10 Jahre Vanlife/Wagenleben

10 Jahre Wagenleben – Motivation, Für und Wider, Sicherheit!

Jetzt geht es um unsere Motivation: Warum leben wir im Wohnmobil? Was spricht für diesen Lebensstil. Was dagegen? Wie leben und reisen wir? Und wie ist es um unsere “Sicherheit” bestellt?

Ende Mai 2009 haben wir den Kurzhauber bekommen. Im Dezember 2009 sind wir eingezogen.

Zum 10-jährigen schreiben wir über die Hochs und Tiefs. All das Schöne. All das andere. Also, falls du etwas erfahren möchtest – schreib uns deine Frage(n)!

Im letzten Artikel 10 Jahre Wagenleben – Wie konnte das denn passieren?! haben wir darüber geschrieben, wie es dazu kam, dass wir jetzt seit über 10 Jahren im Wagen leben.

10 Jahre Wagenleben - Griechenland

Motivation

Wir sind da so reingeschlittert. Eigentlich war das alles gar nicht geplant. Wir hatten nie vor im Wagen zu leben. Unsere Motivation war und ist immer: Einfach eine schöne Zeit zu haben.

Am Wagenleben begeistert uns, dass es ein einfaches Leben ist.

Aufgaben und Kosten sind überschaubar. Wir sind recht unabhängig und flexibel unterwegs. Kommen viel rum. Es ist abwechslungsreich.

Dass es den Alltagstrott von früher nicht mehr gibt, ist aber auch herausfordernd und manchmal anstrengend. 

Entscheidungen in Marokko

2009 standen wir vor der Entscheidung entweder wieder in unser Haus einzuziehen und 40 Stunden die Woche zu arbeiten, um uns das leisten zu können. Oder uns mit einem günstigen Leben im Wohnmobil zu begnügen.

Damals gab es den Hype Vanlife noch nicht. Oder wir haben es nicht mitbekommen. Da (auch) die Blogosphäre noch ganz am Anfang stand.

Unser erster Kontakt mit Langzeitreisenden, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, war in Marokko. Und unsere erste Anlaufstelle, um auf Gleichgesinnte zu treffen und was lernen zu können, war der Bremer Wagenplatz Querlenker.

Das Leben im Wohnmobil ist günstig.

Wir reisen eher langsam und nennen es daher auch “Umparken”.

In 10 Jahren haben wir mit dem Kurzhauber etwa 50.000 km zurückgelegt.

Mercedes 710 wird 53

Schau mal hier rein: Wir feiern! Unser Laster wird 53

Waren in den Wintermonaten mehrmals in Spanien, Portugal und Griechenland unterwegs.

Viele Sommer verbrachten wir bei Freunden, wo wir oft mehrere Wochen oder Monate verweilten, ohne den Laster zu bewegen.

10 Jahre Wagenleben/Vanlife: Rostbekämpfung am Kurzhauber

Das lag auch daran, dass er dann aufgebockt in der Scheune stand.

Vielen Dank nochmals an Uli und Gesa :)

Die Kosten für Reparaturen sind recht gering. Denn man kann größtenteils alles selbst machen.

Auch Luxus und Komfort mit dem das Reisefahrzeug ausgestattet wird hat man selbst in der Hand.

Nach oben sind ja kaum Grenzen gesetzt. Aber unser erster Ausbau war das absolute Low Budget Projekt: OSB Platten, Beleuchtung mit T-Lichtern, kleine Solaranlage, Sitz- und Schlafmöglichkeit und Klo.

Das war vielleicht ein Fehler – also die Entscheidung sich erstmal nur eine Bretterbude zusammenzuschrauben. Denn diese Bude hat uns über 6 Jahre begleitet. Wurde hier und dort etwas erweitert und verbessert.

Renovierung des Lasters

Erst vor 4 Jahren haben wir den Wohnbereich überarbeitet und ihn mit einfachen Mitteln wohnlicher gestaltet.

Das Treiben der anderen links und rechts verunsichert uns immer etwas. Es ist faszinierend zu sehen, was andere so aus ihren Autos machen.

Was man doch alles machen könnte und wie viel Geld man ausgeben könnte. Wie viel teuren Technikschnick und Spielzeug man sich ins Auto schrauben könnte…

Letztendlich wollten wir aber nie unsere Wohnträume im Auto verwirklichen. Oder das Leben im Haus ins Auto transformieren. Mit Mikrowelle, Kaffeevollautomat und Gardinen vor den Fenstern.

Zweckmäßig und funktional soll es sein.

Wenn man auf einem Festival mit 20 Leuten vor einem Gewitter Zuflucht sucht, dann hinterlässt das Spuren. Auch Hund und Katze. Daher betreiben wir mit dem Drinnen keinen großen Aufwand. Was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen, oder dreckig werden.

Die Fahrzeuggröße lässt auch wenig Spielraum für architektonische Spielereien.

Es ist aber nicht so, dass wir wunschlos glücklich wären mit dem Kurzhauber. Eigentlich träumen wir seit 10 Jahren von einem besseren, schnelleren, größeren Auto. Vor allem von einem mit weniger Rost. Seit 10 Jahren beobachten wir den Markt. Unterhalten uns mit unzähligen Menschen über Alternativen. Bisher haben wir allerdings kein stimmigeres Auto gefunden.

Wir sind recht leicht unterwegs. Wir fahren gerne über Feld- und Waldwege. Die Karosserie ist überall verkratzt. Und dafür ist das Auto da. Es ist ein Spielzeug. Kein Eyecatcher zum Angucken und Polieren. Zum Hegen und Pflegen und Sonntags waschen. Zum Rumbasteln und größere Reifen dran schrauben.

Für ein Reisefahrzeug kann man viel Geld ausgeben. Noch mehr, um es dann zu optimieren und zu verbessern. Unsere Wunschliste fängt an bei sinnvolleren Reifen, geht weiter über Blattfedern hinten aufschmieden und verstärken lassen, Schallschutz im Fahrerhaus, stärkerer Motor, bis zu Koffer erhöhen, und viele tausend Kleinigkeiten.

Da reden wir ständig drüber, machen es aber nie. Weil – funktioniert ja auch so und bringt uns seit 10 Jahren dahin, wo wir hinwollen. Das Besser ist des Guten sein Feind. Und wo soll man auch anfangen? Es ist echt ein Fass ohne Boden!

10 Jahre Wagenleben: Bau der neuen Dachterrasse

Ne neue Dachterrasse haben wir uns mal gegönnt und die macht auch sehr viel Freude.

10 Jahre Wagenleben: Wartung Kurzhauber

Was uns aber wichtig ist – und was wir regelmäßig machen – sind die beweglichen Teile im Auge zu behalten. Abschmieren, Ventile einstellen, Ölwechsel, Filterwechsel…

Die Technik gut zu warten, inkl. Bremsen, Reifen, Antrieb. Gerade auf dem Wagenplatz sind wir damit schon aufgefallen und es hat uns Spott eingebracht jedes Jahr einen Ölwechsel zu machen und ständig mit der Fettpresse unterm Auto rum zurutschen.

Dies ist uns viel wichtiger als die tollste Bereifung und den größten Plasmabildschirm überm Bett hängen zu haben.

Das hat überhaupt nichts mit Verzicht zu tun. Wir hätten uns die größeren Reifen kaufen können. Das aber nicht zu müssen ist für uns der viel größere Luxus!

Letztens sind wir über ein Radiointerview gestolpert. Dank dessen wir endlich unsere Schublade gefunden zu haben: Es ging um Frugalisten! Und die waren wir schon immer.

Uns geht es darum aus der Konsummühle auszusteigen – in der wir nie waren.

Wir gehen mit Anschaffungen sehr bedacht um. Wohl wissend, dass das ganze kein Ende nehmen kann. Ausgaben ziehen Ausgaben nach sich.

Das nächste Auto muss besser, schneller, höher, weiter sein. Und auch das wird uns nicht zufrieden machen. Denn auch das nächste Auto wird zu toppen sein. Und man schielt links und rechts: Ob es nicht noch ein bisschen stärker, geländegängiger und komfortabler geht.

Kurz: Der finanzielle Aufwand steigt. Die persönliche Zufriedenheit eher weniger und zumindest nicht im gleichen Maße.

Viele scheinen Autos zu haben, um damit vor allem zu beeindrucken: Wer hat die größten Reifen, die auf dieses Auto passen? Wer hat die tollste Folierung? Wer die schickste Einrichtung? Und ja, es ist bestimmt toll ein geiles Auto zu haben! Und die Leute sind bereit dafür viel Geld auszugeben. Was man ja machen kann, wenn einem das wichtig ist.

Uns ist das halt nicht wichtig.

Uns ist es eher wichtig am Ende des Jahres zu wissen, dass noch genug Geld da ist, um auch nächstes Jahr nur wenig arbeiten zu müssen.

Dass wir am Ende des Sommers wissen, dass wir auch im nächsten wieder auf Festivals fahren können.

Oder im Winter in den Süden.

Oder was uns auch immer Freude machen würde.

Dass wir die Zeit nicht am Notebook verbringen, um nach den besten Reifen zu suchen oder ne hippe Folierung zu designen. Sondern stattdessen Zeit haben. In der Sonne sitzen können, ein Buch lesen oder mit den Hunden spielen.

Klar, bei vielen ist das ein Hobby und ihnen macht es Spaß sich über Jahre hinweg ein Reisefahrzeug nach den eigenen Wünschen mit den coolsten Gadgets zu bauen.

Uns erscheint es einfacher unsere Bedürfnisse an das vorhandene Fahrzeug anzupassen, als das Fahrzeug an die Bedürfnisse. Das ist billiger, geht schneller und wir sind auch zufrieden.

Schau mal hier:

Das beste Reisefahrzeug ist daher immer das, was du schon hast.

Christa Sartori Oh ja das würde mich auch interessieren wie es bei schlechtem Wetter auszuhalten ist 🤔

Da empfehlen wir den Artikel Überwintern im Süden vs. Überwintern im Norden.

Im Winter in Deutschland bei schlechtem Wetter – war doof.

Wir waren damals viel auf Wohnmobilstellplätzen, wegen Strom. Lucy ist zu kurz gekommen. Die Zeit haben wir irgendwie abgesessen. Haben viel geschlafen, viel gelesen und auf besseres Wetter gehofft. Wissend, dass das Wetter nur besser werden konnte.

Der norddeutsche Winter ist dem Wagenleben sein Feind. Kann aber auch ganz gemütlich und besinnlich sein, wenn der Sturm das Auto schaukelt, der Regen gegen die Fenster peitscht und die Heizung vor sich hinbrummt.

Sabine Schumacher Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Eine lange Zeit zu zweit, Euren zwischenzeitlichen Zoo mal ausgenommen. Wie geht man sich auf so engem Raum zwischendurch aus dem Weg? Gerade wenn das Wetter mal schlecht ist. Wie schafft Ihr Euch einen Raum sich mal ganz allein zu fühlen? Ich bewundere Euch ❤

Thomas Potschka Hallo, eine gute Idee! Mich würde interessieren, wie ihr euch ggf. aus dem Weg geht. Ich meine nicht nur Streitigkeiten, sondern sich als Einzellebewesen wahrzunehmen. Habt ihr beide eine Strategie gefunden?

Spannend, dass dies eine der wenigen Fragen ist, die wir nicht wirklich beantworten können.

Weil wir sie nicht verstehen. Wozu braucht man eine Strategie, um sich als Einzellebewesen zu fühlen und um sich ganz alleine zu fühlen? Diese Fragen haben sich uns noch nie gestellt.

Möglicherweise sind dies keine Fragen, die sich speziell beim Wagenleben stellen, sondern sind eher auf eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur zurückzuführen?

Die Möglichkeit sich aus dem Weg zu gehen, hat man ja aber auch auf kleinem Raum. Zwar nicht räumlich, sondern eher verbal – in dem man zum Beispiel einfach mal die Klappe hält. Und auch ein Spaziergang ist ja immer drin. 

Detlev Bayer Wart ihr die ganze Zeit mit dem Kurzhauber unterwegs oder seid ihr zwischendurch auch mal wieder in ein 🏠 gezogen?

2015 haben wir für 3 Monate unter prekären Bedingungen in einem Haus gelebt und es währenddessen renoviert.

10 Jahre Wagenleben: Wohnen im Zelt

2016 haben wir einen Sommer im Zelt gewohnt, als wir den Innenausbau neu gemacht haben. 

Das Für und Wider

Car Ki Wäre cool mal etwas von genaueres über das dafür und über das dagegen zu erfahren. Ich hadere noch immer mit dem Gedanken, vermutlich weil momentan länger erkrankt.

Da sind wir uns seit 10 Jahren nicht einig. Während Steffi ihre Zeit gerne mit schreiben, fotografieren und Webseiten gestalten verbringt, würde Olaf gerne in der eigenen Werkstatt tüdeln und wünscht sich einen Garten.

Kurz: Steffi hat Hobbys und Aufgaben, die sich gut mit dem Wagenleben verbinden lassen und Olaf bräuchte eigentlich (viel) mehr Platz.

Das hat zu vielen Gesprächen geführt. Trotzdem überwiegen auch für Olaf die Vorteile. Er hat seine Hobbys angepasst. Wir gehen zum Beispiel stundenlang spazieren (andere nennen das wandern).

Dafür ist dann die Freude groß, wenn wir zum Beispiel in Grüntal eine gut ausgestattete Werkstatt zur Verfügung haben, um mal was am Auto machen zu können.

Es ist auch einfach total schön, wenn man die Zeit hat viel zusammenzusein. Und die Möglichkeit hat da sein zu können, wo man sein will. Unterwegs, an so schönen Orten, rumzukommen…

The gras is always greener on the other side?

Es ist doch sehr schön mit dem zufrieden zu sein und sich darauf zu besinnen, was man hat. Als ständig nach was anderem zu streben.

Lieber das Schöne sehen, was gerade ist – als das zu ersehen, was gerade nicht ist.

Anders geht immer. Aber ob das andere nun tatsächlich besser wäre? Wer weiß das schon?

Denn das Besser ist des Guten sein Feind. Könnte fast schon sowas wie ein Lebensmotto sein.

Auf diese Art und Weise zu leben und zu wirtschaften hat uns sehr befriedigend durch die letzten 10 Jahre gebracht.

10 Jahre Wagenleben: Portugal

Es hat uns viele schöne Winter im warmen Süden beschert. Heiße Sommer auf Festivals, bei Freunden.

Wir konnten eintauchen in andere Lebensweisen. Es hat uns die Möglichkeit gegeben auf wechselnde familiäre Verpflichtungen reagieren zu können. Wir haben viele Leute kennengelernt und können seit vielen Jahren auf zeitraubende 9 to 5 Jobs verzichten.

Das Für ist die große Unabhängigkeit, die es uns in vielerlei Hinsicht verschafft. Finanziell erspart es uns viele Kosten im Vergleich zu unserem früheren Leben im Haus. Und Geld ist ja immer irgendwie Zeit. Außerdem kommen wir rum, sehen und erleben viel.

Das Wider ist der beengte Platz drinnen, der schon einschränkend sein kann. Gerade Olaf muss auf vieles verzichten.

Ohne Homebase oder einen festen Schrauberplatz fehlt uns auch oft die Möglichkeit genug am Fahrzeug machen zu können, um es gut am Laufen zu halten.

Reiseverhalten & Sicherheit

Spannend, dass die Themen Reiseverhalten und Sicherheit in “der Szene” immer größer werden.

Das Wagenleben im öffentlichen Raum ist in Deutschland und Europa fast überall verboten. In Deutschland ist nur das berühmte einmalige Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit gestattet.

Dieses Thema wird in der Blogosphäre von Jahr zu Jahr heißer diskutiert und entsprechende Artikel gehen regelmäßgig viral. Es gibt Grabenkriege in der Camperszene und in den einschlägigen Facebookgruppen kratzen sich die Leute die Augen aus, dass es eine wahre Freude ist.

Fast jeder Blogger erstellt sogar sein eigenes Regelwerk über “das richtige Verhalten beim Campen”. Die heißen dann: 50 Fehler beim Camping, Do´s and Dont´s beim Wildcampen, Hotel Freiheit: Eine kritische Betrachtung von Wildcamping und Co., oder Goldene Wildcamping Regeln… wenn man das so liest, sind wir heilfroh keine Camper zu sein.

Vor 10 Jahren waren derartige Themen über “Was darf man und Was ist verboten” nicht so präsent wie heute.

In den 1990er waren wir mit unserem Mondeo schon an Waldrand, Maisfeld oder Wiese unterwegs. Wir haben damals schon Feuer am Feldrand gemacht, wenn nicht gerade extreme Dürre war, gegrillt und geschlafen.

Wir haben schon immer gemacht, wie wir denken.

Wir wählen unsere Wohnorte danach aus, was uns interessiert und was vielversprechend aussieht. Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Entfernung zu Orten…

10 Jahre Wagenleben: Wohnorte

Wir bemühen uns Plätze zu finden, an denen wir mehrere Tage bleiben können, ohne jemanden zu stören. Danach hat man meist alles gesehen, was es dort zu sehen gibt. Oder der Kühlschrank ist leer, das Klo voll, oder Ebbe im Wassertank. So dass es Zeit ist mal umzuparken.

Dann fahren wir in den nächsten Ort, machen unsere Erledigung, schauen uns um, fahren wieder raus und suchen uns den nächsten Platz.

10 Jahre Wagenleben: Wohnorte

Am Waldrand, am Feldweg, im Idealfall nicht von größeren Straßen einzusehen. Nie im Wald, sondern davor oder auf einem Waldparkplatz. .

Es ist für uns befremdlich wenn andere schreiben: Verhalte dich unauffällig, schau dass dich bloß niemand sieht, parke in Fluchtrichtung, komme erst im Dunkeln an und fahre vor Sonnenaufgang weiter!

Warum sollten wir das machen? Wir sind ja nicht auf der Flucht.

Mit unserem Fahrzeug fallen wir immer auf. Fliehen kann man damit auch nicht wirklich. Und warum sollten wir uns verstecken?

10 Jahre Wagenleben: Wohnorte

Wir stehen zu unserem Lebensstil und wir leben unser Leben. Wir sitzen vorm Auto in der Sonne (auch mal auf Stühlen), hören Musik, grillen, machen Lagerfeuer – nicht immer, aber immer wenn uns danach ist.

Wir sind gut damit gefahren Massenansammlungen von Campern aus dem Weg zu gehen. Ob nun an offiziellen oder inoffiziellen Plätzen.

Wärmsten können wir empfehlen Park4Night oder derartige Applikationen zu nutzen und zu schauen, ob ein anvisierter Parkplatz dort aufgeführt ist. Denn dann kann man es sich meistens sparen dorthin zu fahren.

10 Jahre Wagenleben: Wohnorte

Probleme hatten wir in den letzten 10 Jahren kaum. Oft sind es Jäger, die an uns interessiert sind. Und so ergeben sich oft interessante Gespräche.

Deswegen umparken mussten wir bisher nur einmal. Die meisten sind aufgeschlossen und ermutigen uns ruhig länger zu bleiben und die Gegend zu genießen.

Mit der Landwirtschaft gibt es nie Probleme. Nur einmal ist eine Erntemaschine wegen uns nicht aufs Feld gekommen. Wir sind 20 Meter weitergefahren und man hat sich nicht weiter für uns interessiert.

Die Kontakte mit den Behörden in den letzten 10 Jahren können wir an zwei Händen abzählen:

  1. Polizei in Mecklenburg. Ostsee. Naturschutzgebiet. Am Straßenrand geparkt: Morgens um 8 merkwürdiges Gespräch mit der Ordnungsmacht. Ticket bekommen, Widerspruch eingelegt, das Bußgeld wurde fallen gelassen.
  2. Guardia Civil in Spanien. Camper Hotspot: Personalien und Fahrzeugdaten im Naturpark aufgenommen und gebeten worden am nächsten Tag weiterzufahren.
  3. Police Maritim in Portugal. Camper Hotspot: Freundlich gebeten worden bis 20 Uhr vom Strand wegzufahren. Umgeparkt.
  4. GNR in Portugal. Camper Hotspot: Freundlich gebeten worden 50 Meter weiter auf einem anderen Parkplatz zu parken, weil sich ein Hotelgast beschwert hat. Umgeparkt.
  5. Polizei in Griechenland: Campingplatzbesitzer hat sich die Polizei zum Büttel gemacht, weil ihn der Anblick unseres Fahrzeuges in einer riesigen, einsamen Bucht gestört hat. Freundliches Gespräch mit Wegfahr-Frist. Umgeparkt.
  6. Wasserschutzpolizei in Sachsen an der Elbe: Nach längerem freundlichem Gespräch Ticket bekommen wegen Befahren der Elbwiesen. Widerspruch eingelegt. Wurde fallengelassen.
  7. Polizei in Niedersachsen am Waldrand: Nachmittags beobachten wir, dass die Schmiere vorfährt und frechdreist einfach unsere Tür öffnet. Macht diese schnell wieder zu, als sie sich mit der wildbellenden Lucy auf Nasenhöhe konfrontiert sieht. Ein Jäger hatte uns gemeldet. Aber kein Problem, wir konnten bleiben.
  8. Polizei in Niedersachen. Öffentliche Straße: Nachts um 11 fährt die Polizei vor. Zwei viel zu junge Jungs schleichen mit Taschenlampen ums Auto und klopfen, weil ein besorgter Bürger gemeldet hat, dass ein einsames Fahrzeug, in dem sich Hunde befinden, ab Wegesrand steht. Haben einen schönen Abend gewünscht und sind wieder weg gefahren.en.

Diebstähle in 10 Jahren: 0

Einbrüche in 10 Jahren: 0

ungebetene Gäste in 10 Jahren: 0

(Gas-)Überfälle in 10 Jahren: 0

Brände: 0 (trotz Gasheizung und Lagerfeuer)

irgendwelche Situationen, die uns zur Flucht veranlasst hätten in 10 Jahren: 0…

…aber vielleicht sind wir auch einfach nur schmerzfrei oder hart im Nehmen ;)

Wenn wir uns nicht trauen würden, entspannt unser (Wagen)leben zu genießen, uns klein machen würden, immer Angst hätten, uns wie auf der Flucht fühlen und uns auch so benehmen würden – dann wäre Wagenleben nicht das richtige.

Wir haben keine Schwierigkeiten damit für unseren Lebensstil einzustehen. Was nicht immer einfach ist. Denn streng genommen, ist unsere Art zu Leben verboten. Bestenfalls bewegen wir uns in einer Grauzone. Es gibt kein Recht, auf das wir uns berufen können. So ist es immer ein Abwägen und Aushandeln. Mit anderen, mit uns selbst. Da kann man sich reinsteigern, drunter leiden – oder man lässt das und macht einfach. 

Natürlich gehen wir achtsam mit der Natur um. Natürlich bemühen wir uns so rücksichtsvoll wie möglich zu sein und niemanden unnötig zu stören. Dazu müssen wir keine Camping-Regeln auf Blogs lesen und finden es ziemlich schräg, dass sowas überhaupt geschrieben wird.

Aber uns fehlt auch das Unrechtsbewusstsein.

Es ist erlaubt mit 300 km/h über eine Autobahn zu kacheln. Aber es soll verboten sein abends am Feldrand zu parken und ne Paprika zu grillen?

Es ist uns wichtig Regeln und Verbote kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Und uns gegebenenfalls verantwortungsvoll darüber hinwegzusetzen.

Wagenleben ist nicht besser oder schlechter. Es ist einfach eine von vielen Arten zu leben. 

Kommentare

3 Gedanken zu „10 Jahre Wagenleben – Motivation, Für und Wider, Sicherheit!“

  1. Hallo Ihr beiden. Ich lese immer wieder, dass Ihr regelmässig Festivals besucht. Darf ich fragen welche das sind.
    Liebe Grüsse Stefan
    PS, wir starten nächstes Frühjahr, auch Dank Eures Blogs.

    Antworten
  2. Ich bin soeben erst auf euren Blog gestoßen, weil mich der Name ansprach (ich nämlich im Gegenteil zu euch viel zu hektisch durch das Leben renne!). Dass Ihr seit 10 Jahren in einem Auto lebt, nicht auf äußerliche Schönheiten der ‘Wohnung’ achtet und der Rost zweitrangig ist, beeindruckt mich genauso wie die grundsätzliche Ruhe, die ihr ausstrahlt. Da kann ich ne Menge lernen. Wünsche euch, dass ihr immer ein gutes Plätzchen findet, weiter keine blöden Erfahrungen machen müsst und euch keine Behörden Ärger stiften. Werde hier gewiss künftig öfter reinklicken. ;)

    Antworten

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