf der Strasse) fast 1 1/2 Tage ohne Stress.

Magirus Deutz FM 170 D 11
Magirus Deutz FM 170 D 11 in Chile

Welche Umbauten habt ihr am Magirus Deutz FM 170 D 11 vorgenommen?

Wir haben das Fahrzeug selber so geplant, konstruiert, zusammengestellt, ausgebaut und modifiziert.

Das Ganze hat ca. 6.000 Arbeitsstunden gedauert und fand über 2 ½ Jahre statt.

Mit das Wichtigste war für uns, einen Lebensraum zu schaffen, in dem wir uns über Jahre wohlfühlen wollen/können, da dies unser einziges zu Hause ist. Dementsprechend haben wir den ehemaligen NVA-Koffer (LAK II) komplett umgebaut.

Das fing bei anderen Fenstern, neuer Rückwand mit Eingangstür, guter Isolierung, natürlich sämtlichen Möbeln an und ging über die Elektrik, Gasanlage bis zu den Heizungen im Wohnbereich weiter.

Auch das Fahrgestell wurde modifiziert und umgebaut und der Koffer bekam eine Dreipunktlagerung. Weitere Ergänzungen, wie zusätzliche Blattfedern, Höherlegung, große Diesel- und Wassertanks fanden ebenso ihren Platz wie auch die Terrasse am Heck und der schwenkbare Motorradträger, sowie größere und robuste Einzelbereifung mit etwas teureren Qualitätsreifen, die uns bisher von Reifenplatzern verschont haben.

Auch unsere Fahrerkabine hat ein paar sinnvolle Aufwertungen bekommen, so zum Beispiel die zusätzliche Lärmdämmung, gefederte König-Sitze und auch einen eigenen Ausbau, um den Stauraum der Doppelkabine besser nutzen zu können. Der Durchstieg von vorne nach hinten ist bei uns durch zwei separate Türen gelöst, welche unabhängig von einander abgeschlossen werden können und somit zusätzlichen Einbruchsschutz bieten.

Welche waren sinnvoll?

Alle unsere Umbauten haben sich für unsere Belange – auch nach den 6 Jahren auf Tour – bewährt.

Was kann man sich sparen?

Die Klimaanlage ist für uns bisher unnötig gewesen, da man viel Strom benötigt um sie zu betreiben.

Das wiederum bedeutet, man muss auf einem Campingplatz, um Landstrom zu bekommen. Da wir dies jedoch so gut es geht vermeiden, bzw. es normalerweise auch kein Bedarf für uns gibt, auf so eine Einrichtung zu gehen, ist die Klimaanlage nicht im Einsatz, auch wenn man sie hier und da schon mal unter den klimatischen Bedingungen gebraucht hätte.

Magirus Deutz FM 170 D 11 am Salar de Uyuni -Bolivien
Magirus Deutz FM 170 D 11 am Salar de Uyuni -Bolivien

Der Magirus Deutz FM 170 D 11 als Reisemobil

Der Ausbau des Magirus Deutz FM 170 D 11

Selbstausbau

Wohnfläche: 9,8 qm

Wie viele Personen reisen mit: Zwei, ein Hund seit der Abfahrt und mittlerweile seit Mexiko noch eine Hundedame

Größe Frischwassertank: 455 Liter Brauchwasser und 100 Liter Trinkwasser in separaten Tanks und Systemen

Größe Abwassertank: 25 Liter

Solarpanele: 380 Watt

Batterien: 280 Ah für das Fahrerhaus und nochmal soviel für unseren Wohnbereich

Generator: Marke Honda mit 2000 Watt (von innen zu betätigen)

Stromverbrauch pro Tag: ca. 100 Ah für den Kompressorkühlschrank

Kühlschrank: Kompressorkühlschrank mit 130 Liter und separatem 25 Liter Gefrierfach

Heizung: Webasto Diesel Thermotop 90 für unsere Fußbodenheizung und zusäztlich haben wir einen Dieselschiffsölofen von Dickinson

Dusche: Edelstahlwanne in unserem Badezimmer mit ausziehbarem Duschschlauch und zusätzlich eine Außendusche.

Sonstiges:

  • Fußbodenheizung
  • Backofen und 3-Flammenkocher, die aus zwei 11 kg Gasflaschen versorgt werden
  • Keramik-Toilette von Dometic mit 2 Fäkalienboxen
  • Ölofen
  • Warmwasserboiler
  • doppeltverglaste und getönte Sicherheitsfenster
  • Durchstieg vom Fahrerhaus
  • Echtholzdielen
  • 12 und 24 Volt Ladegerät
  • Wechselrichter 220 auf 12 Volt
  • Klimaanlage
  • A to B Lader
  • 2 Lichtmaschinen (12 & 24 Volt)
  • Stromgenerator
  • Sonnenmarkiese

Wie lange habt ihr den Magirus Deutz FM 170 D 11 schon?

Seit Dezember 2006.

Lebt ihr dauerhaft im Fahrzeug oder nur für die Dauer einer Reise?

Dauerhaft, da wir in Deutschland unser Haus Ende 2007 verkauft haben und bis zur Fertigstellung und Abreise von unserem Rolling-Home (2009) auf einem Aussiedlerhof im Wohnwagen gelebt haben.

Wie lange habt ihr am Fahrzeug geschraubt und es ausgebaut bis ihr eingezogen, bzw. losgefahren seit?

2,5 Jahre oder geschätzte 6.000 Arbeitsstunden.

Warum reist ihr mit dem eigenen Fahrzeug?

Es ist für uns die beste Art dauerhaft reisen zu können ohne irgendwelche Einschränkungen, sowie auf irgendwelche Hotels/Hostels usw. angewiesen zu sein.

Wir genießen die absolute Freiheit und Unabhängigkeit in unserem Gefährt – ohne zeitliche oder sonstige Einschränkungen, sowie das lange autark sein im Outback.

Nicht zu vergessen die Möglichkeit zu haben, Plätze zu sehen und zu erleben wo nicht ein jeder hinkommt.

Wohin reist ihr? Wohin seid ihr schon gereist mit dem Magirus Deutz FM 170 D 11?

Nach der Fertigstellung im Dezember 2009 sind wir nach Marokko, quasi als Testfahrt, für 4 Monate gereist.

Im August 2010 haben wir dann nach Nordamerika (Kanada) verschifft.

Seit dieser Zeit sind wir auf dem Weg nach Südamerika (derzeit in Chile).

Bisher haben wir von den 23 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent 22 bereist und werden Nr. 23 (Uruguay) 2016 noch in die Liste mit aufnehmen, bevor es dann das erste Mal für Simone wieder auf deutschen Boden gehen soll, um die Familie und Freunde wieder zu sehen.

Danach geht es weiter, das Ziel ist uns bisher noch ein wenig unklar, da mehrere zur Auswahl stehen. Aber es dauert ja auch noch ein paar Monate bis zu dieser Entscheidung.

Wie viele Kilometer fahrt ihr pro Jahr mit dem Fahrzeug?

Um die 25.000 km im Jahr.

Wie lang war die bisher längste gefahrene Strecke?

Der Durchschnitt über die gesamte Amerikareise liegt bei einem Tagessatz von 65 km, und die längste Strecke am Tag lag mal bei 650 km.

Wo übernachtet ihr normalerweise?

5% Campingplätze
0% Wohnmobilstellplätze
95% Freie Plätze

Wie lange seit ihr mit dem Magirus Deutz FM 170 D 11 “autark”?

Eigentlich unbegrenzt, wenn es nicht gerade um Wasser und Lebensmittel geht, ansonsten an die 4 Wochen.

Wie oft wurdet ihr schon Opfer eines Gasüberfalls? Und wie reagiert ihr darauf?

So etwas ist uns zum Glück noch nie passiert, auch nicht auf unseren früheren Reisen mit dem VW-Bus.

Wir hatten zwar eine sehr unschöne Sache in Südamerika mit einem versuchten Raubüberfall ausserhalb unseres LKWs (ca. 40 Meter entfernt) mit Pistole am Kopf. Unsere beiden Hunde reagierten jedoch sehr schnell und somit haben die Täter ohne Beute die Flucht ergriffen.

Reagieren tun wir darauf nur so, dass wir uns die Plätze noch besser anschauen, noch ein wenig misstrauischer auf bestimmte Sachen achten und mehr auf das mittlerweile sehr gute Bauchgefühl hören.

Nennt 4 Punkte, die an eurem Magirus Deutz FM 170 D 11 einfach geil sind.

  • Die Moeglichkeit lange Zeit autark zu sein, sowie keine Einschränkungen erfahren zu müssen irgendwo hin zu kommen (4×4). Auch nicht aufgrund der Größe, wie ein mancher schon so meinte
  • Bei extremsten klimatischen Bedingungen, sowie auch extremen Höhenlagen mehrere Tage gemütlich zu verweilen und zu genießen (z. B. durch den Ölofen)
  • Das Sicherheitsgefühl, sei es aufgrund der Höhe des LKW, die im Straßenverkehr absolute gute Sicht ermöglicht oder eben im Wohnkoffer
  • Das Aufsehen, was unser Magirus hervorruft und dadurch immer wieder sehr nette Gespräche, sowie daraus folgende Kontakte, herrliche Einladungen und feste Freundschaften resultieren.

Nennt 3 Punkte, die euch voll nerven

Ich würde nicht von nerven sprechen, da ein solch altes Fahrzeug nun mal mehr Diesel benötigt, wie unsere VW-Busse, sollte klar sein.

Aber das ist der einzige Punkt, den wir als negativ für uns aufführen können, obwohl es wiederum bei den Sprittpreisen hier auf dem amerikanischen Kontinent nicht ins Gewicht fällt.

Ansonsten nervige Faktoren hätten wir schon längst geändert.

Was ist verbesserungsfähig?

Wir sind mit unserem Gesamtkonzept sehr zufrieden und wissen nicht, was wir noch verbessern könnten, außer vielleicht eine stromsparende Klimaanlage, falls es so etwas für ein luftgekühltes Auto überhaupt gibt.

Würdet ihr das gleiche Fahrzeug wieder kaufen?

Auf jeden Fall!

Welches Fahrzeug wäre eine Alternative? Warum?

Bei der Suche nach dem richtigen Fahrzeug gab es schon Alternativen, aber wir sind froh über unsere Entscheidung – auch auf Grund der Doppelkabine.

Ein wichtiges Kriterium ist auch die einfache Technik gewesen, damit man sich selber weiter helfen kann und nicht auf einen Support aus Deutschland oder Computer-Diagnosen angewiesen ist.

Hattet ihr vorher schon andere Fahrzeuge? Welche?

Bevor wir auf den LKW gekommen sind, sind wir immer mit verschiedenen VW-Bussen (zum Schluss nur noch VW-Bus-Syncro) in vielen verschiedenen Ländern unterwegs gewesen.

Habt ihr mit dem Magirus Deutz FM 170 D 11 euer Traumreisemobil gefunden?

Nein, wir haben es zu unserem „Traum-Haus/ Gefährt“ gemacht.

Möchtet ihr sonst noch etwas über euer Reisefahrzeug erzählen, wonach ich nicht gefragt habe oder wir mehr über euch erfahren können?

Eine unserer selbstentwickelten Besonderheiten ist der schwenkbare Motorradträger, der über unserer einschiebbaren Terrasse hängt und unser Suzuki-Motorrad 350 DR trägt. Wir können den Träger mit ein paar Handgriffen zur Seite schwenken und dann unsere große Eingangstür nebst Terrasse nutzen. Dazu gibt es noch ein kleines Türchen am Aufbau, direkt über der Terrasse, hinter der sich eine Außenbox für Musik befindet.

Mit Hilfe unseres Krans, der umgesteckt werden kann, kann ich sowohl das Motorrad am Heck als auch die Ersatzreifen von der Fahrerhauskabine herunter lassen.

Zum Sonnenschutz haben wir auf der Beifahrerseite noch eine Omnistor Markise.

Simone und Olaf
Simone und Olaf

Vielen Dank an Simone und Olaf.

Wenn du jetzt noch mehr erfahren möchtest über den Magirus Deutz FM 170 D 11, dann schau gleich mal bei Two Vagabonds vorbei.

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About Steffi

Mein Name ist Steffi. Zusammen mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy wohne ich in einem ausgebauten LKW mal hier mal da – meistens dort. Bevor ich zum „Leben auf Rädern“ kam, bin ich mit dem Fahrrad gereist. Davor lebte ich in einem Haus, hatte einen ganz normalen Job bei einer Bank  - der ganz normale Wahnsinn... Schnell habe ich festgestellt, dass das nicht alles sein kann. 2002 nahm ich ein Jahr Auszeit und bin so auf den Geschmack gekommen. Seit 2007 bin ich wieder unterwegs und mein Leben hat sich komplett geändert. Folge mir via Feedly und Bloglovin´

4 comments

  1. Iris Buhmann

    Wir würden gern wissen, wie man an ein günstigere Krankenversicherung kommt,
    weil unsere viel zu teuer ist und wir verhungern würden, wenn es dabei bleibt,
    denn wir haben nur noch unsere Rente. Wer kann uns Auskunft geben???

  2. Ziemlich genial, ich erblühe dezent vor Neid Nur eines im Artikel ist ein Mythos: Angriff mit Gas. Um eine Kabine zu fluten und Menschen auszuknocken bräuchte es soviel Gas, das es in die tausende geht – ziemlich unwahrscheinlich Zumal dort kein Normalo Ganove überhaupt rankommt

    Viel Spaß unterwegs!
    Gruß Markus

    • Hallo Markus!

      Danke für deine Worte. Ja, das mit dem Gas ist auch für uns ein Mythos und wir sind verzweifelt auf der Suche nach jemandem, dem es tatsächlich passiert ist. Daher die Frage in den Interviews 😉

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